Universitätsbibliothek Heidelberg [Editor]; Miller, Matthias [Oth.]; Zimmermann, Karin [Oth.]
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 304 - 495) — Wiesbaden, 2007

Page: 370
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Cod. Pal. germ. 423

klebten Zettel: 422 Heusis de corpore Christi contra Caluenistas). Farbschnitt (grün). Reste zweier Verschluß-
bänder aus rotem Gewebe. Rundes Signaturschild: Pal. Germ. 422.

Herkunft: Datierung aufgrund des 'Wasserzeichenbefundes, Lokalisierung nach inhaltlichen Kriterien, s.u.
Vorderer Umschlag Capsanummer: C. 142 (aus der jüngeren Schloßbibliothek; vgl. Kat. Heidelberg, UB 6,
S. XVI Anm. 33).

Schreibsprache: hochdeutsch mit wenigen oberdeutschen Schreibeigentümlichkeiten.

Literatur: Wille, S. 54; Wilken, S. 472; Digitalisat: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/cpg422.

l r-18 r STREITSCHRIFT GEGEN TILEMANN HESHUSEN. >Kurtzervnnd klarer bencht
vber Tilemanni Heshvsii büchlein, so er intituliert: Gründliche beweisung der waren gegen-
wart des leibs Christi Im H. Abendmal, sampt widerlegung der fürnemsten behelff vnd vn-
gründ der Caluinistenn.<. Was Gottsforchtige Verstendige Hertzen sind, die keren sich wenig
dran, wan schon der oder iener viel lestern, schmehen, richten, oder verdammen anderer Kir-
chen lehr vnd bekantnus ... 16 v Auß diesem kurtzen bericht aber kan man denselbigen geist
genug erkennen. >Volget ein kleiner außzug auß den allgemeinen Bekantnussen Vnserer kir-
chen von H. Abendmal<. 17 r >Auß der Confession der Frantzösischen Kirchen<. Wir bekennen
daß das heilige Abendmal, welches das ander Sacrament ist Vns ein zeugnis ist... 18‘ nemlich
seinenfür vns gegebenen leib vnd sein vergossen blut vbergibt. Der Text wendet sich gegen die
seit 1586 mehrfach im Druck erschienene Schrift des Tilemann Heshusen, Gründliche Bewei-
sung der waren Gegenwart des Leibs vnd Bluts Jesu Christi im heiligen Nachtmahl (Peter F.
Barton, Bibliographia Heshusiana. Vorläufige Heshusius-Bibliographie, Wien 1963 masch.,
S. 45 Nr. 230 [133, 133a—b]; VD 16, H 3.079-3.081). In der Bibliotheca Palatina waren mehrere
Exemplare dieser Drucke vorhanden: Vatikan BAV Stamp. Pal. V.1342 (ted. 41); Stamp. Pal.
V.1444-1446 (ted. 1283; ted. 2626bis; ted. 3148bis); Stamp. Pal. V.1598 (ted. 263). Die
Streitschrift muß bereits kurz nach der Veröffentlichung des Heshusischen Textes verfaßt
worden sein. So heißt es u.a. l v, daß vor 23 Jahren die (lutherischen) Prediger in der Pfalz ab-
gesetzt worden seien. Da unter Kurfürst Friedrich III. die Pfarrstellen um 1563 endgültig mit
reformierten Geistlichen besetzt waren, ergibt sich somit eine ungefähre Textdatierung auf
1586 (Press, S. 229f.). Bei den am Ende des Textes angeführten Bekenntnissen der Refor-
mierten Kirche handelt es sich um die Confession der Frantzösischen Kirchen (‘Confessio
Gallicana’, Kap. 36), das allgemeine Bekandnus der Euangelischen Schweitzer, zu welcher sich
auch die reformirte Kirche in Polen, Hungern, Vnd Schotten bekennen (vgl. ‘Confessio Hel-
vetica Posterior’, Kap. 21; TRE 8 [1981], S. 169-173) und den kleinenn Heidelbergischen Cate-
chismus (‘Kleiner Heidelberger Katechismus’, Fragen 38 und 40). - 18'—39 ;:*' leer.

KZ

Cod. Pal. germ. 423

Martin Luther: Schmalkaldische Artikel

Papier • 27 Bll. • 21,8 x 15,8 • Wittenberg • 1536

Lagen: 2 1 (mit Bl. 1*) + (VII+1) 15 + (V-l) 4 (mit Bll. 16-22, 3 :;") + l 5 . Bll. 1, 15 aneinander angefalzte Einzelbll.,
Bl. 8 nachträglich eingefügt (vgl. das Verweisungszeichen von 9 r auf 8 r). Vorne und hinten je ein modernes,
ungezähltes Vorsatzbl., Spiegel ebenfalls modern. Foliierung des 17. Jhs.: 1-22, Bll. l ::'-5 ::' mit moderner Zählung.
Wz.: zwei Varianten Buchstabe W (Bll. 1*—2*, 5 ::' [altes Vorsatz]; ähnliche Varianten in Cod. Pal. germ. 41, 42,
44, 45, 47-49, 155/1—VIII, X), darunter ähnlich Briquet 9.149 (Dresden 1551); Wappenschild mit Buchstabe X

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