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der Ostseite zwei veränderte Fachwerkbauten
erhalten, ein giebelständiger Bau unter Krüp-
pelwalmdach wohl des späten 18.Jh. mit nach-
träglich im erneuerten Erdgeschoss eingebro-
chener Durchfahrt (Nr. 37) und ein daran an-
grenzendes traufständiges Gebäude des 19.Jh.
(Nr. 36a), das ausweislich des am südlichen
Giebel zugesetzten Dielentores ehemals vor-
wiegend als Wirtschaftsgebäude diente, aus
einem hohen En$- und einem niedrigeren
Obergeschoss besteht und nachträglich unter
massiver Erneuerung der Westfassade mit mit-
tigem Zwerchhaus als Wohnhaus umgebaut
wurde. Den Nordabschnitt schließlich prägen
u.a. die ehemals zum umfangreichen Bestand
des Brauhauses Auf dem Meere 36 gehören-
den Gebäude Nr. 44, ein 1535i datierter Flügel-
bau mit aufwändig dekorierter Obergeschoss-
schwelle, und das im 19.Jh. durch den Umbau
des südlichen Viertels dieses Flügelbaus ent-
standene Wohnhaus Nr. 40. Um eine südliche
Achse verlängert und ein zweites Oberge-
schoss in Fachwerk aufgestockt, präsentiert es
eine spätklassizistische Fassade von insgesamt
fünf Achsen. Während das Erdgeschoss ein
Quaderfugenschnitt überzieht und den fa-
schenlosen Fenstern fünf Stuckmedaillons mit
Porträtdarstellungen zugeordnet sind, werden
die auf durchlaufender Sohlbank sitzenden
Fenster der Beletage durch hölzerne Rahmen
mit gerader Verdachung betont.
Untere Ohlingerstraße 6. Dreigeschossiges,
giebelständiges Wohnhaus unter Satteldach.
1591d wohl unter Einbeziehung älterer
Substanz eines vermutlich dem 15.Jh. angehö-
renden Vorgängerbaus als Dielenhaus mit
Zwischengeschoss errichtet. Als Besitzer 1590
Jorgen Carstens verzeichnet, dessen Nach-
folger, Johan Hermens, dem Beruf des Töpfers
nachging, eine in diesem Haus bis in die 1.
Hälfte des 19.Jh. ausgeübte Profession. Massi-
ve, dreiachsige Putzfassade (6 m breit) unter
Dreieckgiebel, der bei der Sanierung 2005/06
mit First- und Traufstaffeln versehen wurde;

Untere Ohlingerstraße 8, 7, Ostfassaden



gleichzeitig die rückseitige Fachwerkkonstruk-
tion instand gesetzt. Ein in diesem Rahmen
zutage getretenes Erdgeschossfenster der
Südseite lässt vermuten, dass diese Traufwand
ursprünglich freistand. Später installierte man
hier die Herdstelle. Die innere Nordwand aus
formsteinlosen Segmentbogennischen aufge-
führt, deren Anordnung zwischen Erd- und
Obergeschoss nicht korrespondiert. Vor der
Nordwand verläuft eine ins Zwischengeschoss
führende Treppe mit schlankem Traljengeländer
der Zeit um 1860. Keller mit neuer Flachdecke
geschlossen. Dachwerk unter Wiederverwen-
dung älterer Hölzer aus Eiche und Nadelholz
von elf Gespärren einschließlich des Westgie-
bels mit zwei angeblatteten Kehlbalkenlagen
aufgeschlagen. Die unteren Kehlbalken der fünf
straßenseitigen Gespärre nachträglich im
Zusammenhang mit einer in diesem Bereich
erfolgten Höherlegung der Decke des zweiten
Obergeschosses nach oben versetzt.
Untere Ohlingerstraße 7. Zweigeschossiges,
giebelständiges Wohnhaus unter Satteldach
mit Küchenanbau (1908 Ausbau eines älteren
Anbaus) und südwärts anschließendem Hof-

Untere Ohlingerstraße 7, Fassadendetail

flügel. 1790 im Eigentum des Kornkäufers E. A.

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