Becker, Rudolf Zacharias
Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim — Sulzbach in der Oberpfalz, 1789 [VD18 12674052]

Page: 443
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U ben mitnehmen und sie dort ungestört genießen und Lm-
merfort vermehren werden. Diese Güter sind also nickt
M eitel: Sturm und Wetter, Feuer und Wasser, ja selbst
M her Tod kann ihnen nichts anhaben. Und die Erwerbung,
sch Vermehrung und Verbesserung dieser Seelen-Güter ist
Hen es eigentlich, zu der uns Gott erschaffen hat. Alle Er-
"rdes den-Güter, als Reichthum, Ehre, Vergnügen, ja
selbst die Liebe und Freundschaft sind uns nur als Mittel
Aoch gegeben, durch die wir jene Seelen-Gürer erlangen,
such vermehren Und verbessern sollen. Durch den erlittenen
keuch, grossen Verlust sind wir aber blos in den zeitlichen Gü-
l, ihn tern weiter zurück gesetzt: die Vorzüge der Seele, die
lOrii/ wir durch unser bisheriges Nachdenken und durch unsern
Hirz Fleiß erlangt haben, bleiben uns. Unsere bisherige Be-
Mich mühung, uns selbst und alles zu verbessern, ist also kei-
buchte nesweges eitel gewesen: wir dürfen nicht Jammer! über
"tchl fie ausrufen. Ihre besten Früchte haben wir noch: die
'Nch» sind unvergänglich und ewig. Der gütige Vater im
fstM Himmel will uns durch diese wüsten Brandstätten und je-
^ung leeren Felder nur die Lehre recht einprägen: daß wir das
chten. Vergängliche um des Unvergänglichen, das Zeitliche um
sch p des Ewigen willen suchen, und auf Erden Schätze für den
can w Himmel sammeln sollen, die uns kein Dieb rauben, keine
in dar- Gewalt der Elemente zerstören kann. Die große Noch,
keuch, in die wir gerathen sind, zwingt uns nun gleichwohl, daß
W wir unsern Verstand und unsere Kräfte anstrengen, uns
Ther, wieder heraus zu helfen. Dieses neue Anstrengen wird
chgern unsern Verstand noch mehr schärfen; das Mitleid des ei-
lick mit nen mit dem andern und die Sorge, dem Bedrängtesten
D immer zuerst zu helfen, wird uns gütiger und liebreicher
-/ daß machen: und so werden unsre Seelen durch dieses Unglück
odedeS wahrhaftig noch besser werden, als sie zuvor waren. Gott
le hat uns dadurch in eine neue Schule geführt, wo er uns
Heil/ zu frommen und klugen Kindern erziehet, die er zu Erben
eue d seiner ewigen Glückseligkeit einsetzen kann.

Laßt
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