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Grass, Carl August von [Oth.]; Siebmacher, Johann [Bibliogr. antecedent]
J. Siebmacher's großes und allgemeines Wappenbuch: in einer neuen, vollständig geordneten u. reich verm. Aufl. mit heraldischen und historisch-genealogischen Erläuterungen (Band 2,6): Der Adel in Baden: nebst Anhang, die Standes-Erhebungen des fürstlichen Hauses Fürstenberg enthaltend — Nürnberg, 1878

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https://doi.org/10.11588/diglit.24727#0122
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108

DER ADEL IN BADEN, edelleute.

line von Brandenburg-Baireuth zu Erlangen,
war seit 1791 Aebtissin des evangelischen Damenstiftes
zu Pforzheim und starb daselbst 1797.

August v. H-, geb. den 18. August 1786 zu Stade
im Königreich Hannover, zeichnete sich im badischen
Heere in den Kriegen gegen Napoleon aus und lebte noch
1889 als Obrist und Commandeur des Leibinfanterie-Re-
giments zu Karlsruhe und Dr. Georg v. H. war 1858
Privatdocent zu Heidelberg.

Wappen: in S. drei (2. 1.) spitze, linksgebogene r.
Mützen mit dergleichen! Stulp und verschlungenen Sturm-
bändern

Kleinod: s. r. Wulst mit zwei r. Fähnlein an g.
Stielen, dazwischen ein r. Hut wie im Schild.

Decken: r. s.

(Hof- und Staatshandbücher. Badisches Lexikon
S. 576. v. Wechmar S. 61. Grote hannövrischer Adel
etc.)

Molztag. (Taf. 68.)

Das Geschlecht derer von Holzing oder Holtzing ge-
hörte ursprünglich zu dem adeligen Patriziate der Reichs-
städte Biber ach und Ravensburg und aus demselben
war Johann v. H., erwählt 1422 und gestorben 1432,
gefürsteter Probst zu Eil wangen. Ein kaiserlicher
Hauptmann Georg Christoph v. H. erhielt am 18. Ok-
tober 1630 Adelsbestätigung und Johann Holtzing,
kurbairischer Obervogt der Herrschaft Weissensteig,
den rittermässigen Adelstand für Reich- und Erblande mit
„von“ und Berechtigung sich nach erwerbenden Gütern
zu nennen, dann Wappenbesserung, Prag den 16. Okto-
ber 1654. Weiter aber erlangten Johann Baptist
Holzing, markgräflich badischer wirklicher Hof- und
Regierungsrath und sein Bruder Franz, markgräflich
badischer Amtmann zu Ettlingen, Bestätigung u. resp.
Erneuerung ihres anererbten Reichsadelstandes mit „von“
und Bewilligung sich nach Gütern nennen zu dürfen,
auch Berechtigung zu Lehen, Wien den 3. Januar 1789.

Nachkommen der Letzteren waren und sind noch
jetzt im Grossherzogthum bedienstet. Leopold v. H.,
geb. den 31. Okt. 1784, gestorben zu Mannheim den
19. Mai 1831, war Obrist u. Commandeur des Dragoner-
regiments von Freystedt und Flügeladjutant und Josef
Maria v. H., geb. den 18. Januar 1788, j 1866, Kam-
merherr und Hofoberforstmeister. Sein Sohn Adolf v. H.
ist Oberstallmeister und Chef des Oberstallmeisteramtes.

Stammwappen: in S. ein mit 3 g. Ringen (1.2.)
belegter pp Sparren.

Kleinod: gekrönt mit 2 s. Hörnern, dazwischen der
Sparren mit den Ringen.

Decken: fl: s.

Späteres Wappen: in R. ein schreitender g. Löwe
(Leopard) mit durch die Beine gezogenem Schwanz.

Kleinod: zwischen 2 r. Hörnern der Löwe wach-
send.

Decken: r. g.

Vermehrtes Wappen 1654: Von S. und R. ge-
viert. I. und IV. Stammwappen. II. und III. späteres
Wappen, der Löwe indessen aufgerichtet und einwärts ge-
kehrt, mit durch die Beine gezogenem Schwanz.

Kleinod: gekrönt, zwischen einem s. u. einem r.
Horn der Löwe wachsend.

Decken: rechts fl: s., links r. g.

Jetziges Wappen 1789: wie 1654, nur dass der
Schwanz des Löwen aufgerichtet ist.

