Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 78.1928

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eine denkbar billige Gelegenheit gegeben, auf der
Meffe fo auszufeilen, dab mit dem Eingang von
Aufträgen gerechnet werden kann.

UeberdieMc/jfc/chauimßdyernfddlfchreibtDr.Delpy
in den „Leipziger Neueften Nachrichten": Die grofse
Sonderfchau der bayerifchen Kunsthandwerker, die der
Bayerifche Kunftgewerbe-Verein im Baycrnfaal dar-
bietet, dokumentiert eifriges Streben nadi modern
veredelter Form, in der befonderen Bändigung frei-
lich, die die füddeutfehe Tradition vorfchreibt. Ueber
den meiften diefer Arbeiten liegt etwas Behagliches,
Volkstümliches, das von intellektuellem Gcfchmäck-
lertum weit ab ift, für die Befonderheit des jeweils
verarbeiteten Materials aber ein feines Gefühl be-
fitzt. Das zeigt lieh in der luftigen Grotesk-Keramik
Walter Boffes, Kufftein. ebenfo fehr wie in den mo-
numentalen Zicrgefärsen Leipfingers, München, in
den edlen Silberfchmiedarbeitcn A. v. Mayrhofers
ebenfo wie in den praditvoll ausgewogenen neu-
artigen Ziergläfern Prof. Mauders, Zwiefel, in den
fehr fchönen Bcrnftcinfchnitten von Martin Seitz
ebenfo wie in den (charmanten Puppen aus Holz-
knöpfen der Liesl Staab, München. Neuzeitliches

Form- und Farbgefühl fpricht füddeutfeh akzentuiert
fehr fchön aus Karl Kahls und Hilde Simonfons Töp-
fereien, aus den fröhlichen Stoffdrucken der Farb-
möbel A.-G., den glänzenden Schmuckfpezialitätcn
Wilms und Rothmüllers, München. Es kulminiert in
G. A. Bunges zartrassigen, edelfchlanken Meffing
arbeiten und in Ruth Schaumanns wundervollen zwei
Bronzemadonnen, die die perfönliche Begabung diefes
neu aufsteigenden Talents laut ins Weite rufen.

Landesverband Rheinland. Die rheinifchen und ber-
gifch-märkifchen Arbeitsgemeinschaften des deutfehen
Werkbundes haben fich zu einem „Landesverband
Rheinland" zufammengefchloffen. Zum Vorfitzenden
wurde Dr. Karl With. Köln, gewählt.

Der Verband deutfeher Kunftgewerbe-Vereine gibt feit
i. Januar ds. Js. ein Mitteilungsblatt heraus, das alle
zwei Monate erfcheinen foll. Heft I liegt vor. Es ent-
hält im Wefentlichen die Berichte über die Verbands-
tagung 1027 in Halle. Prof. Grofi-Dresden berichtete
dort über „Untergang oder Auferftehung des Ver-
bandes deutfeher Kunftgewerbevereine". kommt aber
zu dem von ihm fdion früher vertretenen Standpunkt
der Refignation. Die Ausfprache befaßte fich haupt-

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