Universitätsbibliothek Heidelberg [Editor]; Miller, Matthias [Oth.]; Zimmermann, Karin [Oth.]
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 304 - 495) — Wiesbaden, 2007

Page: 371
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Cod. Pal. germ. 423

(Bll. 1-22, 3 ::'-4 ;:'), ähnlich Briquet 9.898 (Salzburg 1526). Schriftraum: 18-20 x 11-12; 24-28 Zeilen. Deutsche
Kursive des 16. Jhs. von drei Händen: I. 2 r—17 r oben (Martin Luther); II. 17 r unten-19 r, 20 v unten-22 v; III. 19 v-
20 v oben. Zahlreiche Korrekturen (Durchstreichungen, Einfügungen) von der Hand Luthers, wenige weitere
(u.a. 5 V, 7 V, 17 v) vermutlich von der Hand Georg Spalatins (Burckhardt; 1484-1545; reformierter Theologe,
Jurist, Humanist; vgl. Karl Dienst, in: BBKL 10 [1995], Sp. 865-868). Paragraphzeichen. Zu den Setzerzeichen
vgl. Herkunft. Da die Hs. vermutlich längere Zeit ungebunden aufbewahrt wurde, ist auf Bl. l r die Tinte stark
verblaßt. Dunkelbrauner Kalbledereinband über Holz mit vergoldeten Platten- (randlose Form; Maureske aus
4 Einzelornamenten), Rollen- (Kettenband) und Einzelstempeln (Herzblatt) sowie blinden Streicheisenlinien.
Restaurierung 1980 (Walter Schmitt/Heidelberg).

Herkunft: In großen Teilen Autograph Martin Luthers, der den Text vermutlich aufgrund einer Erkrankung ab
Bl. 17 r zwei Schreibern weiterdiktierte (vgl. Bekenntnisschriften, S. XXIV). Die Hs. entstand zwischen dem
11. Dezember und Weihnachten 1536 (vgl. WA 50, S. 173f.; die mehrfach in der Hs. vorkommende Datierung
auf 1537 erklärt sich aus der Tatsache, daß das Jahr ab dem ersten Advent gerechnet wurde, der in diesem Jahr
auf den 3. Dezember fiel). l r Titel von der Hand Georg Spalatins: Die Artickel 1537; Motto von der Hand Lu-
thers (in Teilen kaum mehr zu entziffern; zu den versuchten Lesungen vgl. WA 50, S. 192f.): His satis est doc-
trinx pro vita ceterna/ Ceterum in politia et economia/ satis est legum, quibus nexamur/ Vt non sit opus prceter
has/ molestias fingere alias, quasi necessarias/ Sufficit diei malitia sua. Die Hs. diente, durch ein Vorwort und
einige Zusätze Luthers ergänzt, als direkte Vorlage des 1538 bei Hans Lufft in Wittenberg erschienenen Ur-
druckes (WA 50, S. 178f., Ausg. A; Josef Benzing, Lutherbibliographie. Verzeichnis der gedruckten Schriften
Martin Luthers bis zu dessen Tod, Baden-Baden 1966 [Bibliotheca biographica Aureliana 10, 16, 19], Nr. 3.285;
VD 16, L 3.862). Hierauf verweisen die zahlreichen, meist in Rötel geschriebenen Setzerzeichen in der Hs. (u.a.
Seitenumbrüche, Bogensignaturen, Einfügungszeichen, Angaben zu den zu verwendenden Typen; Auflistung
bei Zangemeister, s. Lit., S. V), die mit dem angefiihrten Druck iibereinstimmen. Danach Hs. der Fugger-
bibliothek (Lehmann 2, S. 46lf.). Das Manuskript gelangte vermutlich iiber Luthers letzten Famulus Johann
Aurifaber (1519-1575; NDB 1, S. 457; TRE 4, S. 752-755), vermittelt durch den Augsburger Arzt und Biicher-
sammler Achilles Pirminius Gasser (1505-1577; NDB 6, S. 79f.), in den Besitz Ulrich Fuggers (Lehmann 1,
S. 155f. und 2, S. 58f.). l r Capsanummer: C. 73; alte römische Signatur: Cod. 423 P. 2 ::' v Einträge des 19. Jhs.:
Hinweis auf die Edition in der ersten Ausgabe der Schriften Luthers durch Johann G. Walch; Signatur und
Blattzahl.

Schreibsprache: ostmitteldeutsch mit Orientierung zum Oberdeutschen.

Literatur: Wille, S. 54; Wilken, S. 472; Die Schmalkaldischen Artikel vom Jahre 1537. Nach D. Martin Lu-
ther’s Autograph in der Universitätsbibliothek Heidelberg zur vierhundertjährigen Geburtsfeier Luther’s hrsg.
von Karl Zangemeister, zweite Jubiläumsausgabe, Heidelberg 1886, S. IVf.; Digitalisat: http://digi.ub.uni-
heidelberg.de/cpg423.

2 r-22 v MARTIN LUTHER, SCHMALKALDISCHE ARTIKEL. >1537<. >Das erste
teil dcr artickcl ist von den hohen Artickeln der Gottlichen Maiestet, als Abj<. 1. Das Gett-
Vater, Son, vnd heiliger Geist, ynn einem naturlicben Gottlichen wesen vnd natur, drey
vnterschiedliche Personen, ein einiger Gott ist... 22 v bis sie es mude werden, wir wollen
damit vnuerworren sein. Faksimile der Hs.: Die Schmalkaldischen Artikel, s. Lit. Text
(mit dieser Hs.): WA 50, S. 192-253; Bekenntnisschriften, S. 407-463. Zu den älteren
Ausgaben und Editionen vgl. WA 50, S. 178-185. - l ;:' r-2 ;:' r, l v, 3 ::' r-5 ::' v leer.

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