Loubier, Hans
Die neue deutsche Buchkunst — Stuttgart, 1921

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KAPITEL Vll
NEUE DRUCKSCHRIFTEN
Vergleiche die Schriftbeifpiele (Sehr.) auf den letzten Tafeln
der Abbildungen
m an die frühen Bucharbeiten der erden füh~
rendenKündler,deren neuereArbeiten fogleich
anfchließen und fomit ein abgerundetes Bild
ihrer bisherigen buchgewerblichen Tätigkeit
geben zu können, habe ich bereits die Grenze der erden
Periode hie und da überfchreiten muffen. Ich greife nun
noch einmal auf das jahr 1900 zurück, in dem, wie ich
fchon fagte, unfere junge Buchkund dadurch in eine neue
Phafe eintrat, daß ihr neue Druckfchriften zur Verfügung
gedellt wurden. Als man voll Begeiderung diefe neuen
Schriften anwendete, trat ganz von felbd der ornamentale
und bildliche Buchfchmuck der Kündlerhand zurück und
die rein typographifche kündlerifche Buchausdattung fing
an zu überwiegen.
An meine kritifche Befprechung der nach ihrer ädhe-
tifchen Bedeutung ausgewählten neuen Druck fchriden
fchließe ich jedesmal Beifpiele der beden Anwendungen
diefer Schriden an und gebe damit eine weitere Auslefe
aus den hervorragenden Werken der neuen deutfchen
Buchkunft.
Eine breitere Entwicklung ädhetifchen Buchdrucks war
erd möglich durch die Reformierung unferer Druckfchrift,
durch die Schaffung reicheren Typenmaterials von künd-
lerifcher Qualität. Wie ich bereits andeutete, das Bedürf-
nis danach war in Deutfchland genau ebenfo vorhanden,
wie es Morris in England herausgefunden und durch


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