Dell, Josef
Das Erechtheion in Athen: bauanalytisch, unters., erkl. u. ergänzt — Brünn [u.a.], 1934

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Historisch-archäologische Überlieferungen.

Benützte Behelfe: Literatur, Bildwerke.
H. W. Inwood. 1837. Herausgegeben von Ferdinand v. Quast, Berlin 1862.
Karl Boetticher. Tektonik der Hellenen. 1862.
Tetaz. 1850. Von James Fergusson und H. Schliemann. 1882.
Dr. P. W. Forchhammer. Festschrift zur 50-Jahr-Feier des k. deutschen

archäologischen Institutes. 21. April 1879. Kiel.
Die Aufnahmen des Erechtheions von Prof. Arch. E. Dörr und Arch. Bud.

Restle in: 0. Jahn und A. Michaelis: Arx Athenarum A. Pausania

Descripta. 8. Auflage. 1910.
Prof. Dr. J. Durm. Baukunst der Griechen. Auflage 1909.
Prof. J. Bühlmann. Architektur des klassischen Altertums I.
Prof. G. Niemann in den Wiener Archäologischen Vorlegeblättern.
Zahlreiche einschlägige Veröffentlichungen und Studien.

Studien der Ruine in Athen. Frühjahr 1889. (Förderung und Schulung von

Dr. Wilhelm Dörpfeld.)
Lichtbilder des Innenraumes von Prof. Dr. Emil Leo der Deutschen technischen

Hochschule Brünn. Ostern 1933. Athen.

Die Nachrichten über das Erechtheion, bis in die Urzeit zurück-
reichend, sind durch die örtlichen Sagen und Mythen überliefert. Das Wesent-
liche möge in einem kurzen Abriß vorangeschickt werden. Es heißt da, daß der
Burghügel von Athen schon in den frühesten Zeiten besiedelt worden war von
Kekrops, der aus Ägypten gekommen war, den Schlangenkultus mitbrachte
und einführte, und eine Kolonie anlegte. Er stiftet dem Gotte Zeus einen Altar.
Als einheimische, Urbevölkerung, gelten aber die Pelasger, die von Athene
beschützt wurden, welche dort ihr Bild und den Altar hatte, wo ein Stein, der
vom Himmel fiel, ihr den Platz anwies für die Errichtung ihres Heiligtumes.
Im Verlaufe der Zeit wurden diese Kulte gepflegt und weiter ausgebildet. An-
fangs wurden wohl nur kleinere einfache Heiligtümer um die Natur- und Kult-
male angelegt (Abb. IV, V, VI), aber jedenfalls stand jedes Heiligtum in seinem
eigenen heiligen Bezirke, der nach Außen abgeschlossen und eingefriedet war.
Der Platz, wo das Erechtheion steht, gilt aber schon seit jeher und immer als
die älteste Siedlung auf der Burg.

Die beiden Religionsgenossenschaften mögen anfänglich in Eintracht
ganz nahe beisammen zu beiden Seiten des Felsabhanges gehaust haben, Athene

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