Hartmann, ... [Red.]
Beschreibung des Königreichs Württemberg (Band 61): Beschreibung des Oberamts Neckarsulm: mit fünf Tabellen, einer historisch kolorirten Karte des Oberamts und drei lithographirten Ansichten — Stuttgart, 1881

Seite: 679
Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/oab_neckarsulm1881/0697
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
Züttlingen.

679

gegeiiüber von Domeneck auf den Pfassettäckertt. Fnnde: Grund-
inauern, Stücke von Ziegeln, Heiznngsröhren, Gesässen, der obere
Theil von einer großen Amphore (W. F. VI, 296); ebenso ergaben
sich Fnnde beim Habicht im Hardthänser Wald.

Ein germanischer Grabhügel, nnweit des sreiherrlich von
Ellrichshausenschen Hosguts Ernstein ans der Höhe des Berg-
kainmes gelegen, wurde 1864 durchschnittcn; es fanden sich in
demselben nnr schwache Reste von Kohle und Asche. — Aus den
Aeckcrn unweit Züttlingen gegen Maisenhälden wurde ein gegen
3 Zoll langer, IV2 Zoll breiter und D" dicker Streitmeißel
oder Donnerkeil mit sehr scharser Schneide, aus Kicselschieser,
ansgegraben.

Ueber Ernstein und Domeneck siehe unten.

Züttlingen, alt 2utUinFon, Drt eines 2ntUo, mird schon
in der Zeit der sränkischen Könige Pipin und Karl aus Anlaß
von Schenkungen an das Kloster Fnlda genannt. Es ivar
Reichslehen, geliehen an den Bischos von Würzburg (vielleicht
vorher an die Herren von Dürn — s. Möckmühl) nnd weiter-
hin theils an eine Adelsfamilie, die sich von Z. nannte nnd
wohl eines Stammes mit denen v. Ernstein war, theils an
die Herren von Domeneck. Durch Heirat kam der Züttlingen-
Ernsteinische Theil an die Helmstadt, von diesen an die Rüd
v. Bödigheim, weiter an die Neideck, Berlichingen, Echter von
Mespelbronn, von letzteren 1628 dnrch Tausch an Hans Kaspar
v. Herda, 1676 durch Heirat einer von dessen Enkeltöchtern an
die noch hier ansäßigen Herren von Ellrichshansen. Begütert
waren in Z. zeitweilig anßer den Genannten: Hohenlohe, von
Stetten, Stumpss v. Schweinberg, die Klöster Seligenthal nnd
Schönthal, das Stist Möckmühl.

Tie Pfarrei wurde von Würzbnrg 1325 dem Stist Mos-
bach einverleibt. 1442 ist nach dem Amorbacher Kopialbuch
Pfarrer Walter Verber (Tinetor, Färber). Jm Würzburger Spno-
dalbuch von 1453 stehen als Pfarreien neben einander: ^8ani8tat,
/ntUnFvn und folgt dann die priiui88aiia in Li^tin^on. Letztere
Gemeinde, mit Reichertshausen, Kresbach nnd Maisenhälden bis
zur Resormationszeit nach Z. eingepsarrt, sührte 1497 Klage
gegen den Psarrer Heppelmann, daß er ihren Gottesdienst,
welchen ein Frühmeßkaplan besorgen sollte, vernachläßige; Pfalz
und Würzburg trugen dem Probst von Möckmühl, Konrad Wohl-
gemuth, aus, Abhilfe zu schaffen. Als 1539 der Pfarrer Johann
loading ...