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Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien> [Editor]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien) — 10.1889

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Petz, Hans: Urkunden und Regesten aus dem königlichen Kreisarchiv zu Nürnberg
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https://doi.org/10.11588/diglit.5753#0027
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XXII

Königliches Kreisarchiv zu Nürnberg.

5700 145$ August 28, Gra$.

Kaiser Friedrich III. schreibt den ersamen burger-
maister und ratte der stat zu Nurmberg . . .:

Ersamen lieben getreuen! Wir haben unserm ge-
treuen Jorigcn Derrer, eurem ratzgesellen zu Nurmberg,
dise nachgeschriben brief, nemlich ein quittbrief der
erung, so uns die judischeit, bei euch zu Nurmberg won-
haftig und gesessen, nach unsrer kaiserlichen kronung
schuldig sind zu geben, inhaltunde auch unser kaiserlich
bestettungbrief irer freiheit, und dabei auch ein gebot-
brief von irer schuld wegen und ain furderbrief an den
bapst vonwegen einer bulle, die sein heiligkait derselben
judischeit durch unserr bete willen geben sol, und auch
dabei ein beredzettel zwuschen unser und unserm ge-
treuen Lucasen Kempnater, als ir das alles wol sehen
werdet, hie zu Grctz bevolhen und ubergeantwurt, die
furbasser euch von unsern wegen ze antwurten und hin-
der euch niderzelegen. Dorumb so emphclhen wir euch
mit disem brief ernstlich begerende, das ir die 4600 gui-
dein reinisch, in der gemelten beredzettel begriffen, von
der vorgenanten judischeit zu unsern handen ervordert
und einnemet und, wann die benant judischeit euch die
also eingeantwurt und bezallt hat nach laut der gemel-
ten berednuss, alsdann dieselben 4600 gülden Lucasen
Kempnater vorgenant oder wem er das mit seinen besi-
gelten briefen an seiner stat bevilhet von unsern wegen
und an unsrer stat förderlich antwurtet und bezalet an
der geltschuld, die wir im dann schuldig sein, doch also,
das ir das kreuz, so Hanns Schnitzer uns gemacht hat,
das dann der cgenant Lucass uns von demselben
Schnitzer müssig und ledig machen sol, daentgegen zu
unsern handen emphahet und darzu von dem benanten
Lucasen von der egenanten summ der 4600 guidein
wegen sein quittung nemet auch zu unsern handen nach
notdurft und sonderlich darob seit mit fleiss, daz die
tausent guidein, so Hanns Schnitzer umb sein arbeit
und darlegen an dem gemelten kreuz vom Lucasen
Kempnater vordert, von der vorgenanten judischeit an
der egenanten summ der 4600 guidein reinisch inner
acht oder zehen tagen, nachdem und euch diser unser
brief geantwurt wirdet, bezallt werden, und das kreuz,
als vorstet, darauf zu unsern handen von im einnemet
und emphahet, solichs dann der benant Lucass durch
sein schrift also zu gescheen gegen dem benanten
Schnitzer auch bestellen sol; wer es auch, das euch die
tausent guidein vonwegen des kreuz, als jetz gemelt ist,
vor dem und ee dann der hochgeboren unser lieber
oheim und furste, marggraf Albrechtt von Brandemburg,
sich am nächsten herab zu uns fuget, von den egenan-
ten juden bezallt und das kreuz also ubergeantwurt
wurde, alsdann gegen demselben unserm lieben öheim
eurn fleiss tut und von unsern wegen an in begeret, sich
desselben kreuz zu beladen und das mitsampt Jacoben
Guideinmund, der dabei sein sol, in seinem scherme wol
versorgt zu unser selbs handen mit im pringe und, ob
er sich des also verfachet, im das darauf auch uberant-
wurtet, uns das zu unser selbs handen ze pringen, do-
rumb wir dann demselben marggraf Albrechtcn jetz auch
in sunderhait schreiben, sich des uns zu gevallen also
zu verfallen mit im ze pringen; denselben brief wir euch
auch hiemit senden, im den darauf von unsern wegen
zu antwurten. Und wellet auch solich vorgemelt unser
kaiserlich brief, wie wir die vonwegen und zu furderung

