Zahn, Wilhelm
Die schönsten Ornamente und merkwürdigsten Gemälde aus Pompeji, Herculanum und Stabiae: nach einigen Grundrissen und Ansichten nach den an Ort und Stelle gemachten Originalzeichnungen (Band 3) — Berlin, 1852/​1859

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In einer ebenso einlach natürlichen als reisenden Gruppe ist Telephus an der Hindin säugend vorgestellt, die den Kopf schmeichelnd zu

ihn wendet, und ilim mit der Zunge liebkoset. Der Knabe hat sieh halb aufgerichtet und stützt sich auf die rechte Hand, mit der linken nähert

er das strotzende Euter seinem Munde.

Daneben steht Hercules ganz nackt; die Keule, über welche er die Löwenhaut gehängt hat, ist unter die linke Achsel gestützt, auf ihr lehnt
das Gewicht des ganzen Körpers, der linke Arm hängt lässig herab, der rechte ist auf den Rücken gelegt. Köcher und Bogen hängen an der linken
Seite. Das Haupt (Taf. 3.) ist mit einer Binde geschmückt, um welche Lorbeerzweige gewunden sind, und deren Enden über den starken, stierartig
gebildeten Nacken herabfallen. Durch diese Binde wird Hercules als siegreicher Kämpfer bezeichnet; welchen Sieg er gewonnen hat, läfst sich
nicht angeben. Das Gesicht zeigt, wie der ganze Körper, weniger edle Formen, als eine durch mühevolle Arbeit gestählte Kraft, aber sprechend
ist der Ausdruck der Betroffenheit und des Erstaunens über diesen unerwarteten Anblick in seinen Mienen.

Eine "-öttliche Fü°-un"- hat ihn hieher geführt, wo er seinen Sohn findet: das sagt uns die weibliche Flügelfigur, welche über seinem Haupte
sichtbar wird. Mit der ausgestreckten Rechten weist sie auf den Knaben hin, und mit der Linken scheint sie ihm die Wendung gegeben zu haben,
welche ihn den säugenden Knaben entdecken läfst. Einen Namen für diese Frau zu suchen, dürfte vergebene Mühe sein; weder der Olivenkranz in

dem nach Juni^frauensitte in einen

Knoten zusammengebundenen Haar, noch die Kornähren in ihrer Linken, geben darüber bestimmten Aulschlufs.

» struppige Haupt- und Barthaar hat der Nil mit den übrigen Gottheiten des unruhigen Elements g
n auszeichnen- die dunkle Farbe seines Körpers ist für den Flufsgott des Südens bezeichnend. Io

Der religiösen Anschauungsweise der Alten gemäfs, welche sich mit den Göttern stets in einem persönlichen Verkehr wufste, sehen wir auf Kunst-
werken und besonders auf Wandgemälden, häufig geflügelte Frauen erscheinen, welche das unmittelbare Eingreifen der Gottheit in die Begeben-
heiten andeuten und deren besondere Bedeuluug auf dem gesammten Zusammenhang beruht. Wir sind daher nur zu häufig auf diese allgemeine

Erkenntnis beschränkt.

Wenn Hercules durch göttliche Führung geleitet ist, so ist auch Telephus unter mächtigen Schutz gestellt, lieber ihm sitzt auf einem
Felsen eine stattliche reich bekleidete Frau, mit einem Thierfell als Mantel; sie ist mit Armbändern, und nach der Sitte Römischer Zeit auch mit
einem Rin"- «-eschmückt. Ruhig und fest sitzt sie da, die Linke stützt einen knorrigen Stab hoch auf, der rechte Arm ist an den Fels gelehnt, die
Hand ruht an der Wange; so blickt sie mit klarem majestätischem Blick gerade vor sich hin. Ihr Haupt ist mit einem reichen Blumenkranz ge-
ziert neben ihr steht ein mit Früchten gefüllter Korb (Taf. 2.). Diese Attribute, sowie ihre ganze Haltung, lassen keinen Zweifel, dafs es die Göttin
des Landes Arkadien ist, unter deren Schutz Telephus sich befindet. Ueber ihrem Haupt wird ein jugendlicher männlicher Kopf sichtbar, der lächelnd
den Mund öffnet und die Zähne sehen läfst und schlau die Augen halb schliefst; dieser Ausdruck des bekränzten Hauptes, sowie die länglichen
Thierohren lassen Pan in ihm erkennen, der durch das Thierfell, die Hirtenflöte und den Hirtenstab vollends deutlich bezeichnet ist. Er ist der hei-
mische Gott Arkadiens, der dort auf den Bergen sein Wesen treibt, und an der Stelle, wo Telephus von der Hindin gesäugt sein sollte, ein Heilig-
thum hatte. So sehen wir also den Knaben von den Gottheiten behütet, welche die natürlichen Beschützer für eine Anschauungsweise waren, die
ein Land, ja jeden Ort nur als ein personificirtes Wesen aufzufassen gewohnt war.

So klar alle diese Figuren in,ihrer Beziehung auf einander sind, so dunkel ist die Bedeutung der beiden Thiere neben Hercules. Zwar
den Adler, der auch auf den oben erwähnten Münzen erscheint, könnte man allenfalls erklären als den Vogel, der im Gebirge horstet, und der als
Bote des Jupiter den Sohn des Hercules zu schützen gesandt ist. Der Löwe aber hat weder zu der Gegend noch zu der Person irgend eine nähere
Beziehung, und ist hier daher eine ganz räthselhafte Erscheinung.

