Kindler von Knobloch, Julius ; Badische Historische Kommission [Hrsg.]
Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 1): A - Ha — Heidelberg, 1898

Seite: 433
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von Gerliton — Herren von GeroldsecL

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von Gerlikon.

Ton Gerlikon. Ein adeliges Dienstmannen-Geschlecht der Abtei Reichenau. Heinricus de G.,
reetor ecclesiae de Luzaco, Z. Urk. Reichenau 1267. Ludwig v. G. Schiedsrichter 1282. G. de
Geirlinkoven Z. 1283. Das Wappen zeigt (entgegen der nebenstehenden Zeichnung)
in ^ einen s. Dreizack.

Herren von Geroldseek. Zu beiden Seiten des Rheins, in der Höhe von
Straßburg, liegen die Schlösser Geroldseck, die Sitze edler Herrengeschlechter; auf
dem linken Ufer bei Zabern Groß- und Klein-Geroldseck, die Stammburgen der um
1390 erloschenen Herren von Geroldseck am Wasichen, deren Namen und Wappen
an die noch blühenden Freiherren von Wangen überging; auf dem rechten Rhein-
ufer bei Lahr liegt die stolze Ruine des Schlosses Hohen-Geroldseok. Daß beide
Geschlechter trotz der Nähe ihrer Stammburgen und trotz des gleichen Namens
eines genieinsamen Stammes gewesen seien, wie E. Lehr (La seigneurie de Hohen-
Geroldseck, Straßburg 1869) vermuthet, erscheint mir nicht wahrscheinlich. Immer-
hin folge ich von den verschiedenen Entwürfen zu der Genealogie der Dynasten von Hohen-Geroldseck
(von Reichardt, Huebner, Grote, Ruppert, Maurer u. A.) dem von ihm gegebenen in großen Zügen auf
den Seite 434 u. 435 gegebenen Stammtafeln. In dieselben würden u. A. noch einzureihen sein: Nobilis
domina Aguesa de Gerolzegg, f 1335. 23. 12., begraben im Kloster Thennenbach, uxor dni. Heiurici
de Triberg; Margaretha v. G., 1342, 1357 Aebtissin von Erstein, deren ogivales Siegel den Balkenschild
zeigt; Uta, Tochter Heinrichs Herren v. H.-G. und der Agnes Gräfin von Veldenz, Gemahlin des 1395
f Wilhelm von Hirnheim. Von der Ausstattung einer Stammtafel der Herren von Geroldseck zu Sulz
nehme ich Abstand; auch die Stammtafeln der übrigen Linien des Geschlechts sind in den älteren
Generationen durchaus nicht einwandfrei.

Das Wappen zeigt in'G. einen r. Balken; zwei Helme:
1) gekrönt: ein r. Spitzhut mit g. Knopfe, darauf drei Pfauen-
federn; 2) ein g. gekleideter Jungfrauenrumpf, statt der Arme
zwei g. Hörner mit r. Binde; Hd.: r. g. (Aelterer Wappen-
codex zu Donaueschingen, fol. 27 a u. a. 0.). Das Siegel des
Dnus. Walterus de Gerolzecke 1253, 1262: S. WALTERE
DNI. DE. GEROTZISECKE. und das Reitersiegel seines
Sohnes Heinrich 1266: SIGILLVM. HEINRICL DE. GE-
ROLTSECKE. zeigen im Schilde den Balken, auf dem Helme
zwei außen kammartig besetzte Hörner. Herr Hermann von
Gerolzeg führt 1256 nur den Schild: f S. HERMANN! DE.
GEROLTSECKE; desgleichen Herr Walter 1292, 1307:
t S. WALTHEI. IVNIORIS. DE. GEROLTSEGGE. Graf
Heinrich Herr von Veldentze, Bruder des Herrn Hesso von
Uesenberg, 1292, 1293 trägt im Reitersiegel auf dem Helme
eine Mitra: f S. HEINR.....GEROTSECKE. Der Straß-
burger Domherr Hermann führt 1307 einen gespaltenen
Schild, vorn ein Balken, hinten eine stehende Jungfrau, in
der erhobenen Rechten eine Lilie haltend: .... MAN
• . . . OLTSECKE. CAN. ARG. Falls die hintere Schildes-
hälfte dag Wappen der Mutter darstellt, dürfte diese eine

Gräfin von Kirchberg gewesen sein. Walter von Geroltzegk der Alte, Herr zu Lare, 1337: S. WALTHERI.
DNI. DE. GEROLZEG. führte auf dem Helme einen Jungfrauenrumpf mit Hörnern statt der Arme,
und desgleichen, jedoch die Brust der Jungfrau mit dem Balkenschilde belegt: Junker Heinrich von
Geroltzegke, Herr zu Lare, 1370, 1371: S. HEINR. DE. GEROLTZECKE. DOMINVS. I. LORE.
Georg von Geroltzegk, Herr zu Lare, 1443, führt auf dem Helme einen mit dem Balken belegten
Flügel. Walter Herr zu Geroltzecke, Herrn Hermanns v. G. sei. Sohn, führt 1317 (Fürstenberg.
U. B. V., pag. 343) im Schilde einen Thier-(Reh?) Kopf: f S.....R. MILITIS. D'. TIER . . . RC.

Die Herren von Geroldseck hatten ihre eigenen Truchsessen, die Truchsessen von Geroldseck (siehe
diesen Artikel), und zählten zu ihren Lehensleuten fast den gesammten Adel ihrer Gegend.

Schließlich seien noch einige Bastarde des Dynastengeschlechts erwähnt. Ueber den unehelichen
Bruder Herrn Diebold's I von Hohen-Geroldseck, den Junker Hans von Geroldseck gen. von Tutenstein,
siehe den Artikel von Dautenstein, Seite 201. Hans kommt zuerst 1429 mit seiner Gattin Ursel
von Tutenstein vor und wurde 1452 durch Vermittelung der Stadt Straßburg mit dem Grafen Heinrich
von Fuerstenberg wegen Gefangennahme eines Wolfacher Bürgers versöhnt. Die Brüder Hans und
Heinrich v. G., Edelknechte, sagten 1449 der Stadt Nürnberg wegen des Markgrafen Alhrecht von

Oberbad. Geschlechterbuch. 55

von Hoheu-Geroldseck.
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