der vorgenanten judischeit euch hie mit einander sen-
den, keinen von handen geben sunder alle bei einander
behalten, biss das si uns die vorgemelten 4600 guidein
reinisch in massen, als vor geschriben stet, ausgericht
und bezalt; und wann si das also getan haben, alsdann
in die zu iren handen einantwurtet und in solicher mass,
daz si euch glubd und gute sicherhait tun, die ir von
unsern wegen auch von in nemen sollet, ob solich bulle,
dorumb wir jetz unserm heiligen vatter dem babst von
iren wegen schreiben, einen furgang gewinne, das st
dann uns die 5oo gülden, als unser und des reichs ge-
treuer Niclass Muffel vormals mit uns von iren wegen
dorumb getaidingt und abgeredt hat, darnach auch för-
derlich ausrichten und bezalen. Und wellet in dem allen
tun. als wir des ein gut getrauen zu euch haben. Daran
erzaigt ir uns ein besunder danknem und gut wolge-
vallen. — Geben zu Gretz an sand Augusteins tag un-
sers kaiserthumbs im andern jare.

Ad mandatum domini imperatoris Vlricus Weltzli.

Orig. Pap. mit rückwärts aufgedrücktem kaiserlichem Secret-
titgtl, Urft. V 86 2, Bd. 1, Nr. 154.

5701 1453 September »5.

Der Nürnberger Rath schreibt dem Romischen
keiser:

Allerdurchleuchtigister fürst etc.! Allergnedigister
herre! Als euer keiserlich gnade unter anderm uns ge-
schriben hat von des creuz wegen auf meinung, so sich
der hochgeborn fürst, unser gnediger herre, marggrave
Albrecht von Branndemburg etc., schierst zu euern
gnaden fugen werde, das wir dann sein gnade darinne
ersuchen und bitten solten, sich mit demselben creuz
zu beladen, das furter euer keiserlichen majestat zu
uberantwurten, inmassen dieselb euer keiserlich maje-
stat demselben unserm herren von Branndemburg in
sunderheit darumb geschriben habe; und wiewol nu
sein gnade desshalben euer keiserlich briefe, sich des
creuz, so vor gemelt ist, zu underwinden, geantwurt
und darumb ersucht ist, hat sich doch sein gnade damit
nit wollen beladen, villicht umb Ursache willen, so wir
vermeinen euer keiserlich durchleuchtikeit von im ge-
schriben etc. Und wann nu Hanns Schnitzer und Jacob
Güldinmundel solich creuz zu euer grosmechtikeit han-
den uns uberantwurt haben und dasselb creuz scr zier-
lich, vast costlich und hoch geachtet, ist nach gestalt
der leuft not und geburlich, durch euer keiserlich gnade
zu versorgen, wie das denselben euern gnaden sicher
mug zu handen geantwurt und zugefugt werden; und
darumb, wem euer keiserlich gnade durch euer gescheft
und heissbriefe gerucht zu befelhen, dasselb creuz bei
uns aufzunemen und im das in namen und anstat euer
gnaden zu uberantwurten, sein wir unsersteils wol bil-
lich ganz willig und gehorsam. Dann von der andern
stuk wegen, in dem gemelten euer gnaden briefe be-
griffen, die judischeit bei uns auch Laucas (!) Kcmp-
naters bezalung antreffent etc., hat dieselb judischeit
meister Mertin Meyr, unserm licenciaten, underrichtung
geben, euer keiserlich majestat gelegenheit derselben
sachen zu underscheiden. Denne wamit wir euer keiser-
lichen gnaden, die got der almechtig in glukseligem
wesen lang zeit geruch zu fristen und zu bewarn, zu
dienst und beheglichem wolgefallen komen mochten,
wem wir allezeit willig und bereit. — Datum III3 post
Mathei apostoli (anno etc. 1453).

Briefb. XXIV, Fol. 48'. - Vgl. Reg. 5700.
 
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