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So wie, wenn wir von einem Manne von vorzüglichen Eigenschaften hören,
in uns die natürliche Neugierde entsteht, den Mann selbst oder wenigstens sein
Bild zu sehen: eben so geht es uns mit Kunstdenkmalen, welche das Werk ei-
nes besondern Aufwandes von intellektueller oder physischer Kraft sind. Unsere
Wifsbegierde wird dabei unwillkührlich geweckt. Ist der Gegenstand aus ferner
Zeit und Gegend, so tritt noch der Reiz des Alterthümlichen hinzu, und unsere
Forschbegierde scheint in dem Maafs zu steigen, als er sich unserm Blicke
durch die Ferne zu entziehen drohet. Ueberhaupt haben der Mensch und seine
Werke immer das meiste Anziehende für die Wifsbegierde des Menschen. Und
wie könnte es auch anders seyn? — Der Mensch kennet nichts vollkommneres
in der Natur, als seine Gattung; und in seinen Werken stellen sich ihm erst
seine ausgedehnten Fähigkeiten anschaulich dar. Daher der Beiz, den die Mei-
sterwerke der zeichnenden Künste für ihn haben: daher der Zauber, welchen

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