Universität Heidelberg [Editor]
Akademische Mitteilungen für die Studierenden der Ruprecht-Karls-Universität zu Heidelberg: Winter-Halbjahr 1897/98 — Heidelberg, 1897-1898

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1897/98

Heidelbergek Akademische Mitteilhngen

Nr. 18

und in Czernowitz um 6 Studierende abgenommen hat. Was
die Fakultäten betrifft, so verzeichnen die theologischen Fakul-
täten eino Vermehrung der Frequenz um 111 Studierende,
die rechts- und staatswissenschaftlichen um 257 und die
philosophischen um 343 Studierende, während die medizini-
schen Fakultäten gegen das Vorjahr eine Abnahme von 412
Studierenden ausweisen. Zur Frequenzziffer der theologischen
Fakultäten der Universitäten von zusammen 1200 Studieren-
den tritt noch die Frequenz an den theologischen Fakultäten
in Salzburg und Olmütz, an denen sich zusammen 802 Stu-
dierende befinden. Die evangelisch-theologische Fakultät in
Wien weist im Wintersemester 1897/98 im ganzen 31 Stu-
dierende, 26 ordentliche und 5 ausserordentliche Hörer aus;
gegen das Vorjahr sind 5 ordentliche Hörer zugewachsen
und 2 ausserordentliche Hörer weggefallen.

Wien. Anlässlich des Ausstandes der Studentenschaft
wurden drei Hörer der Wiener technischen Hochschule unter
Einstellung des Genusses ihrer Stipendien relegiert. Zwanzig
Techniker erhielten einfache Rügen. — Das Professoren-
Kollegium der Akademie der bildenden Künste verfügte die
Wiederaufuahme des Unterricbts am 1. März.

Universität in China. In Peking wird die Errich-
tung einer Universität gepla'nt mit zehn Fakultäten : Astro-
nomie und Mathematik, Erdkunde, Philosophie und Religion,
Politik, Litteratur und fremde Sprachen, Kriegs- und Marine-
wesen, Landwirtschaft, Technologie, Handelswesen, Medizin.

Ä-

Aus der (Jelelirten-Welt.

München. Die Berufung des Unterstaatssekretärs Pro-
fessor Georg v. Mayr aus Strassburg zum ordentlichen Pro-
fessor der Statistik, Finanzwissenschaft und Nationalökonomie
an der staatswirtschaftlichen Fakultät der hiesigen Universität
hat folgende Verschiebungen in der genannten Fakultät ver-
anlasst: Dem ordentlichen Professor der Nationalökonomie
und Finanzwissenschaft in der staatswirtschaftlichen FakuRät
der kgl. Universität München, kgl. sächsischem Geh. Hofrat
Dr. Lujo Brentano, wurde statt der Finanzwissenschaft die
Wirtschaftsgeschichte als Nominalfach übertragen und der
ordentliche Professor der Finanzwissenschaft, Statistik und
Nationalökonomie in derselben Fakultät, Dr. Walther Lotz,
von der Verpfiichtung zur Vertretung der Statistik enthoben.

V. Deutsclier Historikertag.

I)ie Tagesordnung des V. Deutschen Historikertages, der
vom 13.—15. April in Nürnberg abgehalten wird, ist fol-
gende: Dienstag, 12. April, nachmittags: Ausschuss-Sitzung.
Abends: Begrüssung im Museum. Mittwoch, 13. April, vor-
mittags: Erste Sitzung. 1. Eröft'nung. — 2. Erläuterung des
in Innsbruck über die Archivfragen gefassten Beschlusses. —
3. Verhandlung über die Förderung der Ausbeutung des
vatikanischen Archivs. Berichterstatter: Prof. Dr. Hansen,
Stadtarchivar zu Köln, und Geh. Rat Dr. v. Weech, Direktor
des Generallandesarchivs zu Karlsruhe. — Oeffentlicher Vor-
trag von Dr. Georg Kaufmann, Professor an der Universität
zu Breslau, über: Die Lehrfreiheit an den deutschen Uni-
versitäten im 19. Jahrhundert. — Nachmittags: Oeffentlicher
Vortrag von Archivrath E. Mummenhoff', Stadtarchivar zu
Nürnberg, über: Die Geschichte Niirnbergs. — Abends:
Unterhaltung im Stadtpark. Donnerstag, 14. April, vormit-
tags: Zweite Sitzung. 1. Verhandlung über die Frage: Wie
kann die Geschichte der im Mittelalter erfolgten deutschen
Kolonisation des Ostens gefördert werden ? Berichterstatter:
Geh. Regierungsrat Dr. A. Meitzen, Professor an der Univer-

