Kladderadatsch: Humoristisch-satirisches Wochenblatt — 40.1887

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Staatsanwaltschaft versetzt werben." — Klingt «
bischen dunkel.

je zu diniren. Ncducr diuirt dort nicht, er ißt
seinen Kindern zu Hause." Bald wird er ja

nicht pointirt genug »»d auch im Ausdruck nicht
fehlerfrei.

vermiiNGeld Lc

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Julius Geriete,

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Barnen f. diicr. frM.
Hebamme, Schlteudlii

f- biSct. 3i.:

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Ta,»«» find.Ralh U-Hillctlscr. auch Aulnabmr

Bruckenstr. -

Audi brieflich

werd. in 3—4 Tag. Irische Fälle v. geheimen
nnd Hantkrankh.. sowie Schwächezustande
gründl. n. ohne Nachth. geheilt durch Spo-
cialarzt Dr. Weyer in Berlin, Kronenstr. 36,
IITr.,Y.r<5—2,6—7 (Sonntags 12—2): veraltete

nomp» flitdenRaib »■ sichere Hilfe unter
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Special-Arzt Lr. med, Meyer,

Berlin, Lelpzlaerftr. itl, heilt alle Arien hon Unterleib--, geheimen u. Ho
sowie Schwäche,uftünden, leibst in de» hartnAckigft.Fallen gründl. u. schnell. «»

Prospect, Fragebogen. Zeugnisse
Briese postlagernd Konstanz

Kriefkgsten.

Aschersleben. I.: Wenn der Cigarren-
Händler W. Clemens zwei billige Sorten, die er
selbst nicht empfiehlt, als „Marke Richter" und
„Marke Windlhorst" bezeichnet (s. Aschers-
iebener „Anzeiger" 69), so wollen wir das nicht
gerade loben. Die beiden Herren sind aber selbst
schuld, wenn sie auf Liefe Weise populär werden.

Berlin. I)r. E.: Es wird weitere Kreise
intcressiren, daß die „Freisinnige Zeitung" vom
23. Februar schreibt: „Die neue Mehrheit deS
Reichstags wird schwerlich das natürliche
Ende der Wahlperiode erleben. Der Krone
selbst dürfte sich schon vorher immer leben-
diger die Ucberzeugung aufdringcn, daß
eine derart durch Täuschungen und Wahl-
beeinsluffungcn, wie fie grober und ärger
niemals in Deutschland vorgekommen sind,
znsammengebrachte Mehrheit nicht im
Stande ist, dem Reiche und seiner Gesetz-
gebung dasjenige Maß von Autorität zu
verleihen, welches in der Jetztzeit mehr
als je nach innen und nach außen erforder-
lich ist." Offenbar hat diese seit einiger Zeit
immer schamloser hervortretcnde Spcknlalioir auf
den Tod des Kaisers das Geaentheil des Erwar-
teten bewirkt und manchen anständigen Mann, der
bisher zur freisinnigen Partei hielt, zur Bcsinnung
gebracht. — Dt. R.: Es ist uns nicht entgangen,
daß in der Mittwochsnumnier der „greif. Zeitung"
der Briefkasten, der sonst Grobheiten nach allen
Richtungen schleudert, gänzlich fehlt. In der Stim-
inung, IN welcher sich der „Begründer" befindet,
vergibt der Mensch eben seine liebsten Gewohn-
heiten, sogar daS Schimpfen. — H. S-: Wir haben
die Notiz nicht auffinden können. Vielleicht sehen
Sie selbst auf unserer Expedition nach.

Bonn. N.: Wenn die „Deutsche Reichs-
Zeiiniig" die Strafbestimmungen zum Abdruck
bringt, welche die freie und geheime Abstimmung
bei den ReichstagSwahlen schützen, so verdenken
wir ihr daS durchaus nicht, lieber die Berechtigung
dieser Wahlsorm läßt sich streiten; da sie einmal
besieht, so ist jede Becinfluffung abhängiger Wähler
unbedingt verwerflich.

Braunschweig. G. M.: Wir verstehen von
diesen Sachen nichts. Wenden Sie sich doch an
die von Ihnen erwähnte Herzog!. Commission.

Cannstatt. O. K.: Das illustrirte Flugblatt
„Zur Reichstagswahl 1887" ist allerliebst und hat
uns viel Frcuve gemacht. 'Ein köstlichcs.Spottbild
auf Richter bringt auch der „Ulk" (Beiblatt zum
„Berliner Tageblatt") vom 17. d. M. Bon dieser
Seite wird der Gründer der „Freisinnigen" so
etwas wohl kaum erwartet haben. Ilm so bessert

Dresden. S.: In einem Dresdener Gast-
hause ist ein Unbekannter erschossen aufgefunden
worden. In der von der Polizeidircclion im
„Dresdener Anzeiger" veröffentlichten Perjon-
beschrcibung findet sich angegeben: „Gesichtsfarbe:
toütenblaß". Das dürfte denn doch kein ganz
zweifelloses Erkeniinngszeichen für die sein, welche
den Mann im Leben gekannl haben. — lir. Kr.:
Die Anzapfungen dieses löschpapiernen Colportage-
Journals interessiren unS ebenso wenig, wie Ihre
Privatstreitigkeiten mit deinselbcn.

