Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien> [Editor]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien) — 3.1885

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URKUNDEN UND REGESTEN

AUS DEM

K. u. K. REICHS-FINANZ-ARCHIV

HERAUSGEGEBEN VON

DB. HEINRICH ZIMERMAN UND DEM K. U. K. ARCHIVSOFFICIAL FRANZ KREYCZI.i

2217 1488 . . .

Verzeichnus von konig Maxmilian des Ersten ver-
seczten und verpfendten cleinodien anno etc. 1488.

Ein schwert von einem eihnhorne scheiden mit
golt beschlagen, sampt sechs kostlichen perlein und
einem pallas. — Item ein grosser schöner schmarackt;
[der ist] formirt als ein herz, [hat ain bruch und] ist in
golt eingefast. — Item ein kolier von schonen Orienti-
schen grossen perlein; seint acht reihen, der hat ein
reihe virunddreissig perlein, [etliche mehr, etliche min-
der]. — Item einundzweinzig rosen von diamanten. —
Item vier rosen von rubinen. — [Item neun diamant-
punt.] — Item ein taffeldiamant. — Item ein grosz
saphir. — Item noch sibenzehen diamanten. — Item
mehr vier diamanten.1 — Item mehr vierunddreissig2
rubinen. — Uf diesen ermelten cleinodien stehet an
haubtsumma ausstendig 266663 fl. 40 kreuzer sampt
obangeregter zeit bis daher gebührliches interesse.

Dieses Ver\eichniss ist auf einem selbstständigen Papierzettel
einem Acte beigeheftet (Hoffinanz, Q. August 1SS2!, welcher die Ver-
handlungen über die Wiedereinlösung der genannten Kleinodien durch
Kaiser Rudolf II. enthält. Ausser diesem selbstständigen nur beige-
hefteten Zettel (A) gibt aber auch das Originalreferat der Kammer
in dieser Angelegenheil eine Abschrift (B>, welche nicht allein einzelne
Worte, sondern auch einige Stücke mehr anführt, dagegen aber auch
Manches auslässt, pudern aas Schwert statt am Anfange erst am Schlüsse
anführt. Ich habe das von ihr gegebene Plus in den Text aufge-
nommen und durch EinSchliessung in eckige Klammern gekennzeichnet.

1 Die ganze Zeile fehlt in B. — 2 B gibt die Zahl mit 3g an. —
3 Nach einer Bemerkung des Originalreferates betrug die ursprüng-
liche Pfandsumme 22.000 Gulden, die Interessen von 1488 bis 1S82
ru 5 Procent 103.400 Gulden, von welch' letaleren dann der grösste
Theil nachgelassen werden mussie.

2218 i4g6 März 12, Donauwörth.

König Maximilian gibt den Auftrag, seinem ge-
treuen Jorgen Helmschmidt 100 Gulden rheinisch aus-
zuzahlen, darfur er uns helmlin und grosse rossgestirn,
jedes für halben tail desselben gelts machen, auch fünf-
zig guldin reinisch zu paw ainer mule, daran er har-
nisch schleifen soll, anzuweisen und ihm ausserdem bis
auf Weiteres jährlich ein Dreiling Wein, 2 Mut Korn
und 2 Mut Hafer auszufolgen. — Geben zu Swebischen-
Werde am sambstag vor dem sontag Letare mitte der
vasten anno etc. 1496, unsers reichs des Romischen im
ailften und des Hungrischen im sechsten jaren.

Gedenkbuch Kaiser Maximilians 1 folim D. 44! f. 85 mit der
gleichzeitigen Randbemerkung: ist gestorben.

2219 1496 October 10.

König Maximilian ernennt seinen Goldschmied
Lucas Sybnburger zu seinem zimenter, beauftragt ihn, in
Gemeinschaft mit zwei jeweiligbeizustellenden Geschwor-
nen in allen seinen Landen alle gewicht, wein- und ander
mass, ein und anders, das in solchen handel gehört,
ZU prüfen, für falsche Masse und Gewichte Strafen zu
verhängen, und setzt auf Widersetzlichkeit gegen dessen
Anordnungen eine Strafe von 10 Mark. — Geben am
montag vor sant Colmans tag nach Cristi gepurt 1496,
unsers reichs des Romischen im 11. und des Hungri-
schen im sibenden jaren.

Gedenkbuch j, f. 4—4'.

2220 1497 December ig.

König Maximilian gibt den Auftrag, seinem Büch-
senmeister Michel alle wuchen ain pfunt pfennig von-
wegen unsers pawmaisterampts, so man ime und andern
das pfunt pfenning vormal auch geben hat, mitsampt
seim aussteenden sold zu bezahlen. — Geben am erih-
tag vor sant Thomas tag des heiligen zwelfpotten anno
etc. 1497, unsers reichs des Romischen im 12.

Gedenkbuch 1, f. 82'.

2221 1498 Februar 14.

Collardt, bogenmacher us dem Niderlannd, so et-
liche jar mitsampt seinem sun der kgl. maj. gedient,
fliezen und langeschoss zw Ynsprugk und im hof ge-
macht, ist gänzlich geurlobt. Der hat ingeben ain rech-
nung, darinn im die kgl. maj. seines bedunkens ain
merklich sum schuldig solt sein. Doch so haben sich
die herrn der hofeamer mit wissn und concent der kgl.
maj. mit dem genannten Collart vertragen, dermass das
ime geordent sind hundert gülden reinisch bei dem
pfenningmaister für all sein schuld, sold und lifergelt
und sein spruch, so er und sein sun bis uf den hew-
tigen tag zw der kgl. maj. haben möchten.

Gedenkbuch 4, f. 2.

2222 1498 Februar 21.

Uf bevelh der kgl. maj. haben die herrn von der
hofeamer maister Gorigen, buchsenmaister, uf sein

i Die Regesten Nr. 2217 bis Nr. 2ßgo wurden von dem Ersteren, die folgenden von dem Letzteren bearbeitet.
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