Küch, Friedrich [Oth.]
Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Marburg (Band 1): 1918 — Marburg, 1918

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Urkunden und Akten.

raid, was der zu der tziid bii einander sin gewest, in biiwesen
Heinrich Leymbach, rentmeister, unde eyntrechtlichen oberkommen
in unsers lantfoides hoibe, das Ilud Loynbachs unde Heintze, er
knecht, soln forterme keynen karren mit saltze furen uff das mergkte
zu verkeuffen, es sii sonabend oder eyn ander tag, umme des
willen, das umb iren willen keyn seltzer here faren wolden, unde
bleib unserm herren sin zcoilsaltz uße, unde sal auch keyn vorhoker
uff den sonabend unde uff den sontag biis mittag vor syn tore oder
uff deme margkte keyn saltz feile han oder verkeuffen, es enwere
dann, das imand wulde keuffen eyn maß saltzes vor zcwene, vor
drie oder vor vier hellere, das soln sie in iren husen verkeuffen
und nicht hoher, unde uff den sontag von mittage ane unde forter
die wochen uß biis uff den sonabend soln sie saltz verkeuffen, es
sii mit halben sefftern, mit sefftern oder mesten. Unde sie soln auch
das saltz die wochen ober nicht türer geben, dann es uff den son-
abend hat gegolden.
Großes Stadtbuch Bl. 24a; Eintrag von Heinr. von Homberg.

89, 1424 März 12.
Die Stadt Marburg schließt mit Peter Mokes einen Vertrag
wegen der Reparatur der Glasfenster in der Kirche und im
Kerner.
Wir burgermeistere, scheffen unde raid zu Marpurg bekennen
vor uns unde alle unser nachkommenden in disseme uffen briffe, das
wir mit wissen unde willen Heinrich Holczheymers, Wentzil von
Giessen unde Heinrich Goltsmeds, zu disser cziid buwemeistere unde
luchtemeistere unser lieben frauwen parrekyrchen buwe daselbis zu
Marpurg, unde dorch notz unde nottorfft desselben buwes eyntrecht
liehen obirkommen sin mit Peter Mokes, also das he, dywile he
lebet, sal alle glasefinstere an der obgenanten parrekircken in deme
köre, in der kirchen, in der sacristien, an allen enden unde iren zu-
gehorungen unde darczu alle glasefinstere an deme kerner, oben unde
unden, kleynea) unde groß, bynnen disseme jare widdermachen, wo
des noid ist, mit bilden, geferbetem unde gebrantem glase, wo unde
wie sich das gehöret. Dartzü sollen die egenanten buwemeistere
eme unvertzogenlichen zu disseme irsten (jare)b) geben vier pund
hellere vor bly unde vor glaß. Unde he sal dann forterme syne lebe-
tage uß die vorgenanten finstere alle in wesen unde in besserunge
halden mit glase unde bly uff sine koste, unde soln auch die vor-
genanten bfiwemeistere oder ire nachkommenden ime bestellen unde
verandelogen alle isenwerg unde kalgspise uff des obgenanten buwes
koste, als dicke des noid ist. Unde herumme soln derselbe Peter
unde Katherine, syne eliche husfrauwe, ire beider lebetage uß, dywile
sie bii uns wonhafftig sin unde die obgenanten glase in wesen unde
in besserunge halden, geschoßes, bede, wachte unde anders gesasten
geldis fry unde ledig bii uns sin. Wer es aber, das man offen krieg
hette, als dicke das were, wann dann Peter inheymsch ist, so soln

a) Vorl. keyne.

b) Fehlt in der Vorl.
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