Düsseldorf. Abonnent: Die in Dortmund
erscheinende „Tremonia" hat für Herrn Lenzman n
auch Aufrufe in polnischer Sprache ausgenommen.
Allerdings haben diese ebensowenig genutzt wie die
deutsch abgefaßtcn.

Eutin. G.: Weshalb soll nicht ein hannover-
scher Deckhengst den Namen „Graf Wedel" führen,
vorausgesetzt, daß der gräfliche Pathe damit ein-
verstanden ist?

Freiburg i. Tchl. P. M.: Nach dem „Frei-
burger Boten" (12) hat Herr Stadtsyndikus Eberty
aus Berlin in einer zu Waldenburg gehaltenen
Rede gesagt: „Der Arbeiter braucht einen Ver-

anch seine ganze Fraciion zum Essen cinlade»
können, ohne daß stark zugekocht zu werden braucht. —
Herr Erzpricster Welz in Stricgau fordert im
„Freiburger Boten" vom 19. Februar die katholi-
scheu Wähler deS Kreises Schweidnitz-Striegau auf,
für Herrn Ludolf Parisius z» stimmen, während
er sic i» einem anderen Inserat derfelbenNummcr
ersucht, sich der Abstimmung gänzlich zu enthalten.
Weshalb würfelt der consnje hochwürdige Herr
nicht mit sich auS, was er nun eigentlich will?

Gießen. B.: Die Sprache der „freisinnigen"
Blätter war kurz vor der Wahlschlacht eine nn-
gemein kräftige. So schreibt.die „Gießener Ztg.,
Freisinniges Organ für Heffen" am 17. Februar:
„Unsere Aeser wiffen ohnedies, daß Herr Dr. Gut-
fleisch (der freisinnige Candidat) einen Krieg als
ein großes Unglück für unser deutsches Vaterland
ansieht." — Unter „ Aeser" versteht die „Gießener
Ztg." ihre Abonnenten. Sie gebraucht den Ans-
druck als Kosewort, wie das Volk „Luder" und
„Schelm" gebraucht.

Göttingcn. St.: Wie ein Göttinger Blatt
mittheilt, promovirte jüngst in der philo,ophischen
Facultät der Ooorxia Augusta Herr Heinrich
St ölte aus Hannover mit der Dissertation über
„organische Seclenverbindungen". Das klingt sehr
nach Mysticismns, es liegt aber eine Verwechslung
der Seele mit dem Metall Selen vor.

Gröniilgen. H.: Nach unserer Ansicht läßt
sich diese Sache nicht so scherzhaft behandeln.

Halberstadt. E. L.: Sic haben eine Mark
ausgegeben, um von Herrn Ingenieur O. Wioe-
mann „die Lösung der Quadratur des Kreises zu
erwerben." O Sie Verschwender, daß Sie dafür
Geld ansgeben! Mit wenigen Strichen und For-
mel» kann sich das ein jeder selbst auf der Schiefer-
tafcl Herstellen.

Halle a. T. C. D.: Am Schluffe einer Ne-
cension über ein in der Domkirche ausgesührteS
Concert schreibt Herr Franz Wüerst („Halle'schcs
Tageblatt", Nr. 36): „Sehr erstaunt waren wir,
daß uns bei dem Vorhandensein nnmmcrirter
Plätze solche nicht zugegangen waren." Werden
den Recenfenten sonst Platze geschickt, oder soll cs
„Plötze" heißen?

Hamburg. L. G.: Nach dem „Hamburger
Fremdenblatl" (35) weist der Kölner Carnevalszug
unter anderen Nummer» auf: „Alte Acgypier,
Neitcrqruppe; Wagen deS Nil, die Pyramiden mit
dem Grabe der Ramkäse, Sphinxe, Obelisken."

Hameln. W.: Sie singen:

Wenn wir wühlen,

Nimmer iebien

Dar,,! bu, Clown im hohen HanS.

Exeelienzchen/sriich heraus!

Wir haben nichts dagegen einzuwenden.

Hansdorf. G. H.: Wir verzichten gern

Heide. Een nt Schleswig - Holsteen :
Wir haben das Gedicht „De ReichSdagswahl" mit
Jntereffe gelesen, können es aber nicht znm Abdruck
bringen.

Kassel. Dr. E.: Doch nicht originell nnd
bedeutend genug.

