Gesellschaft für Vervielfältigende Kunst [Editor]
Die Graphischen Künste — 17.1894

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J^l LS FRIEDRICH DER GROSSE in einem Briefe an Grimm seiner Neigung
gedachte, lchrieb er die denkwürdigen Worte nieder: »J'ai
des mon enfance les arts, les lettres et les sciences, et lorsque je
puis contribuer ä les propager, je m'y porte avec toute l'ardeur dont je
suis capable, parce que, dans ce monde, il n'y a pas de vrai bonheur
sans eux.« Und in der That war der Philosoph auf dem Throne ein
leidenschaftlicher Kunstsammler und Kunstförderer. Aber erst in jüngster
Zeit haben wir einen deutlichen Einblick in die künstlerischen Lieb-
habereien Friedrichs des Grossen erlangt. Der fürstliche Sammler hat in
Dr. Paul Seidel, dem Kustoden der Kunstsammlungen des königlichen
Hauses, einen aufmerksamen und fachkundigen Schilderer gefunden,
einen Forscher, der das weitschichtige archivalische Material in
umfasfendster Weise durcharbeitet und im Verfolg seiner Studien eine
Menge bemerkenswerther Thatlachen derVergessenheit entreisst. Seidels
Studien beschäftigen lieh vorläufig mit Friedrich dem Grossen als
Sammler von Gemälden und Sculpturen und verbreiten sseh über die
am preussischen Hofe thätiggewesenen oder durch ihre Werke in den Schlössern vertretenen Künstler.
In dem Jahrbuch der preussischen Kunstsammlungen ist der hauptsächliche Theil dieser Forschungen
niedergelegt. Aus diesen eindringlichen Vorarbeiten ist dann ein monumentales Prachtwerk
hervorgegangen: »Friedrich der Grosse und die französische Malerei seiner Zeit«, ein Werk
in dessen künstlerischer Illustration der Verleger Albert Frisch in Berlin eine in Deutschland
seltene Probe technischer Tüchtigkeit und guten Geschmackes abgelegt hat. Besonderes
Interesse verdienen die zwölf farbigen Versuche unter den sechzig Lichtdrucken des Werkes, die
wenn auch nicht treu im Colorit der Originale, doch in ihrer lustigen Farbigkeit allgemein
ansprechen werden. Alle diesc Tafeln reproduciren hervorragende Werke der Rococo-Malerei, wie
sie Friedrich der Grosse um lieh zu versammeln wusste; bald geben sie Gruppen aus grösseren



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