Klüber, Johann Ludwig
Die Sternwarte Zu Mannheim: Mit einer Abbildung der Sternwarte in Steindruck — Mannheim, 1811

Page: 34
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/klueber1811/0040
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
i .
34
Biographische Nachricht
von
den Astronomen der Sternwarte.

J3ie Sternwarte zu Mannheim hatte bis jetzt den Vortheil, sast immer Astronomen zu
besitzen, welche sich auszeichneten durch Kenntnisse und Geschicklichkeit, durch Eiser
und Verdienst. Die Geschichte dieser Männer, vorzüglich ihrer astronomischen Arbeiten,
steht in so naher Verbindung mit der Geschichte der Sternwarte, dafs ihr hier billig
eine Stelle gebührt.
Der erste Astronom auf dieser Sternwarte, war der berühmte Christian Mayen,
Mitglied der Gesellschast Jesu, Doctor der Philosophie, geistlicher Rath und HosAstronom
des Kursürsten von der Pfalz, Prosessor der Astronomie zu Heidelberg, Mitglied der Aka-
demieen der Wissenschasten zu London, Mannheim und München, der kaiserlichen Akade-
mie der Natursorscher, des Instituts zu Bologna, der Gesellschaft der Natursorscher zu
Philadelphia, des historischen Instituts zu Göttingen, der teutschen gelehrten Gesellschast
zu Mannheim, der düsseldorfer Gesellschast der Künste? n. d. im, schon vorher berühmt
durch astronomische Reisen und Beobachtungen, mehr noch späterhin durch seine Dienste
bei Erbauung und Einrichtung der mannheimer Sternwarte, und durch Beobachtungen
aus derselben.
Geboren zu Mederiz in Mähren am 20. Aug. 1719, hatte Mayer zu Brünn, Wien, Tyr-
nau, Rom und Wirzburg, die alten Sprachen, Philosophie, Mathematik und Theologie,
mit einem Eiser studirt, in welchem keiner seiner Mitschüler ihn übertraf. Nach seiner
Rückkunst von einer zweiten, nach Rom gemachten Fussreise, war er am i"3. Sept. 1745
zu Mainz in den Jesuitenorden getreten. In Verbindung mit diesem Orden, lehrte er zu
Aschasfenburg drei Jahre lang die alten Sprachen, zwei Jahre Philosophie. Aber seine
Nachtwachen waren der Sternkunde gewidmet, seiner Lieblingswissenschaft, dieser erha-
bensten aller Wissenschaften.
Empfohlen von dem Pater von Seedors, dem merkwürdigen Erzieher und nachheri-
gen wirklichen Geheimen Rath des Kurfürsten Carl Theodors, ward er in dem Jahre 1752
(7. Oct.) zu Heidelberg angestellt, als ordentlicher Professor der Mathematik und Experi-.
loading ...