Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien> [Editor]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien) — 22.1901

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GIULIO ROMANO UND DAS CLASSISCHE ALTERTHUM

von

Hermann Dollmayr,

herausgegeben von

Franz Wickhoff.

Vorrede des Herausgebers.





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ermann Dollmayr hat diese Arbeit im Frühling 1888 der philosophischen Fa-
cultät in Wien als Dissertation eingereicht und auf Grund ihrer den Doctorgrad
erworben. Sie galt ihm, als er sie vollendet hatte, nur als das Stück einer aus-
gedehnten Arbeit, die er der Schule Raffaels widmen wollte. Er hatte daher mit
ihrem Drucke zurückgehalten und sich an die Ausführung der Jugendperiode
Giulios und seiner Mitschüler gemacht, die in seinem Werke »Raffaels Werk-

stätte« gedruckt vorliegt.

Für Francesco Pennis, für Pierinos del Vaga, für Giovannis da Udine und Polidoros weitere
Schicksale und Werke hat er gesammelt und geforscht, aber die Arbeit, als er sich den niederländischen
Studien zuwandte, nicht weitergeführt. Nur dieser Theil über Giulio Romano, dessen Werke er auch
noch nach anderen Richtungen hin untersuchen wollte, liegt vollendet vor. Es war seine Absicht
gewesen, diese Studien über Raffaels Schule mit einer Schilderung ihrer Wirkung auf die späteren
Perioden der Kunst abzuschliessen. Das heisst, ein letzter Theil sollte die Stiche nach Raffael und
nach seinen Schülern versammeln und ihre Wirkung nachweisen. Wie sorgfältig er schon bei Giulio
Romano bestrebt war, die Stiche nach ihm heranzuziehen, zeigt diese Arbeit.

Ich habe nichts an ihr geändert, als dass ich einzelne geringe Flüchtigkeiten, wie sie bei einer
Jugendarbeit vorkommen, getilgt oder stillschweigend berichtigt habe. Der leichteren Uebersicht wegen
habe ich eine Eintheilung in Capitel vorgenommen und Capitelüberschriften hinzugefügt.

Mein Freund, Dr. Heinrich Zimmermann, der Redacteur dieses Jahrbuches, und ich glaubten bei
der Auswahl von Abbildungen, die wir beigaben, den Intentionen Dollmayrs am besten zu entsprechen,
wenn wir ausser einer Zeichnung des Künstlers, um seine Hand zu weisen, alte Stiche und Zeich-
nungen nach Giulio Romano dafür auswählten, um so, während wir seinen Stil veranschaulichen, zu-
gleich auf die Geschichte seiner Wirkung hinzudeuten. Wir haben sie darum absichtlich aus ver-
schiedenen Schulen gewählt, haben Mantuaner, Venetianer und Deutsche vertreten sein lassen.

Neue Literatur über die hier behandelten Fragen ist in den abgelaufenen i3 Jahren nicht er-
schienen. Eigene Beobachtungen wollte ich nicht beifügen, um nicht den einheitlichen Charakter der
Arbeit zu stören.
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