Universität Heidelberg [Hrsg.]
Akademische Mitteilungen für die Studierenden der Ruprecht-Karls-Universität zu Heidelberg: Winter-Halbjahr 1897/98 — Heidelberg, 1897-1898

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Akademische Mitteilüngen

FUR DIE

STUDIERENDEN DER RUPRECHT-KARLS-UNIVERSITÄT HEIDELBERG.

HEEAÜSeESEEEN VON J. HÖKNING, ÜNIVERSITÄTS-BDCHDRDCKEREI

Feensprecher 119 HEIDELBERG Hauptstrasse 55 a.

Erscheint wöchentlich und wird unentgeltlich und frei allen Studierenden, Professoren und Alten Herren zugestellt.

Winter-Halbjahr 1897/98. Nr. 13. Samstag, 29. Januar 1898.

Hocliscliuliiaclirichten.

Heidelberg, 28. Januor 1898.

* Herr Professor Dr. Thode beginnt seine Vorlesungen
über „Italienische Malerei“ und „ltichard Wagner und das
Kunstwerk von Bayreuth“ am Montag, den 31. Januar.

* Kaiser-Komraers. Zu dem morgen stattfindenden
Kommers der Studentenschaft werden Teilnehmerkarten noch
am Abend des Kommerses im Museum, Damenkarten heute
und morgen Nachmittag von */22—3 Uhr bei Herrn stud.
Graef, Ingrimstrasse 28, ausgegeben.

* Das Yorlesungsverzeichnis unserer Hochsclmle für
das Sommer-Halbjahr 1898 ist soeben erschienen. Darnach
beginnt das Sommer-Halbjahr am 15. April, letzter Zeit-
punkt der Einschreibung ist der 20. Mai. Seine Vorlesungen
und Uebungen kündigt erstmals an Herr Geheime Bat Pro-
fessor Dr. Curtius, der ausser den von seinem Vorgänger,
Herrn Geh. ßat Victor Mever behandelten Gegenständen an-
zeigt: „Chemisches Anfänger-Praktikum für Mediziner“ und
.Einführung der Mediziner in das praktische Studium der
Chemie.“ — Die im Laufe des Winterhalbjahres in die Medi-
zinische Fakultät neu aufgenommenen Privatdozenten kün-
digen folgende Vorlesungen und Uebungskurse an: Herr
D?. Marwedel: „Allgemeine Chirurgie“, Herr Dr. Brauer:
„Kursus der klinischen Chemie und Mikroskopie“. „Patho-
logie und Therapie der Stoffwechselanomalien“. Herr Dr.
Petersen: „Ausgewählte Kapitel der speziellen Chirurgie“.
— Für den verstorbenen Herrn Geh. Bat Bohde liest Herr
Prof. Osthoff, dessen „Gotische Grammatik mit Uebungen“
Herr Dr. Kahle übernimmt, „Griechische Grammatik“ und
tritt Herr Hofrat Schöll mit der „Erklärung der Acharner
des Aristophanes“ ein. — Der Assistent am germanisch-roma-
nischen Seminar, Herr Dr. Vossler, wird Uebungen im
mündlichen und schriftlichen Gebrauche des Italienischen
(für Hörer aller Fächer) abhalten und zwar einen Kurs für
Anfänger und einen solchen für Vorgerücktere. — Auch in
diesem Jahre werden im September und Oktober von Mit-
gliedern der Medizinischen Fakultät geleitete Ferienkurse
stattfinden, die wir später veröffentlichen werden. — In der
Stenographie werden Unterricht erteilen Herr Hauptlehrer
Zachmann im System Gabelsberger und Herr Pfarrer
Frey im Einigungs-System Stolze-Schrey; letztgenannter
Herr wird ausserdem einmal wöchentlich über „Stenogra-
phische Systematik“ lesen und im Anschlusse daran „Kurz-
sehriftliche Uebungen“ abhalten unter Zugrundelegung des
Einigungssystems Stolze-Schrey.

* *

* Spraehverein. Der hiesige Zweigverein des „Allge-
meinen Deutschen Sprachvereins“ hält am Donnerstag, den
3. Februar in der Museumswirtschaft einen Familien-
Abend ab, zu dem auch Nichtmitglieder freundlichst ein-
geladen sind. Der Vorsitzende des Vereins, Herr Professor
I >r. Wunderlich wird den Abend eröffnen mit einer Ansprache:

„Der Deutsche Sprachverein, seine Erfolge und neuen Auf-
gaben.“ JHieran werden sich Vorträge mundartliclier Dich-
tungen schliessen. Es ist zu wünschen, dass von der hier
gebotenen Gelegenheit, sich über die Ziele des Vereins zu
unterrichten, zahlreich Gebrauch gemacht werde und die
Bestrebungen des Sprachvereins in immer weitere Kreise
dringen!

Yon anderen Hochschulen.

Universitiltsprofessoren-Witwen- und Waisenpen-
sionen. Der preussische Staatshaushalt des Finanzministers
Dr. Miquel weist Forderungen für Erhöhung der Witwen-
und Waisenpensionen der preussischen ordentlichen und ausser-
ordentlichen Universitätsprofessoren auf. Künftig soll be-
ziehen die Witwe des ordentlichen Professors 1650, des
ausserordentlichen 1300 Mk., die entsprechenden Doppel-
waisenpensionen sollen sein 720 und 480 Mk., diejenigen
der einfachen Waisen 480 und 300 Mark.

Prag. Der Akademische Senat der Deutschen Uni-
versität hat gestern Abend in seiner Gesamtheit auf seine
Aemter verzichtet und hiervon dem Unterrichtsminister so-
fort telegraphische Anzeige gemacht. Die Ursache des Ver-
zichtes ist, dass die Zusage, die die Begierung den deutschen
Professoren hinsichtlich des Schutzes der deutschen Studenten
und der Gestattung des Farbentragens gemacht hatte, nicht
gehalten wurde. — Das Professorenkollegium der Deutschen
Technischen Hochschule hat beschlossen, die Vorlesungen ein-
zustellen. Die Beweggründe seien dieselben wie diejenigen,
welche den Akademischen Senat der Deutschen Universität
zum Verzicht bewogen hahen. Auf der Deutschen Univer-
sität fanden einige Vorlesungen statt, welche indessen von
den deutschen Studenten nicht besucht wurden.

-Ä-

Aus tler Oelelirten-Welt.

Berlin. Frau Dr. juris Emilie Kempin, eine Vorkäm-
pferin der Frauenrechtsbewegung, frühere Privatdozentin an
der Universität Zürich, ist in Geisteskrankheit verfallen.

Hsille a. S. Wenige Tage nach Vollendung seines
80. Lebensjahres starb am 20. Januar Professor Dr. Ernst
Taschenberg der Aeltere. der seit 1871 dem Lehrkörper der
hiesigen Universität angehörte. Taschenberg war 1818, lOten
Januar, in Naumburg a. d. Saale geboren. Sein Fach war
die Zoologie und insbesondere die Insektenkunde. Im gleichen
Fache gehört auch sein Sohn Professor Otto Taschenberg der
hiesigen Universität an.

Stockliolm. Die Akademie der Wissenschaften ernannte
den Direktor des preussischen Staatsarchivs Koser zum aus-
ländischen Mitgliede der historischen Abteilung.
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