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Karl-und-Faber-Kunst- und -Literaturantiquariat <München> [Editor]
Bibliophile Kostbarkeiten a. d. Bibliothek d. Augsburger Patriziers Marcus Fugger und Beiträge aus anderem Besitz (Band 2): Illum. Pergament-Manuscripte, Incunabula, Holzschnittbücher und seltene Drucke des 16. Jahrhunderts in kostbaren Einbänden, Musik, Maturwissenschaften u. Medizin, Geschichte und Geographie (Americana), Kolorierte Schweizer Ansichten: 6. und 7. November 1933 (Katalog Nr. 8) — München, 1933

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.8615#0017
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I; Illum. Pgt.-Manuscripte

L

ILLUMIN. PERGAMENT-MANUSCRIPTE
(14. UND 15. JAHRHUNDERT)

1 Antiphonarium. Pergamenthandschrift süddeutscher Provenienz aus dem 15.
Jahrhundert, in sehr sorgfältiger großer Missalschrift geschrieben, mit je 7
Notenzeilen (auf 4 Linien) für die Textseite. Mit einer Prunkbordüre auf
der ersten Textseite, die vier Blattränder füllend: zwischen reichem Blumen-
rankenwerk in den Eckfeldern Maria mit Kind, Christus am Kreuz mit Maria
und Johannes sowie der Schmerzensmann, dazwischen musizierende Engel,
links oben große Prunk-Initiale A, das Ganze reich in Gold und Farben aus-
geführt. Ferner 38 große, außerordentlich fein ornamentierte Initialen im Text,
sämtlich reich in Gold und Farben gemalt, sowie Hunderte von figürlichen
und ornamentalen Initialen in Farben sowie Randgrotesken. 346 Bll. Groß-
Folio. (41:58 cm). Orig.-Holzdeckelband mit Schaflederbezug und 10 schwe-
ren Beschlägen aus Gelbguß sowie 2 übergreifenden Schließen.

Prachtvolle kirchliche Musikhandschrift, vermutlich für eine süddeutsche Diöcese, von einem erstklassi-
gen Miniaturenmaler hergestellt, der in der Ausschmückung der Zierbuchstaben eine seltene Phantasie
hat walten lassen (Ranken u. Grotesken mit Köpfen, Tieren, Fabelwesen etc.), Die verwendeten Farben
sind ebenso wie das gehöhte Gold heute noch von unerhörter Leuchtkraft,

Als ein Meisterwerk gotischer Buchbindekunst repräsentiert sich der monumentale Einband mit dem
schönen lOteiligen Beschläge,

— S. Abb. Tai. I! —

2 Horae Beatae Mariae Virginis ad Usum cujusdam Diocesis Franciae. Perga-
menthandschrift französischer Provenienz vom Ende des 15. Jahrhunderts,
in schöner gotischer Minuskel geschrieben. Mit 13 blattgroßen, von Bordüren
umrahmten Miniaturen, 150 Rankenbordüren an der Längsseite des Tex-
tes sowie 6 dreiseitigen Bordüren und Hunderten von Zierinitialen und Zeilen-
füllungen, sämtlich in Gold und Farben. 188 Bll. 8°. (12,6:18 cm). Roter
französischer Maroquin-Einband des 18. Jhdts. mit reicher Goldpressung auf
Deckeln und Rücken. Goldschnitt.

Äußerst reich illuminiertes Li vre d'heurcs in sehr gutem Erhaltungszustand. Die fein ausgeführten und
stilistisch interessanten Miniaturen stellen der Reihe nach folgende Szenen dar:

Fol. 14r St. Johannes auf Patmos.

Fol. 38r Verkündigung Mariae.

Fol. 62r Judaskuss.

Fol. 71r Christus vor Kaiphas.

Fol. 79r Kreuzannagelung.

Fol. 84r Golgatha-Szene.

Fol. 88r Kreuzabnahme.

Fol. 93v Grablegung.

Fol. 95r Auferstehung.

Fol. lOlr König David in Landschaft knieend.
Fol. 127r Totenofficium.

Fol, 159r Maria m. Kind erscheint der Hl. Katharina.

Fol. 176r Kniccnder Kardinal vor einem Gebetpult, über dem Gottvater erscheint.
Auf dem unbeschriebenen ersten Blatt steht ein zeitgenössischer Besitzvermerk: ,,Jehan de La Lauze".
Auf dem letzten unbeschriebenen Blatt ist ein Einblattholzschnitt a. d. Anfang d. XVI. Jhdt, (Christus-
kind mit den Marterwerkzeugen in Blumenbordüre) eingeklebt.

— S. Abb. Taf. II!

Karl & Faber, Antiquariat, München 2 NW, Karolinenplatz 1
 
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