Mothes, Oscar [Editor]
Illustrirtes Bau-Lexikon: praktisches Hülfs- u. Nachschlagebuch im Gebiete d. Hoch- u. Flachbaues, Land- u. Wasserbaues, Mühlen- u. Bergbaues, d. Schiffs- u. Kriegsbaukunst sowie d. mit d. Bauwesen in Verbindung stehenden Gewerbe, Künste u. Wissenschaften ... (Band 2): C bis G — Leipzig, 1882

Page: 391
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G. 1.0, aus dem griechischen ll und dem hebräischen
H entstanden, war bei den Römern das Zahlzeichen für 400,
O für 400 000. — 2. Auf römischen Inschriften bedeutet
es Oasrw, Osns sie. — 3. In der Heraldik ist es die Be-
zeichnung für Gold. — 4. In der Mathematik sind A, O
Bezeichnungen für Grundlinie, Grundfläche re. — 5. In
der Mechanik bedeutet K die Beschleunigung (s. d.) beim
Fall der Körper.
Gäu, griech.IH, lat.Nallrw, Göttin der Erde, Mutter
der meisten Götter, namentlich der die verheerenden Kräfte
darstellenden. Vgl. auch d. Art. Chaos.
Gaar und Zusammensetzungen, s. unter Gar.
Gabanhstz, n., s. Angolaholz.
Oallarit, ssallari, in., frz., Maß, Lehre, Schablone,
bes. s. v. w. Besteck, Mall, Schiffsmodell.
Gabba, indisch, Grab; s. buddhistische Bauweise.
Gabbrsod.Euphodit,ra.,frz.§allllro,ra.,engl.Aallllro,3.
(Schillerfcls, Zobtenfels), körniges Gemenge der beiden
Silikate Labrador u. Diallag (auchBronzit gen., Art des
Augit). Unwesentliche Gemengtheile: Glimmer, Horn-
blende, Eisenkies u. Magneteisen. DerLabrador(Silikat
von Thonerde, Kalkerdc und Natron) ist im Gemenge vor-
herrschend. Die Farbe des G. ist, wie die des Labrador,
grünlich od. röthlich. Die wesentlichsten Bestandteile des
G.sind:Kieselerde,Thoncrde,Eisenoxydul,Manganoxydul,
Kalkerde, Kali u. Natron. Fundorte: Schlesien, der Harz,
Steiermark w. Der Witterung ausgesetzt, wird zuerst der
Labrador angegriffen. Diese Gesteintheile werden matt,
pulverig; das Wasser spült sie aus und es entstehen Ver-
tiefungen an der Oberfläche, in welchen der verwitternde
Diallag blätterartig hervorragt, doch geht die Verwitte-
rung nur langsam vor sich. Man benutzt den G. zu Bau-
steinen, seltener zu Verzierungen.
Gabel, ü, frz. kourellstks, I., der Punkt, wo der First
eines Dachfensters od. sonst eines Satteldachs an die Fläche
eines andernDachessich anseht, anstößt. — 2. frz. kourolls,
pairls, engl, kuroa, pmirls (Herald.), s. v. w. Schächer-
kreuz. — 3. frz. tirant, hier und da für Zuganker oder
Schlaudcr gebraucht, s.Ankerl u. 12. — 4. s. v. w.Schere
(s. d. u. Gabelverbindung). — 5. Attribut des Saturn u.
Neptun, s. Lickern u. Dreizack. — 6. (Masch.) u) frz. sn-
lourollomsnt, engl, lorllllnll, Gabctglicd, gabelförmiges
Gelenk oder K etteng l ied; ll) frz. snooells, engl, sooonti-i«-
And,halbkreisförm. Ausschnitt derExcentrikftange; e) frz.
60rne8, I. pl., engl, orukoll, G, an der Zahnstange einer
Winde, s. Fig. l 803 oben. — 7. (Hütt.) srz. korrrollo, engl,
kuraa, auch Furkel,Forke,Forkel, gabelförmige Rührkrücke.
Gabrlankrr, m., 1. s. Anker I. 7. — 2. frz. llurpon,
hier und da für Bügelanker gebraucht; s. Anker I. 8. u. 10.
— 3. Oft fälschlich stir Teianker (s. d.) gebraucht.
Gabelban-, n., Mothessches, s. d. Art.Band VI. ä. 4.
