Journal für die Baukunst: in zwanglosen Heften — 29.1850

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9.
Über die Porm der Spitzen einzurammender Pfahle.
(Von dem Herrn Wegebaumeister zu Lauenburg in Pommern.)

W^enn es nur darauf ankommt, ein Loch in einer dünnen Wand zu
machen, ist offenbar die pyramidaie oder kegelförmige Spitze die beste. Für
Pfähle, die in die Erde eingerammt werden soiien, ist aber der Einftufs zu
untersuchen, weichen die Form der Spitze auf das Wegdrängen und Zu-
sammenpressen der den Pfahi umgebenden Erde hat.
Giebt man einem Pfahie am Stamm-Ende eine kegeiförmige Spitze und
rammt ihn in die Erde, so kommt es vorzugsweise auf das Wegdrängen
und Zusammenpressen der Erde durch das Rammen an;
die iängs der Pfahiwände ist weniger bedeutend.
Nimmt man nun an, dafs die Erde rings um die Spitze bis zu einer
Breite & zusammengeprefst werden mufs, so iäfst sich der körperiiche Inhait
dieses zusammengeprefsten Raums, oder der Querschnitt desselben, auf foigende
Weise annähernd bestimmen. Die Spitze habe, in der Mitte ihrer Länge, den
Durchmesser r, so ist die Fiäche des Querschnitts der comprimirten Erde, mit
Einschiufs des Pfahis,
1. jP -
Je gröfser, unter übrigens gleichen Umständen, diese Fiäche ist, je weniger
wird die Erde zusammengedrängt, und leistet daher beim Rammen weniger
Widerstand.
Giebt man demselben Pfahl nicht eine Spitze, sondern eine
von gleicher Länge (wie gewöhnlich vom Dreifachen der Dicke des Pfahls),
so dafs er nur von Seiten glatt behauen wird, so ist in der Mitte
der Länge dieser Schärfe die Fläche des Querschnitts der comprimirten
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