Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien> [Editor]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien) — 3.1885

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K. u. k. Reichs-Finanz-Archiv.

XXXV

tappissereien und anders dargelihn hat, vom gelt, so er
von kais. maj. wegen einnimbt, selbst bezahlt zu machen;
dan kais. maj. hab solh 200 gülden für denselben Aygl
in abslag seines soldes zu bezaln angenomen.
Gedenkbuch 17, f. /'.

2639 i5og Jänner 2, Antwerpen.

Der Vizthum Laurenq Saurer erhält den Auftrag,
daz er Fridrichen Jäger, hasplmeister zu Wien, des Wald-
ners haws zu Wien eingebe und daz derselb Jäger ein
stuben und cammern in dem hinderen stockh gegn der
Saylergassen auch ein kuchen und ein keller einnem
und in denselben gemächen sein wonung hab und daz
die vodern gemäch in dem haws und die ain kuchen
verspert seien und auf kais. maj. warten. Er solle auch
in dasselb haws artig malen lassen, nemlich jäger, pawrn,
hasen, hunt und ander tier, so Fridrich Jäger obgemelt
zu verwaren hat, auch ein panket von hasen und hun-
den, die mit einander tanzen, singen und ander spill
treiben und daz si die fuchs und luchs todten, zerschrot-
ten, praten und in ander weg kochen und verpanke-
tieren und ein pheifer dabei, der inen zu tanz spill,
damit des Waldners namen durch solh seltzam gemäll
vergessen und furan daz hasplhaws genant werde.

Gedenkbuch 17, f. 8'. — Ueber Waldner vgl. Reg. 2Si5 Anm.

2640 i5og Jänner 4, Antwerpen.
Iheronimusen Stocker, Sebaltn Pögls, puchsen-

schmidts am Tori, diener, dem ist aus gnaden durch
Hannsen Hawgen, mawtner im Hindernperg, I 5 guldin
reinisch verordent.

Gedenkbuch 17, f. 7.

264-1 i5og Februar 4, Brüssel.

Herrn Hannsen von Landaw ist bevolhen, daz er
Hannsen Wolfen harnasch zu Costenntz umb 20 gul-
din reinisch lose und alsdan Jorgen Stöberl uberant-
wurt; der hat deshalben weiteren bevelch.

Gedenkbuch 17, f. 37'.

2642 i5og Februar 6, Brüssel.

Kaiser Maximilian beauftragt den Aegidius Tet-
lenhaimer, Aufschlager zu Engelhards^ell, dem Grafen
Heinrich zu Hardegg für ein renndeckhn mit berlin
gestickht, so kais. maj. von ime gekauft hat, und wo-
für ihm der Kaiser noch ßooo Gulden rheinisch schulde,
1000 Gulden $11 geben.

Gedenkbuch 17, f. 26.

2643 i5og Februar 11, Brüssel.

Dem vitzthumb in Steyr ist bevolhen, daz er denen,
dabei der bischof von Laybach der kais. maj. die perlin
renndeckhen schickhn wurdet, zerung bis an kais. hof
geben soll.

Gedenkbuch 17, f. 30.

2644 iSog Februar 14, Brüssel.

Der Kammermeister Ulrich Möringer erhält den
Auftrag, daz er Steffan Menngen von Straspurg, stain-
schneider, der zu Venedig mit haws sitzt, vierzig du-
caten bezall, die ime Anthoni vom Grabenberg, Stein-
schneider, für die lernung des stainschneidens schul-
dig sei.

Gedenkbuch 17, f. 30.

2645 iSog Februar i5, Brüssel.

Die Raitkammer zu Innsbruck wird beauftragt, daz
si einem kaufman zulnnsprugk ungeverlich achzig gul-
din reinisch für stahl und zewg, so durch Cunradten
Sewsenhofer, hofplatner, zu derselbn platnerei von dem-
selbn kaufman genomen worden ist, darumb Sewsen-
hofer versprochen hat zu bezalln, verordne.

Gedenkbuch 17, f. 37.

2646 i5og Februar ij, Brüssel.

Kaiser Maximilian beauftragt den Hans Baum-
gartner, dass er seinem leibharnaschmeister Hannsen
Swerer, der dan oben zu Augspurg mit krankheit be-
laden sei, zu seiner underhaltung 40 guldin reinisch
geb, wofür ihn der Kaiser entschädigen werde.

Gedenkbuch 77, f. 32.

2647 iSog Februar 17, Brüssel.

Aegidius Tettenhaimer, Aufschläger zu Englhards-
zell, erhält den Befehl, daz er zu dem newen paw Unn-
serFrawen-, sand Cristoffl- und sant Sebastians kirchen
100 gülden reinisch geb.

Gedenkbuch 17, f. 36.

2648 i5og März 10, Mecheln.

Die kais. maj. hat herrn Paulsen von Liechtenstain
geschribn und angezaigt, ir maj. seie Pettern Porro,
burger zu Maylanndt, für etliche kostliche stuckh tap-
pissereien von golt gemacht i5oo gülden reinisch und
über dieselben für uncosten und interesse, albeg daz
jar vom hundert fünf gülden, daz sich dan 5oo gülden
reinisch lauft, daz sich zusamen 2000 gülden reinisch
lauft, schuldig; und darauf Jacobn Fugker, burger zu
Augspurg, geschriben und an ine begert, solhe suma
2000 gülden reinisch, darmit nit ferrer uncosten drauf
erwachs, demselben Porro zu bezaln. Paul von Liech-
tenstein möge nun dem Jacob Fugger beim nächsten Zu-
sammentreffen gegen Rückgabe des Schuldbriefes und
der Quittung des Peter Porro die genannte Summe aus-
zahlen und in seine Rechnung stellen.

Darauf ist Jacobn Fugker geschriben worden, dem
gemelten Pettern Porro die beruerten 2000 gülden rei-
nisch zu bezalln; so werde ime die herr Pauls von
Liechtennstain, wie obgemelt ist, widerumb vergnuegen
und in seiner raitung legen.

Gedenkbuch 17, f. 4g.

2649

i5og Mär^ 17, Dendermonde (Termundt in Flandern).

Kaiser Maximilian bestellt den Caspar Tenngl
lebenslänglich ^u seinem Büchsenmeister in Wien mit
einem Wartgeld von 5o Gulden jährlich aus dem Viz-
thumamt von Niederösterreich, uns mit dem giessen des
geschütz und von haws aus gewertig zu sein. Und als
oft er uns geschutz oder anders gewst auch puchsen-
pulfer macht, so wellen wir ine mit dem giesserlon auch
pulfermachen halten, wie wir bisheer unser puchsen-
meister und pulfermacher zu Insprugk gehalten haben.
Der Kaiser verbietet ihm auch, für Ungarn und Böhmen
Geschütze zu giessen, während er ihm dies für die nie-
derösterreichischen Lande zu thun gestattet, wenn er eben
für den Kaiser nicht beschäftigt ist.

Gedenkbuch 17, f. S4.
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