Cranach, Lucas [Editor]; Lüdecke, Heinz [Editor]
Lucas Cranach der Ältere: der Künstler und seine Zeit — Berlin, 1953

Page: 158
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143 a, b. Silberne Schaumünzen Friedrichs des Weisen, nach Cranachs Entwurf von Hans Krug dem Älteren geprägt • Um 1508/11

Freund Boten [Meine Herren und Freund = Rat der
Stadt Nürnberg] E. F. Gn. Schreiben die goldenen und
silbernen Münz berühren, auch zukommen, das ich in
Untertänigkeit vernommen hob. Und E. F. Gn. auf der-
selben jüngstes Schreiben von wegen der Stempel, die
E. F. Gn. bei Krug zu machen und zu bestellen an mich
gesonnen, und daneben ein Muster in Stein geschnitten
zugeschickt übersendet, der Hoffnung E. F. Gn. sei das
nunmehr und dabei geantwort...

Dat. Sonntag nach Lucie, Anno octavo.

9. 1509. Januar 13. Nürnberg.

LHAW. Reg. Aa. 2299. fol. 20.

Text nach Original.

Anton Tücher der Ältere an Friedrich den Weisen
(Schreiberhand inkl. der Unterschrift).

... E. F. Gn. hob ich verschienener Tag zwei Schreiben
und nämlich das erst Sonntag nach Lucie das ander Sonn-
tag nach Thomae apostoli zugeschickt und darin angezeigt
Überschickung der 1075 Stück Goldes, der eines zweier
Gulden wert, und dann für 703 Gulden der neuen silberner
Münz, je vier Stück für einen Rhein. Gulden, samt zwei
eingeschlossen gleichlautenden Rechnungen, der zwölf
Stück Silbers mir darvor durch E. F. Gn. Rentmeister
überliefert...

Und derweil ich daneben E. F. Gn. angezeigt, was ich der
Münzstempel halben bei Hans Krug nach fleißigen und
stattlichen meinem Anhalten auf E. F. Gn. schriftlich Be-
gehren erlanget hob. Und nämlich, daß sich der solcher
Arbeit E. F. Gn. zu Gefallen in Zeit bis auf Lichtmess
oder Fastnacht schierest unterwinden. Auch der Bildnis
und Muster E. F. Gn. Maler erwarten soll, und so dann

dieselb Zeit, wie E. F. Gn. wissen, etwas kurz ist, Krug
sorgfältig, wo er derselben Bildnis u. Muster noch länger
in Mangel stehe, ihn würde der Zeit halben ablaufen, daß
er alsdann E. F. Gn. Begehren und sein Bewilligen nicht
möcht ersättigen, das zeige ich E. F. Gn. mit untertäniger
Meinung an, E. F. Gn. Maler um Verfertigung solches
Musters desto emsiger haben anzuhalten...

Dat. Freitag nach Erhardi Anno Nono.

10. 1510. Sept. 30. Nürnberg.

LHAW. Reg. Aa. 2299. fol. 41.

Lit.: Schuchardt I. 63.

Text nach Original.

Anton Tücher der Ältere an Friedrich den Weisen
(eigenhändig).

[sendet am 27. Sept. zwei Bündel durch Hans Müll-
ner (?) Bürger zu Leipzig mit 3146 Groschen, acht
einen Gulden haltend, mit 444 großen Groschen, einer
für einen Gulden]

... so ist es mit Machung der gedachten Münz jetzlich
langsam wider meinen Willen gegangen, denn der Münz-
meister ist ein alt langsam Mann, will ihm die Arbeit
nicht wie dem Krug von statt gehen. Hat danach an den
großen Groschen zwei Werk verderbet, die am Prägen ganz
übel ausgegangen, musst er wieder zerbrechen. Zuletzt ließ
ich den Eisenschneider die Sach unter die Hand nehmen,
der hat die großen Groschen, so ich jüngst auf zweimal
eingeschlagen [verpackt übersandt] hab, selbst recht ge-
münzt und gemacht, die meines Ansehens recht angangen
und wohl gemacht sind, so die E. F. Gn. zu Gefallen wer-
den, seh ich gern. ...

So hat mir Hirschfeld in kurzvergangen (?) Tagen neben

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