Bötticher, Carl
Bericht über die Untersuchungen auf der Akropolis von Athen im Frühjahr 1862 — Berlin, 1863

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verzeichnet werden können; ihre Grabung hat damals diesen
Ort eben so wenig klar gemacht als die Grabung des Tetaz.

Unter der dritten Stufe der Cellawand kam noch eine
vierte zum Vorschein, gerade von doppelter Breite als eine
jener Stufen und 9£ Z stark. Dieselbe ruht noch auf gesun-
dem pir. Stein, aber vor ihr beginnt die vorhin erwähnte Fläche
des verwesten Gesteines welches in dem Berichte jener Com-
mission (§29) für Mörtel (!) gehalten worden ist. Sie beginnt
vor der untersten Stufe der Freitreppe, geht die ganze Nord-
seite der Wand wie die Ostseite der Nordhalle entlang und
endet hier unter der N.O.Ekke. Nachdem dieselbe bis hierher
freigelegt war, liefs sich ihre Bestimmung mit Rükksicht auf
die eigenthümliche Bearbeitung erkennen. Wie völlig unbeachtet
und unerkannt diese Stufe der Sachverständigen-Commission
geblieben ist, ohnerachtet man dieselbe gefunden und verzeichnet
hat, beweist das was § 29 des Protocolles darüber nicht ge-
sagt hat. Ich habe darin die Plinthe erkannt auf der die Sohle
lag welche einen mächtigen Rinnstein aufnahm; in diesem lei-
tete man das Wasser ab welches vom Plateau vor dem Pro-
naos über die Freitreppe, vom Dache der Cella und der Nord-
halle herabströmte. Die Leitung geht schon quer vor der un-
tersten Stufe der Freitreppe her, an der Nordwand und Nord-
halle herum und bricht mit der N.O.Ekke der Halle ab; ob
sie dann in einem Eeservoir endete, oder durch die gegenüber-
stehende nördliche Burgmauer ging, bleibt fraglich. Das Lager
zu dieser Sohle welche den Rinnstein trug, ist auf der obern
Fläche des Steines vollständig erhalten; an der Steigung oder
der lothrechten Vorderfläche der dritten Cellawandstufe aber
gelang es mir auch die tief eingerissene Lehre aufzufinden
welche das Gefälle dieser Sohle und mithin des Rinnsteines auf
das Genaueste markirt. Entsprechend dieser Lehre zeigt sich
auf dem Auftritte der dritten Wandstufe Lehre und Lagerfläche
für eine dünne Plinthe, welche die Fuge zwischen Rinnstein und
Stufe dekkte. Die Lehre des an der Steigung der dritten
Stufe verzeichneten Gefälles beginnt in Osten mit 3' Z unter
der Oberkante dieser Stufe, es sinkt im Winkel an der Nord-
halle auf 9 Z hinab; das macht auf diese Länge von 34 F
gerade eine Senkung von 5| Z unter die Libelle. Von hier
biegt die Lehre mit der Stufe nach Norden um, läuft jedoch
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