Universitätsbibliothek Heidelberg [Hrsg.]; Miller, Matthias [Bearb.]; Zimmermann, Karin [Bearb.]
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 304 - 495) — Wiesbaden, 2007

Seite: 396
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Cod. Pal. germ. 430

Augsburger Bekenntnisses am Nachmittag des 25. Juni 1530 in Augsburg und die Unter-
schriften angefügt (Bericht und Unterschriften abgedruckt nach Augsburg SuStB 4° Cod 84
in CR 26, S. 474f.). Text (in der Hs. leicht abweichend): Bekenntnisschriften, S. 44-81,
83b-95, 97-107, 110-137. Text auch in Cod. Pal. germ. 420, l r-50 v. - T' :‘ r-5 ;:' x (bis auf Ein-
trag, s.o.), 87 ::' r-l 11 ;:' v leer.

K2

Cod. Pal. germ. 430

Hans Lecküchner: Kunst des Messerfechtens

Papier • 126 Bll. • 21,6 xl6 • Nordbayern (Nürnberg?) • um 1478

Lagen: II 3* (mit Spiegel, Bll. l*-2*) + l 4* (Perg.) + T + 9 VI 109 + IV 117* + l 118* + l 119* (Perg.) + II 122* (mit Spiegel).
Regelmäßige Reklamanten, zum Teil beschnitten. Foliierung des 17. Jhs.: 1-116, Bll. 1 *—4*, 117*—122* mit
moderner Zählung. Wz.: Dreiberg in Kreis (Bll. 1*—3*, 120*—122*; identisch im Vorsatz von Cod. Pal. germ. 37,
385, 395 und 479), nicht nachweisbar; vier Varianten Dreiberg mit zweikonturiger Stange mit Kreuz (Bll. 2-
117*), darunter ähnlich Piccard 16, VII/2.320 (Braunschweig u.ö. 1476), (identisch in Cod. Pal. germ. 316)
VII/2.321 (Ellwangen/J. u.ö. 1476, 1477); Bll. 1, 118*—119* ohne ¥z„ Schriftraum (teilweise rundum blind ge-
ritzt begrenzt): 13,3-14,5 x 9-9,5; 16-23 Zeilen. Bastarda von einer Hand (gleicher Schreiber wie München BSB
Cgm 582; evtl. Hans Lecküchner). Wenige Korrekturen von der Hand des Schreibers. 115 r—116 r (lat. Widmungs-
brief) von einer weiteren Hand. Die am Beginn der einzelnen Abschnitte stehenden V., meist vier bis acht
leoninische paarreimende Hexameter (Text, Textus), sind abgesetzt und durch einen größeren Schriftgrad
hervorgehoben. Auf sie folgt jeweils ein umfangreicher, kommentierender Prosatext (auslegung). 2 r blaue Initiale
mit ornamental gespaltenem Buchstabenstamm, Binnenfeldornamentik, Besatzfleuronnee und Fadenausläufer
über sechs Zeilen. 2 r rote Lombarde am Beginn des ersten Versblocks. Übliche Rubrizierung (nur 2 r). l v mit
Wasser- und Deckfarben kolorierte Federzeichnung: stehender Ritter mit an einer Lanze befestigter Fahne als
Wappenhalter eines kurpfälzischen Wappens. Devise auf der Fahne: Nu/ Et/ cetera (die gleiche Devise findet
sich in der Vergil-Handschrift, die anläßlich der Hochzeit Kurfürst Philipps von der Pfalz mit Margareta von
Bayern-Landshut im Jahr 1474 entstand; Vatikan BAV Cod. Pal. lat. 1632, l v, 108 r). Die Miniatur auf Bl. 1, die
laut Wegener, s. Lit., mittelrheinische Stilmerkmale aufweist, ist der Hs. vermutlich erst in Heidelberg vor-
gebunden worden (vgl. Lagen), evtl. ist sie in Heidelberg entstanden, vgl. Ulrike Frommberger-Weber, Spät-
gotische Buchmalerei in den Städten Speyer, Worms und Heidelberg (1440-1510). Ein Beitrag zur Malerei des
nördlichen Oberrheingebietes im ausgehenden Mittelalter, in: ZGO 121 (1973), S. 35-145, bes. S. 120f. Perga-
menteinband des 17. Jhs. (römisch), Rückentitel: 430/ Spiritualia/ dogmata. Farbschnitt (gelb). Gelb-grünes Ka-
pital. Rundes Signaturschild, modern: Pal. Germ. 430.

Herkunft: Datierung aufgrund des Wasserzeichenbefundes bzw. nach inhaltlichen Kriterien, Lokalisierung nach
der Schreibsprache. Evtl. Autograph des Nürnberger Fechtmeisters Hans Lecküchner (f 1482). Der auf zwei
Bll. der letzten Textlage (nicht wie Müller, s.u., mehrfach schreibt, auf dem eingehefteten Pergamentbl.) einge-
tragene lat. Widmungsbrief an Kurfürst Philipp von der Pfalz legt die Vermutung nahe, daß Lecküchner, der am
30. Juni 1478 an der Universität Heidelberg als Johannes Leckurchner de Nurenperga, presbiter Babenperg. dyoc.
immatrikuliert wurde (Toepke 1, S. 357), das Manuskript dem Regenten schenkte, um ihn für sich einzu-
nehmen. In München BSB Cgm 582 (Kat. München, BSB 5,4, S. 177f.) hat sich eine auf 1482 datierte Schwester-
handschrift erhalten, die statt des kommentierenden Prosatextes oder auch diesen ergänzend 414 bildliche Dar-
stellungen der behandelten Fechtstücke enthält. Sie ist ebenfalls Kurfürst Philipp von der Pfalz gewidmet und
nennt als Entstehungsdatum des Textes das Jahr 1478. Cod. Pal. germ. 430 vermutlich bereits Hs. der älteren
Schloßbibliothek, vgl. 4* r den sehr wahrscheinlich im Zuge der Katalogisierung 1556/59 eingetragenen Biblio-
thekstitel: Ein schirm buech oderfecht buech. l v Eintrag: Item schyrm buch (zu weiteren Hss. mit vergleichbaren
Einträgen vgl. Cod. Pal. germ. 323). 4* r Capsanummer: C. 155 (aus der jüngeren Schloßbibliothek; vgl. Kat.
Heidelberg, UB 6, S. XVI Anm. 33). Vorderspiegel Angaben zu Blattzahl und -folge (19. Jh.).

Schreibsprache: nordbairisch.

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