Kleinod: gekrönt, zwei Hörner, rechts von S. u. fl;,
links von G. u. R. getheilt, dazwischen der wachsende g.
Löwe.

Decken: rechts fl; s., links r. g.

(Ministerial-Akten. Hof- und Staatshandbücher, v.
Wechmar S. 21. 49. 98. Badisches Lexikon S. 579 u.
580. Heyer von Rosenfeld etc.)

Horadam. (Taf 68.)

Ein mainzer Adelsgeschlecht, aus welchem Seba-
stian v. H., geb. den 3. Oktober 1776, ein Sohn des
kurmainzischen Hauptmanns v. H , 1806 von Lein in gen
als Stabscapitän von Baden übernommen wurde. Er zeich-
nete sich in den Kriegen mit Frankreich höchst ehrenvoll
aus und lebte 1841 noch als Obrist und Rekrutirungs-
stabsofficier zu Freiburg. Auf sein Gesuch um Aner-
kennung des Adels seiner Familie, erhielt er vom gross-
herzoglichen Staatsministerium unter dem 27. Decbr 1841
den Bescheid, dass die Fortführung des adeligen Prädi-
kats, für sich und seine Nachkommen, nicht zu beanstan-
den sei.

Söhne des Obristen sind: Franz v. H., 1862 Major
und Ludwig v. H, 1844 Hauptmann im 4. Infanterie-
regiment, ein Enkel aber: N. v. H. ist 1873 Secondelieu-
tenant im badischen Dragonerregiment Markgraf Maxi-
milian.

Wappen: in B. zwischen einem gestürzten s. Spar-
ren, ein ausgebogenes s. Kreuz.

Kleinod: gekrönt mit fl Flug, dazwischen das s.
Kreuz.

Decken: b. s.

Anderes Wappen: in R. den gestürzten Sparren
g., dazwischen das s. Kreuz.

Kleinod: ein offener r. Flug, dazwischen das s.
Kreuz. Statt Kreuz wird auch der g. Sparren vor dem
Fluge gefunden.

Decken: rechts r. g., links r. s.

(Ministeriai-Akten. Hof- und Staatshandbücher, v.
Wechmar S. 6. 14. 18. 298. 299. Badisches Lexikon
S. 583. Frhr. v. Röder Stammbuch. Heyer von Rosen-
feld.)

Morntiial. (Taf. 63.)

Der Stadtcommissär und Polizeidirektor Franz
Ludwig H. erlangte vom Könige von Baiern, am
23. April 1815, den Adelstand unter Verleihung des Wap-
pens des erloschenen nürnberger Geschlechts von Rog-
genbach. Wahrscheinlich ein Sohn desselben, Dr. Jo-
hann Peter v. H. aus Bamberg, war von 1819 bis
1824 ordentlicher Professor zu Heidelberg.

Wappen: in G. ein rechter fl Schrägbalken, belegt
mit einem g. Stern zwischen zwei g. Kronen.

Kleinod: gekrönt mit offnem Flug, rechts fl g.,
links g. fl: getheilt, dazwischen wachsend ein armloser
fl gekleideter Mann mit langem Haupthaar.

Decken: fl: g.

(v. Wechmar S. 59. Stammbuch Bd. II S. 190 etc.)

Hyrth. (Taf. 64.)

Der fürstlich öttingen-wallerstein’sche Hof-
rath und Oberamtsrath an dem gefürsteten Damenstift
zu Säckingen, Franz Josef Ignaz H., wurde von
dem Kaiser Franz H., Wien den 8. Oktober 1798, in
den erblichen Adelstand für Reich- u. Erblande erhoben.
Derselbe starb am 16. September 1810 zu Säckingen
mit Hinterlassung eines Sohnes Karl Friedrich, von
dem nicht bekannt, ob er seine Familie fortgepüanzt hat.

Wappen: von B. u. G. getheilt, oben ein g. Löwen-
kopf, unten zwei gekreuzte gr. Palmzweige.

Statt Kleinod: Edelmannskrone.

(Ministerial-Akten. Megerle v. Mühlfeld Bd. H
S. 327.)

Jagemauu. (Taf. 64.)

Thüringen’sches Adelsgeschlecht, welches von dem
Kaiser Rudolf, Prag den 27. November 1590 in der
Person des fürstl. braunschweig’schen Kanzlers u. Kam-
merraths Dr. Johann Jagemann für sich und seine
 
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