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Ist Fetischismus die Urform aller Eeligion?

Der erste Impuls zur Wahrnehmung des Unendlichen.

In meiner ersten Vorlesung- versuchte ich die Grund-
lagen frei zu legen, auf denen allein die Religion auf-
gebaut werden kann. Wenn der Mensch überhaupt unver-
mögend wäre das Unendliche, in seiner ursprünglichsten
und noch ganz unentwickelten Form, ich sage nicht zu
begreifen, aber doch wahrzunehmen, so würde er nie ein
Recht haben, von einer Welt jenseit dieser endlichen Welt,
von einer Zeit jenseit dieser endlichen Zeit, oder von einem
Wesen zu sprechen, das, wenn er sich auch scheut es mit
solchen Namen wie Zeus, Jupiter, Dyaus pitar oder Herr!
Herr! zu nennen. doch von ihm mit Worten wie Unbe-
kannt, Unbegreiflich, Unendlich gesucht, verehrt, ja geliebt
werden kann. Wenn im Gegentheil ein AYahrnehmen des
Unendlichen möglich und berechtigt ist, wenn es mir ge-
lungen ist nachzuweisen, wie diese Wahrnehmung des Un-
endlichen die Grundlage aller unserer sinnlichen Wahr-
nehmungen endlicher Gegenstände, und gleichfalls aller
auf diesen Wahrnehmungen gegründeten Begriffe und Yer-
standesoperationen ist, dann haben wir festen Boden ge-
funden, sei es um die verschiedenen Formen verstehen zu
lernen, welche dieses Gefühl bei den Yölkern des Alter-
 
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