Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien> [Hrsg.]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien) — 3.1885

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K. u. k. Reichs-Finanz-Archiv.

LXXXI

2950 i52g December ßi, Linz-

König Ferdinand bestätigt dem Landeshauptmann
von Steiermark, Sigmund von Dietrichstein, dass er nach-
folgende Werthsachen aus dem Schatzgewölbe ^u Graz
auf seinen Befehl nach Wien abgeliefert habe: Ain schall
von jaspis, — ain schon plab perlein messgwant, —
ainen rotn scharlachen alten rokh aines alten priester
sand Jorgen ordens, — ain stukh rot rauch gülden
tuech, — ain stugkhl rot und guidein tuech, — ain
drumbl rotten damaskh mit guidein pluemben, — vier
damaskhane weisse stukh mit guidein pluemben und
zwo verpetschaft scatl mit perlein.

Gedenkbuch 32, f. 248—248'.

2951 i5ß0 Jänner 1, Lin^.

König Ferdinand schreibt an die Kammer in Oester-
reich :

Nachdem vill schöner und costlicher messgwant
und ornat uns zuegehörig zu Wienn in unser burkh
sein, haben wir furgenomen, dieselben an unsern hoff
bringen zu lassen, und emphelchen euch darauf mit
ernst, das ir alle messgwant und ornat, so in unser
purkh zu Wienn sein, ausserhalb der, so bei unser Ca-
pellen daselbs bisher gebraucht worden und man furan
zu den ambtern der heiligen mess zu geprauchen not-
turftig sein wirdet, der ir dann alda ain benuegen las-
sen sollet, uns an unsern hoff wol bewart, wie ir zu
thuenwisst, zumallerfurderlichisten schikhet und solchs
nit underlasset.

Gedenkbuch 36, f. 2.

2952 i5ß0 März 1, Prag.

König Ferdinand bestellt den Wolfgangen Spiritus
von Clemaun in ansehung seiner schickhligkhait und
khunst, damit er uns beruembt wirdet, bis auf Weiteres
%u seinem Baumeister mit der Verpflichtung, sich auf
seinen oder der niederösterreichischen Kammer Befehl
allenthalben zu den gepewen, wo die nodtorft ervordern
und ime bevolhen wirdet, guetwillig geprauchen lassen,
die notwendigen gepew nach seinem pesten verstand
besichten und, wie oder was gstalt die am nuczlichisten
zu bevestigung und anderer nodtorft gepaut und zuege-
richt mugen werden, Ordnung geben und ratslahen und
alle seine Pflichten getreu erfüllen %u wollen. Hiefür
werden ihm als Besoldung und zur Unterhaltung zweier
Pferde monatlich 20 Gulden rheinisch, also jährlich
240 Gulden aus dem niederösterreichischen Kammer-
meisteramt zugesichert.

Geben in unserem königlichen sloss Prag am ersten
tag des monats marcii anno etc. im 1530., unserer rei-
che im vierten.

Gedenkbuch 33, f. 63.

2953 i5ßO September 5, Wien.

Veit Zollner, königlicher Rath und niederösterrei-
chischer Kammermeister, erhält den Auftrag, dem mai-
ster Jörg de Spatio, kgl. maj. pawmaister, der heraus

(Fortsei^

in die Newstat gefordert und ime von haimb aus auch
widerumben hinein ze ziehen und daz er etlich tag bei
der arbait hie und in der Newstat still gelegen, daz
alles sechzig tag pringt, ainen jeden tag für zerung und
lifergelt zwainzig kreizer ze raiten, daran man ime aber
noch über daz, so er vom ambtman zu Maräna em-
phangen, schuldig beliben benäntlichen sechs guldin
reinisch vier Schilling phenning, diese Schuld gegen
Quittung zu befahlen.

Gedenkbuch 35, f. 44'.

2954 i5ß0 November iß, Augsburg.

König Ferdinand verpfändet dem Er^bischof Al-
brecht von Mainz und Magdeburg, Cardinalpriester ti-
tuli sancti Petri ad vincula, Primas und Administrator
Zu Halberstadt, deutschen Erzkan^ler, Churfürsten und
Markgrafen %u Brandenburg, da er an seiner Pension,
die ihm vom Kaiser in den Niederlanden verschrieben
und bis zum 1. Mai gezahlt wurde, seither einen Aus-
stand von 4000 Gulden rheinisch ä i5 Batten zu fordern
habe, die nachbenannten Kleinodien:

Ain clains guldens kreuz, hat kain fues, das vor-
der tail ist versatzt mit ainem grossen vorderschonen
schmaragd, vier pallas, ain saphir, sechs klain diemant-
tafeln, darzwischen vierundzwainzig grosse perlen, we-
get zwo markht siben lot; ■— ain guldin hafte], hat
zwo diemantrosen, zwen pallas, in der mit ain drackhen
geschmelzt, hat an der prust ain perlenknorren, des
drackhn zungen ist ain prasin, die äugen von zwaien
diemantpuntlen, oberhalb des drackhen zwelf schmarag-
del, sibenzehen rubindl, dreiunddreissig perlen, unden
am heftel vier gehengel, darinnen versetzt vier diemant-
pundl, vier rubinkorendl, acht schmaragdle, zwainzig
perl, wigt ain markh siben lot vierthalb quintl; — ain
guldin halspant, geschmelzt mit weis, hat vier saphir,
vier palas, ainunddreissig perl, wigt zwo markh sechs
lot vierthalb quintn; — ain heftel mit ainem schonen
grossen schmaragd und ainem diemantpunt, drei palas,
vier grosser perl mit vier gülden geschmelzten drech-
lain, wigt siben lot ain sechzehentail; — mer ain heft-
lein mit zwaien weisen geschmelzten vögelin, under-
halb ain saphir, oben ain pawm mit sechzehen rubin,
newnundzwainzig perl, wigt aidlif lot anderthalben
quintn; — mer ain heftel mit vier rubinkorner, drei
diemantschilt, wigt zwai lot drei quintn ein sech-
zehentail; — ain creuzel, hat in der mit ain rubintafel,
darneben zwo diemanttafel, oben ain diemanttafel, ist
rautet geschnitten, unden ain diemantpunt, unden und
oben zwen rubinkorn und drei schmaragden und fünf
perl, wegen zwai lot vierthalben quintl, — alles Nueren-
berger gewicht.

Sollten ihn in Jahresfrist die 4000 Gulden rhei-
nisch nicht zugestellt werden, dann könne er die ange-
zeigten Kleinodien als erkauftes Eigenthum behalten, im
entgegengesetzten Falle habe er jedoch dieselben zu Hän-
den des Königs Ferdinand herauszugeben.

Gedenkbuch 36, f. 320—320'.
lS folg*-)

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