Deutschland <Deutsches Reich> / Reichs-Limeskommission [Editor]
Limesblatt: Mitteilungen der Streckenkommissare bei der Reichslimeskommission — 6.1897-1898

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Limesblatt.

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2. Der Unterbau zu einem Holzturm
beim Turm auf dem östlichen Abhange
des Kochberges ist zwar ebenfalls aus un-
behauenen nicht geschichteten Steinen er-
richtet, aber nur 4,15 X 3,60 m gross bei
einer Mauerdicke von 0,50 m. Die Steine
sind in Mörtel gesetzt. Kleinere senk-
rechte Löcher fanden sich in den Mauern
vor. Vom Steinturm ist er 3,50 m ent-
fernt, rund herum läuft ein Graben.
3. Fast die gleichen Verhältnisse (4
x 3,70 m) hat ein Unterbau, der an der
Limesmauer nordwestlich von Laimerstadt
in einem Acker gefunden wurde. Doch
kam kein Mörtel zum Vorschein, aber
■ebenso wenig ein Steinturm in der Nähe.
Allerdings ist vom genannten Unterbau an
die Limesmauer auf eine grosse Strecke
ausgerissen.
Die zweite Art von Hügeln zeigt noch
klarer, dass auf ihnen Holztürme gestan-
den waren.
1. Der Hügel südlich von Gelbelsee
ist von einem Graben umzogen, der mehr
quadratisch als rund ist. Seine Breite be-
trägt im Westen 4,30 m, im Osten 3,60 m.
Die Differenz rührt vielleicht von der
Waldkultur her, welche im Süden über-
haupt keine Messung mehr gestattet. Der
nördliche Teil des Grabens ist ziemlich
■verflacht. Der Durchmesser des Hügels
von Ost nach West beträgt 7,20 m. Ge-
bildet ist er aus grösseren und kleineren
"Steinen, soweit er sich über dem umge-
benden Terrain erhebt, darunter ist der
steinige Boden mit spärlichem Lehm. In
den Ecken sitzen senkrechte Löcher. Sie
stehen von einander 3 m ab, sind 0,40 bis
0,50 m tief und haben einen Durchmesser
von 0,30—0,35 m. — Auch der Hügel im
Walde bei Denkendorf zeigte wenigstens
ein Loch, daneben auch Aussparungen;
doch konnte er der Bäume wegen nur
teilweise untersucht werden.
2. Auf dem Fuchsberge, östlich von
Zant, liegt vor der Limesmauer eine vier-
eckige Plattform, 8,20 x 8,85 m gross
und von einem 3 m breiten, tiefen Graben
umgeben. Der Graben ist in den felsigen

Boden eingehauen, die Plattform nur wenig
über der Umgebung erhöht. In den vier
Ecken sind 1 — 1,10 m tiefe Löcher in den
Felsen eingehauen; sie zeigen einen ovalen
Schnitt und stehen von einander 4,40 m
bzw. 4,85 m ab. In den Löchern waren
kleinere Steine, Erde, Scherben und mehr
an der Oberfläche Tierknochen. Die letz-
teren sind über der ganzen Plattform reich-
lich zerstreut gewesen. Das Limesgräb-
chen zieht noch 7,20 m nördlich vorbei.
Vgl. beistehendes Clichö.


3. Eine gleiche Plattform, aber in
Lehmerde eingeschnitten, liegt in der Ab-
teilung Dürrschlag des Hienheimer Forstes.
In der Humusschichte waren die Balken-
löcher nicht mehr zu erkennen, wohl aber
in der darunter liegenden Lehmschichte,
in die sich die schwarze Erde liineinge-
senkt hatte.
Auf allen Hügeln war eine Anzahl
Scherben gewöhnlicher Gefässe zerstreut,
besonders reich auf dem des Fuchsberges.
Auch Eisennägel, Ziegelstücke und Kohle
fanden sich allenthalben. Wenn bei an-
deren gleichartigen Hügeln keine Balken-
löcher gefunden wurden, so lag der Grund
wohl einfach darin, dass sie schon früh-
zeitig vom gleichen Material ausgefüllt
worden sind, so dass keine Spur übrig blieb.
München. Fink.

Mit dieser Nummer beginnt der sechste Jahrgang dieser Zeitschrift.
Fr. Lintz’sclie Verlagshandlung in Trier.
Verantwortliche Redakteure F. Hettner und 0. von Sarwey.
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