Gabelbshrer, m., Bohreisen mit. zwei gut vcrstählten
Spitzen, bei Bergbohrern für hartes Gestein an die Bohr-
stange angeschraubt.
Gabeldeichsel, l.. srz. limonitzra, k., engl, lorllack kbill,
s. d. Art. Deichsel 1, Wagen und Arme 9.
Gabeleisen, n., s. Anker 1.10.

gabelförmiger Galkenankrr, s. Anker I. i i. s.
Gabelmast od.Eaffelmajl,m.ffrz.rnLt lourollu sSchiffb.),
ein in der Dlitte seiner Höhe mit einer Gaffel (s. d.) ver-
sehener Mastbaum.
Gabelmine, I., s. d. Art. Mine, s^e.s
Gabclrad, n. (Masch.), Rad an Hebemaschinen, an
dessen Peripherie gabelförmige Eisen befestigt sind,in denen
das Seil läuft.
Gabelschlüssel, ra., frz. olsl ü ll tour-alle, engl, torll-
nwsnoll, gabelförmiger Schraubenschlüssel.
Gabrlthrilung I. der Flüsse, auch Bifurkation gen.,
eine merkwürdige Erscheinung, nach welcher in einer und
derselben Ebene, die man für das Gebiet eines Stromes
halten würde, zwei Ströme in einander entgegengesetzter
Richtung fließen, welche sogar durch einen Arm verbunden
sind: z. B. Orinoko und Amazoncnstrom, welche mit ein-
ander durch einen Arm des ersteren, den Cassiquiare, Zu-
sammenhängen.
Gabrlvrrbmdung, I., 1. für Eisen, s. d. Art. Eisen-
verbände 9. 11. 13. — 2. Für Holz, frz. kourolls, s. v. w.
Anschlitzung (s. d. sowie d. Art. Schere).
Gabrlwerk, n. (Mühlb.),Vorrichtung in Windmühlen,
durch welche der Beutel horizontal geschüttelt wird.
Oabls, k., Aallie, m., frz., Mastkvrb, Mars.
Gabinerstem, m., s. Peperin.
Oallllltztlo, in., ital., span. Aallirwts, s. Kabinet.
Oadioii, in., frz. u.span., Schanzkorb; Aadionnsr, mit
Schanzkörben verkleiden; Aallionnaäs, I., Schanzkorb-
verkleidung; ALllionna§6, m., Schanzkorbbrustlvehr.
Oalllk, 8., engl., altengl. Anllsll, Ag-voll, Aauill, altfrz.
Wallis, ni., lat. Ag-llaluin, n., s. v. w. Giebel; daher ^allls-
sar, Giebelähre; gslllö-^vall, Giebelniauer; Aallls-roof
Giebeldach, zu unterscheiden von ooinpa.88-rook; Aallls-
rvinäorv, Fenster mit sächsischem Bogen; Aulllkck^vinäorv,
Fenster mit Spitzverdachung; gadlack lloock-niouläing,
Spitzverdachung.
Oallltzt, 8., engl., §alll6t, in., altfrz., der Ziergiebel,
die Wimberge.
Oallorä, m., frz. (Schiffb.), eigentlich nur die Boden-
Planke in der untersten Reihe der Berkleidungsplankung,
die den Kielg ang bildet, doch auch auf andere Verkleidungs-
Planken übertragen; gulloräb, rn. x>I., der Kielgang.
Gabriel, s. d. Art. Engel.
Oalluroir, nr.,.frz., 1. (Schiffb.), Vcrstärkungsholz an
den Fußenden der Masten und an den Stößen der Raaen,
auch Wange oder Schale gen. — 2. (Dachd.) derEßhaken.
ll, frz., I.rundgeschlossencr Haken, bes. zum Be-
festigen der Dachrinnen, Rinnhakcn, Rohrschelle. —
2. (Schloss.) Schließkappe. — 3. lat. ALolluin, n., eiserne
Stange zum Kalkumrühren (Allellsr), s. Kalkkrücke. —
4. o. du plllkrisr, Gipsschaufel.
K-Lellsr, v. kr., frz., Mörtel w. anmachen, anrühren.
OLelrtzlle, I., frz., Zuhaltung.
klLvdis, m., frz., der angemachte Mörtel.
Oaä, 8., engl., l.fKriegsb.) Bindeweide, Weede, Wiede,
s. Band VII. — 2.(Minenb.) derFümmel. — 3.(Bergb.)
Eisen, Bergeisen, Setzeisen.
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