Kunstgewerbeblatt: Vereinsorgan der Kunstgewerbevereine Berlin, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe I. B., Königsberg i. Preussen, Leipzig, Magdeburg, Pforzheim und Stuttgart — NF 6.1895

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DER KÜNSTGEWERBLICHE KONGRESS DES JAHRES 1894 ZU PARIS.

zu verleihen, in der Verwaltung- der schönen Künste
eine besondere Stelle für die Angelegenheiten der deko-
rativen Künste geschaffen werden, welche die Beschlüsse
des Kongresses mit in den Kreis ihrer Beratungen ein-
beziehen könne.

Soweit die Beratungen und die daraus erfolgten
Beschlüsse der ersten Sektion. Die zweite Sektion hat
mit Bezug auf die Beformen, welche für die Arbeiten
der dekorativen Künste in der Gesetzgebung angebahnt
werden sollen, die folgenden beiden Resolutionen gefasst:

1. Mit Bezug auf die Frage des Eigentumsrechtes
der Modelle und Entwürfe der kunstgewerblichen Gegen-
stände: Das Gesetz vom 19.—24. Juli 1793 ist auf alle
Werke anzuwenden, welche aus der Kunst des Zeichners
(Malerei, Gravüre oder Architektur), des Bildhauers (für
Statuen und für Ornamente) und des Photographen her-

vorgehen, anzuwenden, welcher Art auch das Verdienst,
die Bedeutung, die Anwendung und die Bestimmung,
selbst in industrieller Beziehung des Werkes sei, ohne
dass die Abnehmer anderen Bedingungen unterworfen
wären, wie die Urheber.

2. In Betreff der Frage des Dispenses der Kunst-
handwerker vom Militärdienste durch das Militärgesetz
stellt der Kongress fest, dass der Text des Titels III
des Gesetzes, welcher provinzielle Kommissionen zur
Prüfung der Kandidaten schaffen will, das Ziel nicht
erreicht, welches dem Gesetzgeber vorgeschwebt hat.
Er wünscht desshalb, dass die Kandidaten in jedem
Departement eine erste Prüfung durchzumachen haben,
der ein Programm zu Grunde liegt, das für alle Depar-
tements gleich ist. Die Kommission wird jeweils aus
dem Departement gewählt, jedoch nach Grundsätzen, die

f^^.^.yry.??.

Schrank im Kunstgewerbemuseum in Köln. Aufgenommen von J. Lassen in Weseby hei Flensburg.
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