Kindler von Knobloch, Julius ; Badische Historische Kommission [Hrsg.]
Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 2): He - Lysser — Heidelberg, 1905

Blatt: 89
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von Hohengeroldseck — von Hohenheim gen. Bombast.

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ihre Tochter Margaretha verkauften Aecker im Banne von Hausen 1314; Z.: Bürgi v. H. Burchli v. H.
und seine Gattin Elsbeth kommen auch im Necrolog der Johanniter in Neuenburg vor. Johans von
Hohenfirst, der «snider» in Neuenburg 1320. Heinrich Hohenfirst 1377, Heinrich H.-Blenckli 1378
des Raths in Freiburg. Berthold Hohenvirst, Bürger in Freiburg 1415, 1426, führte im Schilde einen
aufgerichteten Löwen; seine Gattin Else von Keppenbach 1423. Clara v. H., verm. von Ura. (Necrolog
Günthersthal.)

II) Die von Hohenfirst zu Neuenburg erwarben im Elsaß Vorderösterreichische Lehen, das halbe
Schloß Illzach, Dorf Fontanell u. s. w. Hans v. H. verkaufte um die Mitte des 14. Jahrhunderts an
Hans von Falkenstein das Bruderhaider Thal in der Gemeinde Hinterzarten. Die Stammtafel auf
Seite 88 gibt die Genealogie des Geschlechts. Herr Ernst Meininger, Directeur-Gerant de l'Express in
Mülhausen, hat mich durch Mittheilung der Kirchenbuch-Auszüge

von Illzach freundlichst unterstüzt.
Caspar v. H., f 1613, hatte von Ur-
(f^lPt sula Baer einen unehelichen Sohn

Jjy^ßir Johann Caspar, getauft Illzach

0\ J M 1604. 2. 2., welcher jung ver-

sterben zu sein scheint. Wappen,
0 (^^^^^^p^^^fe. w^e es Paulus und Hemmann v. H.
§ ^^^^^^s^3if:^? schon 1370 führten: In B. ein mit

H^^H^^^^^^^^A^ _ drei £• besamten r. Rosen belegter
ZJ^MIjM IP< :■ §• Sparren; H.: ein am Rücken

m^ ^re^ r- P°sen besetztes g. Büffel-
^^>^^^^^^^^^^^ horn mit r. Schnur; Hd.: b. g.

'^fl (Codex Bueheler, fol. 217 a; jüng.
^Jk Donaueschinger Codex, fol. 132a;
' J}^ im jüngeren Miltenberger Codex,
fol. 229 a, Hd.: r. g.) Weitere Va-
W $ \ / • "v/v" rianten: das Feld g., Sparren b.,

, S Rosen s.; H.: ein b. Horn mit s.

von Hohenfirst. Rosen Und g. Schnur; Hd.: b. S. von Hohenfirst.

(Grünenberg, fol. 180b) oder: H.:
das Horn g., Rosen und Schnur s., Hd.: b. g. (Codex Stadion, pag. 260.) In S. ein mit drei g. be-
samten r. Rosen belegter b. Sparren; auf dem Helme ruht ein schräggestelltes, mit drei r. Rosen besetztes
s. Jagdhorn mit b. Schnur; Hd.: b. s. (Wappenbuch der Stadt-Bibliothek Colmar, fol. 114.)
von Hohengeroldseck siehe von Geroldseck.

Hohenhauser. Der Hofkammerrath Ulrich Hochenhauser empfing 1580 als Vorderösterreichisches
Lehen 10 Mark Silbers auf der Stadtsteuer von Endingen, verkaufte dieses Lehen aber noch im selben
Jahre an Georg von Venningen.

YOii Hohenheim gen. Bombast. Hohenheim oder Groß-Hohenheim im Württ. O.-A. Stuttgart
ist der Stammsitz des auch in der Badischen Geschichte vielgenannten Schwäbischen Adelsgeschlechtes.
Egilolf v. H. vergabte um 1120 dem Kloster Hirschau Güter in Hohenheim und Riedenberg. Cunradus
de H., miles, dictus cognomine Bambast vergabte 1270. 14. 8. dem Kloster Herrenalb um sein und
seiner f Gattin Trutlindis Seelenheil; Z.: sein Bruder Fridericus de H. Cunradus miles de H. dictus
Banbast und seine Söhne Cunradus et Johannes 1272. Bombast v. H., 1375 Lehnsmann des Pfalz-
grafen Ruprecht. Georg Bombast von Hohenheim, D.-O.-Comthur zu Rohrdorf und Usfeld 1462,.
welcher 1486 mit dem Grafen Eberhard von Württemberg nach dem gelobten Lande zog, war der
natürliche Vater des Wilhelm Bombast (von Hohenheim) de Riett, welcher 1481. 11. 1. auf der Uni-
versität Tuebingen immatriculirt wurde (pauper dedit pedello unum solidum) und von Einsiedeln in
der Schweiz, wo er 1492 die Aufseherin des Krankenhauses in Maria-Einsiedeln geehelicht hatte, 1502
als Arzt nach Villach in Kärnthen zog, woselbst er 1534 starb. Sein einziges Kind war Philipp
Theophrastus Bombast v. H., geb. zu Einsiedeln 1493. 26. 11. Er ist der bald als der Begründer der
neuen Medizin, bald als Charlatan, medizinischer Ketzer, Pietist und Castrat verrufene Aureolus Bom-
bastus Paracelsus, welcher in Basel Medizin studirt hatte, danach ganz Europa durchreiste, 1526 unter
dem Namen Theophrastus v. H. das Bürgerrecht in Straßburg kaufte und daselbst auf der bürgerlichen
Stube zur Luzerne dienen wollte. Nach unstätem Leben in Colmar, Eßlingen, Innsbruck, Sterzing,
St. Gallen, Pfäffers u. s. w. gelangte er auf den Ruf des Erzbischofs von Salzburg in dessen Residenz,
woselbst er nach einem Mahle von seinen Gegnern eine Treppe herabgestürzt wurde und 1541. 24. 9.
starb. Friedrich v. H. gen. B. hatte von seiner Gemahlin Anna Maria Schilling von Cannstatt, f 1546.

Oberbad. Geschlechterbuch. II. 12
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