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Busch, Werner
Die notwendige Arabeske: Wirklichkeitsaneignung und Stilisierung in der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts — Berlin: Mann, 1985

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https://doi.org/10.11588/diglit.52657#0331
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Künstler, die die Last der Geschichte der Kunst realisieren, reflektieren in ihrer Kunst über
diese Geschichte. Ihre Kunst erschöpft sich darin, die Größe vergangener Kunst zu evozie-
ren. Ihre Umrisse sind Kunstgeschichtssymbole. Sie sind Schatten der großen Werke, aber
verlebendigt durch individuelle Interpretation. Ihre Stilisierungen verweisen den zeitge-
nössischen Betrachter auf die Vergangenheit als die Zeit, in der Kunst und Natur noch eins
waren, der Künstler naiv, nicht sentimentalisch darstellte, sich seiner Existenz als Künstler
nicht eigentlich bewußt war.
Es ist faszinierend zu beobachten, wie das Auftreten der autonomen Skizze und des
autonomen Kartons sich als eine, wenn auch von noch so unterschiedlichen Positionen aus
erfolgende Reaktion des 19. Jahrhunderts auf ein und dieselbe Erfahrung darstellt, auf die
romantische Erfahrung der Spaltung von Sein und Bewußtsein, von Natur und Geschichte.

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