Mothes, Oscar [Editor]
Illustrirtes Bau-Lexikon: praktisches Hülfs- u. Nachschlagebuch im Gebiete d. Hoch- u. Flachbaues, Land- u. Wasserbaues, Mühlen- u. Bergbaues, d. Schiffs- u. Kriegsbaukunst sowie d. mit d. Bauwesen in Verbindung stehenden Gewerbe, Künste u. Wissenschaften ... (Band 2): C bis G — Leipzig, 1882

Page: 275
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F; 1. der Buchstab Ist aus dem griechischen Digamnm ^
entstanden, war bei denRömern Zahlzeichen für 40, R od. I'
fi'ir 40000. — 2. Auf römischen Inschriften bedeutet es
Ilarailia, I'soit, I'ilius, Riavins sts.— 3. Bei Tempera-
turangaben bedeutet z.B. lOOF'.s.v.w. 10 Grad des Ther-
mometers nach Fahrenheit, s. Fahrenheitthermometer.—
4. (Math.) Das große lateinisches wird häufig als Be-
zeichnung für den Flächeninhalt (s. d.) einer Figur ge-
braucht. — 5. Der große u. kleine lateinische Buchstab Ist
I, sowie das griechische u. <1, werden vielfach als Funk-
tionszeichen gebraucht; s. d. Art. Funktion.
Fabel, wird allegorisch dargestellt als Weib in einem
mit Figuren gezierten Gewand; das Bild der Sphinx so-
wie des Aesopus und Phädrus Werke umgeben sie.
lAbtzr, m., lat., jeder in hartem Material Arbeitende;
daher auch für Handwerker; l. 1i§narins, Zimmermann;
1. raarrnoris oder rnarmorarins, der Marmorarbeiter; l.
asrarins, Kupferschmied; l. lsrrarins oder 5. schlechthin,
Schmied; ladri ooronati, die heil.4 gekrönten Steinmetzen.
lürstrio, 8., engl., 1. der Stoff, das Zeug, Gewebe. —
2. Die Fabrik.
kaltriea, ist lat., 1. (so. ars) Gewerbe, Kunst, bes. die
Praxis derselben imGegensatzzurTheorie, vorzüglich auf
Baugewerke angewendet. — 2. (so. arsa) Werkplatz. —
3. (so. äomns), auch fabrivina, l., Werkstätle. — 4. (so. ros)
das Angefertigte, etwa s. v. w. Fabrikat, Gewerbserzeug-
nis, auch das noch in der Anfertigung Begriffene, z. B. im
Bau begriffenes Gebäude; so bes. 5. fadrioa evolö88iae,
lat., a) der Bau einer Kirche; d) Kirchenbaubehörde;
o) Kirchenbauexpedition; ä) Kirchenbaukasse sowie Ge-
schenk oder Abgabe an dieselbe.
lakrioars, v. a., lat., ital. ladbrisars, bauen.
I'alrrlvL, s.,altengl., 1. s.v.w. I"adrisa4.— 2.s.v.w.
IHmigno 3.
Fabrik, l., 1. frz. labimgus, l,, engl, ladrio, laotor)',
s., ^vorks,x1. Da die Einrichtung derFabrikenje nach den
Objekten, welche darin gefertigt werden, sehr verschieden
ist, so können wir hier nur Weniges berühren, was im all-
gemeinen bei Anlage solcher gilt. — Meist sollen sie um
ein gewisses Maß von anderen Gebäuden entfernt sein, in
manchen Stadttheilen dürfen überhaupt keine angelegt
werden. Die Reichsgesetze enthaltenhierüber weniger Vor-
schriften als die lokalen Statuten, Reglements rc., über
welche man sich also vor Beginn des Entwurfes instruiren
muß.— Auch die Vorschriften bezüglich der Feuersicherheit,
der Höhe der Räume, derLüftungsverhältnisse rc. sind noch
vielfach verschieden. VorallenDingenvermeidemanthun-
lichst, die Decken-u.Dachkonstruktionen, sowie deren Träger
zugleich zu Befestigung gehenden Zeugs zu verwenden,
oder berücksichtige mindestens die dadurch hervorgebrachte
Erschütterung sorgfältig)!. Den großen Arbeitsräumen
gebe man genügende Höhe und genügend große Eingänge.