sität zu Berlin. 2. Verhandlung über die Frage: Wie sind
die Vorbildung und die Prüfung der Geschichtslehrer an den
Mittelschulen zu gestalten? Berichterstatter: Dr. Oskar
Jäger, Gymnasialdirektor zu Köln, und Dr. Wilhelm Vogt,
Rektor des Realgymnasiums zu Nürnberg. — Nachmittags:
Versammlung des Verbandes deutscher Historiker. Beratung
iiber Zeit und Ort der nächsten Versammlung. Wahl des
Ausschusses. Abrechnung. Anträge. — Oeff'entlicher Vor-
trag von Dr. Karl Lamprecht, Professor der Universität zu
Leipzig, über: Die Entwicklung der deutschen “Geschichts-
schreibung, vornehmlich seit Herder. — Abends: Gesellige
Zusammenkunft. Freitag, den 15. April, vormittags: Dritte
Sitzung. 1. Verhandlung über die Frage: Wie ist die Grund-
herrschaft in Deutschland entstanden? Berichterstatter: Dr.
Eberh. Gothein, Professor der Universität zu Bonn. — 2. Ver-
handlung über die eingelaufenen Anträge. — Nachmittags:
Festessen. — Abends: Gesellige Zusammenkunft. Samstag,
16. April, Ausflug nach Bamberg. Zur Teilnahme am Hi-
storikertage sind alle Fachgenossen und Fachverwandten
freundlichst eingeladen. Teilnehmer, die nicht Mitglieder
des Verbandes sind, zahlen 5 Mk. Anträge, die auf dem
Historikertage erörtert werden sollen, können nur von Ver-
bandsmitgliedern gestellt werden und sind vor dem 31. März
1898 schriftlich bei dem Vorsitzenden des Verbandes deut-
scher Historiker, Professor Dr. Stieve, München, Hessstr. 3a
anzumelden. Ueber die Einreihung in die Tagesordnung be-
schliesst der Verbandsausschuss. Anmeldungen zum Eintritt
in den Verband (Jahresbeitrag 5 Mk.) sind an dessen Schatz-
meister, Professor Dr. Hansen, Stadtarchivar zu Köln, zu
richten. Damcn der Mitglieder des Historikertages können
seinen Sitzungen anwohnen und am Festessen teilnehmen.
Zu den öffentlichen Vorträgen hat Jedermann Zutritt. Das
Germanische Museum, die öff'entlichen Sammlungen, das Rat-
haus und alle städtischen Anstalten werden den Teilnehmern
unentgeltlich geöffnet und wird für Führung gesorgt sein.
Gleichzeitig mit dem Historikertage wird wie bisher eine
Beratung von Vertretern deutscher Publikationsinstitute statt-
finden.

Tlieater. — Kunst. — Konzerte. — Yorträge.

Stadttlieater in Heidelberg. Sonntag, den 6. März:
„Hasemanns Töchter“. Lustspiel von L’Arronge. Montag,
7. März: „Der Talisman“. Schauspiel von Ludwig Fulda.
Dienstag, 8. März: Geschlossen. Mittwoch, 9. März: „Car-
men“. Oper von G. Bizet.

Hof- und Nationaltlieater Mannheim. Sonntag, den
6. März: „Götterdämmerung“. Von Richard Wagner. An-
fang 5 Uhr.

Dienstag, den 8. März 1898, abends 8 Uhr, im
grossen Saale der Harmonie: Konzert, veranstaltet
von E m i 1 S a h 1 e n d e r. Mitwirkende: Herr Hch. Hensel,
Opernsänger aus Karlsruhe (Tenor), Herr E. N. v. Reznicek,
Hofkapellmeister aus Mannheim. Das verstärkte städtische
Orchester. Leitung: Herr Kapellmeister Sahlender. Ein-
trittspreise: Spen -sitz Mk. 2.50, Saal Mk. 1.50, Gallerie
Mk. 1.—. An der Kasse sind die Preise um je Mk. —.50
höher. Vorverkauf in den Musikalienhandlungen der Herren
Pfeiffer und Hochstein und bei Herrn Buchhändler Otto
Petters.

Kunst-Verein Museum. Geöffnet Sonntagund Mitt-
woch von 11—1 und 2—4. Eintrittspreis für Nichtmit-
glieder 20 Pfg.
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