Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 78.1928

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fächlich mit der Frage des Fortbeftandes des Ver-
bandes. Dazu foll durch Fragebogen die Arbeitsweife
der einzelnen Vereine feftgeftellt, ein Meinungs-und
Erfahrungsaustaufch eröffnet und weiterhin Einfluß
auf Jugendbildung, Gefchmackserziehung und Gefetz -

gebung angeftrebt werden. Eine ftändige Gefchäfts-
ftelle des Verbandes wurde in Plauen i.V. gefchaffen,
die Leitung Herrn Pfeiffer-Quandt übertragen. Die
Beiträge der Vereine zum Verband wurden auf
50 Pfg. pro Mitglied feftgefetzt.

Meffingfchale von A. G. Bunge, München

PERSONALIEN

Doppeljubiläum. Ein früherer treuer Mitarbeiter
von Kunft und Handwerk, der in der Zeit von 1887
bis 1005 fich durch laufende Beiträge aber auch durch
Abendvorträge im Kunftgewerbehaus betätigt hat,
Dr. Karl Schaefet, jetzt in Mainz wohnhaft, begeht in
diefen Tagen ein feltenes Doppelfeft, nämlich das
50 jährige Doktorjubiläum und zugleich das 50 jährige
Berufsjubiläum als Schriftfteller. Schaefer fchrieb als
vielfeitiger Geift über die verfchiedenften Gebiete
und behandelte neben Kunft, Kunftgewerbe, Literatur
auch Fragen des Rechts- und Mufterfchutzes, ferner
Mufik und Theater, befaßte fich aber auch mit archi-
valifchen Studien. Wir beglückwünfehen unferen der-
einftigen Mitarbeiter von Herzen zum Ehrentage!

40 jähriges Verlagsjubiläum Alexander Koch. Am
1. Januar konnte der bekannte Verlag Alexander Koch
in Darmftadt auf ein 40 jähriges Beftehen zurück-
blicken. Der Gründer und Inhaber ift iSöo in Köln als
Sohn des Gefangspädagogen Profeffor Ernft Koch
geboren. Liebe zur Kunft führte ihn bereits, als er
in einer Schriftgießerei in Stuttgart feine kaufmän-
nifche Ausbildung vollendete, noch mehr als der 26-
jährige zum Tapetenfach überging und alsbald eine
Fachzeitschrift, die „Tapetenzeitung" gründete (1888).

Von hier aus fand er denWeg zum Innenraum, dem fein
ganzes weiteres Schaffen gewidmet war. 1800 wurde
die „Innendekoration" ins Leben gerufen, ein „Binde-
glied zwifchen Kunft und Leben". 1806 folgte die
„Deutfche Kunft und Dekoration." Auch an der Grün-
dung der Künftlerkolonie auf der Mathildenhöhe war
Alexander Koch tätig beteiligt, wie anderfeits die von
dort ausgehende Bewegung feinem jungen Unterneh-
men zu weiterem Auffchwung verhalf. Es folgten noch
weitere Zeitfchriftengründungen: „Stickereien und
Spitzen" und „Kind und Kunft". dann aber eine ftatt liehe
Reihe von monographilchen Veröffentlichungen aus
dem Gebiete der Wohnkultur; von den geläufigften
feien erwähnt „Schmuck und Edelmetallarbeiten", die
„Villa Franz von Stuck", die Handbücher neuzeit-
licher Wohnkultur wie „Das vornehm-bürgerliche
Heim", die „1000 Ideen", das „Schöne Heim" und an-
dere, auch verarbeitete der Verlag bedeutfame Aus-
ftellungen zu Veröffentlichungen von bleibendem
Werte, fo Darmftadt 1001, Turin 1002, zuletzt die
Münchener Gewerbefchau 1022. Praktifcher Sinn und
eine zähe Energie befähigten Hofrat Koch, der Kunft.
vor allem deren neuzeitlicher Fortentwicklung außer-
ordentlich erfolgreiche Förderung zu bringen. Stets

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