Dieselben müssen wie alleRäumevorzüglich hinreichendes
Licht (oft von oben einfallendes) haben. Die Heizung ist
meist eine centrale, Beleuchtung geschieht durch Gas, je-

doch mit steter Berücksichtigung der Feuersicherheit, neuer-
dings oft durch elektrisches Licht. Die Kontors, Zimmer
der Aufseher rc. müssen leichtzugänglich sein und soliegen,
daß von ihnen aus ein möglichst großer Theil der Fabrik-
räume übersehen werden kann. Treppen u. Abtritte suche
man so viel alsmöglich an den Giebelseiten anzubringen.
In großen Fabriken wird meist eine Restauration einge-
baut, sowie besondere Garderoben, nach den Geschlechtern
getrennt; auch hierüber bestehen gesetzlicheBestimmungen.
Da bei solchen, technischen Zwecken gewidmeten Gebäuden
auf zierliches Aussehen weniger ankommt, so sind sie ge-
wöhnlich einfach. Alles Weitere s. z.B. in den Art.Druckerei,
Tabaksfabrik, Zuckersiederei rc. — 2. Baubehörde, Bau-
kaffe rc. bei katholischen Kirchen, s. Radrisa 5.
ikudrique, l., frz., 1. die Fabrik (s. d. 1.).— 2. s. v. w.
Radrioaä. — 3. Kleine Baulichkeit (s. d.) in Gärten re.
— 4. (Schiffb.) die Strooking, der Strich, Verlauf eines
Schiffes.
I'udulaloriuiu, n., lat., Sprechzimmer der Mönche
s. Kloster.
l., frz., engl, lass, lass-xlan, lront, ital.
lassiata, lat. lasiss, msntnra, deutsch Facade, Fasade,
Fassade geschrieben, Aufriß od. geometrisch gezeichnete Dar-
stellung der Außenseite eines Gebäudes; man unterschei-
det: 1. IV antsrisnrs, l. äs äsvant, l. prinoipals, engl,
main-lass, lors-laos, lat. lrontais, vordere oder Haupt-
fatzade, nach der Hauptstraße zugekehrt. — 2. Ist äs söts,
engl, lateral lass, siäs-laos, die Seitensatzade, welche
den Hof, Garten oder die Nebenstraße begrenzt.— 3.1üäs
äsrriörs, Hinterfa^ade. — 4. Ist än lrontisxiss, engl,
lass ol'tlrs loontisxios, dieGiebelfa^ade.— 5. Iü lsints,
die blinde Fasade, Blendsa^ade rc. Die Anordnung der
Fa^aden hängt zunächst davon ab, wie viele und wiegroße
Emgangs- oder Lichtöffnungen das Innere beansprucht,
dessen Eintheilung u. Charakter sich möglichst in der Fasade
ausdrücken soll, lieber Dekoration der Fanden s. d. Art.
Anordnung, Aesthetik, Eintheilung u. a. mehr.
luve, tst frz., 1. (Geom.) engl, lass, siäs, siäs-lass,
snrlass, lat. laoiss, die Fläche, Seite, Seitenfläche eines
Körpers. — 2. (Zeichn.) engl, lass, lasinA, ital. laooia,
span, laois, lat. laoies, die Außenseite, vordere Fläche;
l. ä'nn latiinsnt, die Fasade; l. ä'nns pisrrs, engl, lass
ol a stons, die äußere unbehauene Seite eines Steines.—
3. (Zimm., Tischt., Steinm.) deutsch Face, Fase, l., engl,
dsvsl, sllamlsr, die abgeschrägte Kante, Abfasung, Ab-
gratung. — 4. engl. u. lat. lasoia (Bauk.) die Borte, der
Bund, Streifen, s. d. Art. Band l. 2. — 5. (Hüttenw.)
Seite eines Ofens: l. äs l'aiäs, die Hintere lange Seite des
Doppelflammofens; l. äs sontrs-vsnt, die Windseite; l.
äs travail, äs äsvant, äs oonlsssto., Arbeitsseite, Vor-
derseite des Hohofens.— (Masch.) engl.lass, Stirnfläche,
Kopfseite eines Radzahns, Seitenfläche eines Keils rc. —
7. (Kriegsbauk.) engl, lass ol a vvork, bei den Festungs-
werken die dem Feind zugewendete Seite. Zwei derselben
bilden durch ihr Zusammenstößen einen ausspringenden
Winkel, s. Bastion und Gcsichtslinie.
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