Köln. R. 9!.: Originell klingt die Kund-
gebung des Herr» Carl Streiter in Nr. 36 des
„Kölner Tageblattes", welche lautet: „Einem ver-
ehrten Publicum zur gefälligen Kenntiiißnahme,
daß der im Stadtanzeiger vom 12. d. genannte und
mit 30 Mark bestrafte NeinigungSunternehmer
nicht er selbst, sondern ein anderer ist."

Kösen. OdysscuS: Das Gedicht enthält

manches Hübsche, ist aber für uns viel zu pathetisch
gehalten. Ei» vernünftiger Mann braucht doch
wahrlich nicht die Todten zu beschwören, um zu
wissen, wie er stimme» soll.

Leipzig. H. S.: Schon früher berücksichtjat

Lcobschütz. Furchtsamer Wähler:
„Stadtblalt" (14) macht Hollerbaum bekannt -
Am Wahltage Wellfleisch und Wählen
wurst." Offenbar sott die unterliegende Partei
gleich in den Wurstkessel komme».

Luckenwalde. I.: Der „Lnckenwalder An-
zeiger" (41) sagt in seinem Bericht über die
Sitzung des Schöffengerichts vom 17. Februar:
„Die Beweisaufnahme ergab, daß Bethge eine
zahme Ente krank geschossen hatte und von Berge,
mann mit dem Ruder todtgeschlagen worden ist
Der Gerichtshof verurtheilteBethge und Berget
mann zu je 10 Mark, event. zwei Tagen Gesang,
niß." Bergeinan» wird mit der leichten Stra,e
zufrieden sein, und Bethge geht ja die Sache
nichts mehr an.

Magdeburg. F. H. P.: Unserem Zeichner
übergeben.

Marseille, v. O.: Nicht verwendbar.

Mühlhausen. F. E.: Gewiß bringt unser
Blatt „auch ernste Dinge in ernstem Gewände".
Bei Ihren Gedichte» ist aber das Gewand por!
gar zu mäßiger Qualität und sitzt schlecht. -
R.: Daß es auch Grabsteinrei,ende gibt, er- .
fahren wir ans dem „Mühlhäuscr Anzeiger", durch ,
welche» die Bildhauerei von H. Fr. Röber in /
SonderShausen einen solchen sucht. Hoffentlich I
braucht der Reisende keinen Probenkoffer mit sich I
zu führen.

Offcubach. A. Z.: Das ist allerdings nicht I
übel, daß ein Blatt wie „Da France" die Stadl
Le Havre, die im Departement der unteren Seine
liegt, nach dem Departement „Leine et Oise" uet- j
legt. Ucbrigens schadet es nichts, daß wir besser |
in Frankreich Bescheid wissen als die Franzosen. |

Mann austreten mag, der ani 9. April 1889 im [
Reichstage gesagt hat: „Ja, meine Herren, wenn
darin das Wesen des Liberalismus besteht, das |
man auf 3 Jahre bewilligen kann, auf 5 oder
7 Jahre nicht, dann quitttre ich sehr gern mei,
Mandat und meine politische Stellung überhaupt'
Das Beispiel des Herrn Rickert zeigt in t-
trübcndstcr Weise, wie logisches Denken a !
Manneswürde vor dem unerbittlichen Parteiprina s
jämmerlich zusaminenknicken können. -

Lppeuheiiu. R. B.: Nicht recht verständig

Osnabrück, v. Z.: Gut gemeint, ata

etwas kühn gedichtet.

Perleberg. B. 21.: Wir können uns nick!
recht dafür erwärmen.

Regensburg., S.: Das „Regensburgn

Tagblatl" (46) berichtet: „Die Protestanten Kel-
Heims haben ein am Marktplatze stehendes groxti
Haus erworben. Die zu dem gekauften Amvesin
gehörigen 3850 da Grundstücke sollen dereinst dm
Anfang eines PfarrdotatioiiSfonds bilden." Eia
ganz netter Anfang!

Rostock. M.: „Zum ReichStagswahltage'
empfiehlt Emil Baerens in Rostock „Frankfurter,
Janersche, Wiener und Knackwürstel in vorzüglicher,
saftiger Qualität." Wer weise, wählt Wurst!

Stuttgart, v. R.: Nicht möglich.

Waudöbeck. E. K.: Die Idee ist ga»)

hübsch, doch jetzt würoe das Bild zu spät kommen.

Würzburg. K.: Unter de» „Blnthe»

des bayerischen Curialstils", die Sie in Ihm
2lmtspraxis gesammelt haben, ist manches Drollig!.
Wir können aber derartige Sachen nur berück-
sichtigen, wenn sie in Büchern oder Zeitungen et-
scheinen.

Zella St. Blasii. Abonnent: Aus Goth«
meldet das „Thüringer Tageblatt" (Nr. 40): „Wie
wir vernehmen, wird mit dem I. April d. I. Herr
Gerichtsasjesior und Llmtanwalt K. aus Koburg
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