Germann, Max. Ferd. [Editor]
Beschreibung der im Jahre 1872 in Weimar und an anderen Orten zu Ehren der vierten Säcular-Feier des Geburtsjahres Lucas Cranach's des Aelteren, des Malers der Reformation veranstalteten Jubelfeier: (als Manuskript gedruckt) — Dresden, 1873

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Meilage V.

Brief Lucas Cranachs des Aelteren an den Markgrafen Albrecht von Brandenburg

vom Jahre 1547.

(Aus dem Köuigsberger Archw?)

^urchleuchtigster hochgeborner Fürst und her; ewern fürstlichen genaden sein meine
gantz untertenige Dinst ale zeit zuvor bereit. Genedigster her, ich kann Ewren genaden nicht
vorhalten das wir unsers liben fürstcn solen beranbt sein, wie Ewer genad sulches wol er-
faren hat und noch nimant erfaren kan, wen er so (soll) ledig werden und ist seinem lant
grose trübesal; ich hoff aber ewer fürstlich gcnad sol kürzlich erfaren das im got helfen werd,
dan er ist von jugcnt an ein warhafter fürst gewesen wie in Ewer genad wol wais. got
wirt im wider aus dem gefengknus helfen, dan der kaiser unterstet sich das papstum wider
auf zu richten. das wirt got nicht leiden und got wirt sein heilges wort selbst erhalten und
vor den tiranen erhalten. wölt got das ich Ewern genaden palt ein frvlich zeitung solt zu-
schicken. das wer mir ein grose.fraid, den Ewer genad ist ale zeit mein genedigster her ge-
wesen und wolts noch sein.

Es ist ein sprichwort: wen man die seiten zu hoch spant so pricht sie, nun wirt sie
got prechen, dan man greift in (ihm) sein genad und er (Ehre) an.

Es sein etzliche spaniger hie, die droen uns hic, es sol uns pald über (d. h. bald
über uns her-) gan. got vorley uns sein genad amen.

E. F. g.

gantz wiliger Diner

Lucas Cranach
maler zu wittenbergk.

*) Auf Ausuchen des Vcrfassers hat Herr Staats-Archivar 1>r. Mect'elburg cinen geluiigeueii photo-
graphischen Nbvruck dieses interessaiiten Bricses im Atelier vou I. Mcy iu Köiiigsbcrg zu veriiiittclii dic'Gütc gehabt.
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