Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien> [Editor]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien) — 3.1885

Page: CLIII
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NACHTRAGE

ZU DEN IM I. BANDE DIESES JAHRBUCHES VERÖFFENTLICHTEN

URKUNDEN UND REGESTEN

AUS DEM

K. u. K. HAUS-, HOF- UND STAATS-ARCHIV IN WIEN

HERAUSGEGEBEN VON

DS- HEINRICH ZIMERMAN.

Ans{üge ans dem Sancti Christophori am Arlperg Brnederschafft Bnech.

3032

Dieser Codex, der unter den Handschriften des
k. u. k. Haus-, Hof- und Staats-Archivs die Nummer
473 trägt> wurde nach seinem heraldischen Werthe be-
reits von Ed. Gaston Grafen v. Pettenegg in der heral-
disch-genealogischen Zeitschrift des Vereines «Adler»
in Wien, i. Jahrgang 1871, p. 37—38, 46—47, 5j—5g,
75—76 und 2. Jahrgang 1872, p. 5i—54, 68—71 ein-
gehend gewürdigt. Er besteht aus306Pergamentblättern,
— Blatt 92 kommt zweimal, Blatt 25g gar nicht vor —
welche eine Höhe von 25 und eine Breite von 16 Cm.
haben, mit den Wappen und zumeist mit der Angabe
des Beitrages, welchen die Angehörigen der Bruderschaft
jährlich und nach ihrem Tode %u leisten versprochen
hatten; zuweilen ist auch das Jahr des Beitrittes beson-
ders angegeben. Hie^u kommt noch das neuere Titelblatt
und ein Blatt mit dem Titelbilde, das nach der darunter
gesetzten Bemerkung Johann Christoph v. Piaben, Hof-
secretär des Erzherzogs Leopold, im Jahre 1630 malen
Hess. Zwischen diesen beiden Blättern ist die auf zwei
Papierblättern gedruckte Lebensbeschreibung des heil.
Märtyrers Christophor eingeklebt, ebenso zwischen f. 13
und 14 sechs Papierblätter mit der von dem apostoli-
schen Notar Georg Prugger zu Innsbruck beglaubigten
Abschrift einer für die Bruderschaft erwirkten Ablassbulle
Papst Innocen^ X. «datae Romae apud sanctam Mariam
maiorem sub annulo piscatoris die undecima iulii anno
millesimo sexcentesimo quadragesimo (sie! soll heissen
1647), pontificatus nostri anno tertio» und der deutschen
Ueberset^ungderselben. Es erübrigt im Allgemeinen noch
die Bemerkung, dassf. 262, 28g—2g4, 2g6—300,302—-
306 vollständig leer gelassen sind und wahrscheinlich
späteren Eintragungen vorbehalten bleiben sollten.

Graf Pettenegg hat bereits a. a. O. p. 5g mit Recht
darauf hingewiesen, dass der Codex sich deutlich in pvei
Theile, einen älteren mit Eintragungen aus dem 14. und
i5. Jahrhundert und einen jüngeren mit solchen aus dem
16., 17. und 18. Jahrhundert, scheiden lasse, und diese
Zweitheilung mit der im Jahre 1647 erfolgten Refor-
mirung der Bruderschaft durch Christoph Reitterer in
gewiss richtigen Zusammenhang gebracht. Ebenso volle
Berechtigung haben seine Bemerkungen auf Seite 75,
dass das Buch in dieser Zeit seine gegenwärtige äussere

Form erhielt, dass man ohne Sinn und Verständniss die
früher, wie es scheint, lose gewesenen Blätter zusammen-
band und hiebei durch die Ungeschicklichkeit und Un-
kenntniss des Buchbinders viele Namen gänzlich weg-
geschnitten wurden; ebenso seine Bemerkungen über den
damals erfolgten Beitritt der ganzen er^her^oglichen
Familie der österreichisch-tirolischen Linie, sowie an-
derer Adeliger und Bürgerlicher, über den Inhalt des
Breves Papst Innocen^ X. und die schon früher der
Bruderschaft von einzelnen Kirchenfürsten ertheilten Ab-
lässe, die Grundirung einzelner Blätter mit rother, grüner
und blauer Farbe und die durch Abkratzen oder neuer-
liche Uebernialung erfolgte Tilgung einzelner Wappen.

Ergänzend und theilweise berichtigend ist dagegen
noch Folgendes zu sagen: Der Einband, in dessen vor-
derem Deckel die von Pettenegg a. a. O. p. 58 abge-
druckte Vorrede eingeklebt ist, besteht, wie bereits Böhm
im Kataloge der Handschriften des k. u. k. Haus-, Hof-
und Staats-Archivs bemerkt, aus^weistarkenHol^deckeln,
die mitrothemSammt überwogen undmitsilbernenBeschlä-
gen gegiert sind, die ihrem Style nach vollkommen dem
17. Jahrhundert entsprechen. Aus dieser Zeit rührt auch
offenbar die jetzige Foliirung der Handschrift mit ara-
bischen Ziffern, während Reste einer älteren Foliirung
mit römischen Ziffern nur mehr auf einzelnen Blättern
vorhanden sind, diese vielmehr zumeist beim Einbinden
weggeschnitten wurde. Die erste dieser noch erhaltenen
Spuren der alten Foliirung finden wir auf f. ig, alt XVIII.
Dann entspricht f.25 dem alten f.XXIIII, f. 26 — XXV,
f. 28 = XXVII, f. 39 = XXXVI]I, f. 56 = LVI, f. 5g
= L Villi, f. 74 = LXXIIII, f. 101 = CII, f. 702 = CII,

f. 103 = cii, f. in = cxii, f. 112 = cxiii, f. irj -

CXIIIIJ. 114 = CXV, f. n5 = CXV1J. ii() = cxx,
f. 120 = CXX1J. 121 = CXXII, f. 124, i25,126= cxxv,
CXXVI, CXXVIIJ. 131 = CXXXIIJ. 132 = CXXXIII,
f. 134 = CXXXIIII. Von f. 136 an stimmt die arabische
Foliirung mit der römischen, soweit letztere noch vor-
handen ist, überall überein, bis mit f. 24g die römische
überhaupt aufhört, so dass die folgenden Folien, deren
Pergament auch jünger erscheint als das der vorher-
gehenden, erst nachträglich hinzugekommen sind, wie
denn auch hier der jüngere Theil der Handschrift be-

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