TAF. IVt Die Griechische Kunst hat den Gott des Weins mit einem zahlreichen Gefolge von Nymphen, Satyrn, Panisken und Cen-
tauren umgeben, in welchen sich seine aufregende und zauberisch fesselnde Macht kund giebt, und die zum Theil schon durch ihre halbthierische
Bildung verrathen, dafs hier die sinnliche Natur den Vorrang behaupte. Diese phantastischen Bildungen wurden dann auch auf das Element des
Wassers übertragen, da denn diese \\ esen auf noch groteskere Weise menschliche Gestalt mit den wunderbaren Geschöpfen des Meeres verbinden.
So umgeben sie in fröhlichem Gewimmel, in behaglicher Lust durch das feuchte Element gleitend, die höheren Götter des Wassers, und leihen ihnen
ihren Rücken, besonders der meergebornen Venus. Bei Claudian läfst sie durch Amor einen Triton herbeirufen, der mit einer schönen Seenymphe
Cvmothoe schäkert;' sofort eilen beide herbei, Venus setzt sich auf den Rücken des Triton, und umgeben von Amoren und Nereiden wird sie
von ihm über die sich glättende Fläche des Meeres getragen.

So sehen wir sie auf unserem .Genjälde mit "der Krone auf den blonden Locken, die frei auf den Nacken herabfallen, das Scepter in der
Rechten, bequem auf dem Rücken eines Triton gelagert, auf dessen Nacken sie sich mit dem linken Arme stützt; der linke Fufs berührt leicht
die kühlende Fläche. Ein Gewand, das die Beine umschlingt, enthüllt den ganzen Oberleib und läfst uns die schönen Formen eines jungfräulich
zarten Körpers bewundern. Hinter ihrem Rücken haben zwei Amoren das Gewand gefafst und halten es über ihrem Haupt zu einem Segel aus-
gespannt; auch ragen zu beiden Seiten aus der blauen Luft die Köpfe zweier Windgötter hervor, der eine bärtig; der andere unbärtig, welche mit
frischem Hauch die heitere Fahrt befördern. Der Triton, welcher die Göttin trägt, ist bärtig, die Formen seines Gesichtes, so wie des menschlichen
Theils seines Körpers, gleichen ganz denen der Centauren, auch ist nach ihrer Sitte ein Thierfell über seine Schultern geworfen. Und wie wir
die Centauren, welche den Wagen des Bacchus ziehen, meistens musicirend finden, so hält auch hier der Triton die schildkrötenförmig gebildete
Leier, mit der Linken rührt er die Saiten, mit der Rechten hat er das Plectrum gefafst; auch verräth sein ernster sinnender Blick die Aufmerk-
samkeit, mit welcher er sich der Musik hingiebt. Der thierische Theil seines Körpers zeigt dcn*Seebewohner. Seine Beine sind mit Flossen ver-
sehen und gehen in Schwimmfüfse aus, den hinteren Theil aber bildet ein mehrfach gewundener Fischleib, der in einen Schwanz mit gespaltener
Flosse endigt. Die runde Wölbung desselben hat ein Amor sich zum Sitze ausersehen und begleitet mit den fröhlichen Klängen seiner Doppel-
flöte das Saitenspiel seines Trägers. Neben diesem ragt mit dem nackten Oberleibe eine schwimmende Nereide aus dem Wasser hervor; auf der
linken Schulter trägt sie eine Urne, welche sie mit fier rechten Hand unterstützt. Nichts ist gewöhnlicher als die Urne in der Hand der Wasser-
nymphen zu sehen; hier mag sie noch eine Beziehung auf das Bad der Venus haben. Ihr blondes Haar flattert im Winde frei um das mehr frische
als edle Gesicht, ihre Augen hat sie auf den Triton gerichtet,.und scheint mit ihrem'Gesänge seiner Leier zu folgen.

TAF. Y. Das grofse Gemälde stellt eine Jagd in eigenthümlicher Weise dar: nicht nur Jäger mit ihren Hunden, sondern Raubthierc
sind an demselben Ort zu gleicher Zeit jagend vorgestellt. Man hat diese auffallende Erscheinung durch die Annahme zu erklären gesucht, dafs
die Römer Tiger und Löwen zur Jagd abgerichtet hätten, und diese Art zu jagen hier dargestellt sei. Allein es findet sich davon bei den Alten
nirgends eine Spur, und ein Blick auf unser Bild zeigt, dafs sowohl der Löwe, welcher den Hirsch zerfleischt, als auch die den Stier jagenden
Bestien unter keiner Aufsicht der Jäger stehen, dafs gar keine Beziehung derselben untereinander Statt findet. Es ist hier eine ziemlich willkühr-
liche Zusammenstellung einzelner Scenen, wie sie die beliebten Thierhetzen darboten, in denen sowohl Menschen mit wilden Thieren, als diese unter
einander kämpften, welche hier etwas locker und äufserlich zu einem Ganzen vereinigt sind. Offenbar hat der Besteller das, was ihn in der Arena
ergötzte, auch in seinem Hause sehen wollen, und dem Maler ist es gelungen die wildesten und gefährlichsten Thiere mit den flüchtigsten zu ver-
einigen. ' Das Landschaftliche ist in einer Weise behandelt, dafs man weniger in eine rauhe Felsgegend versetzt, sondern mehr an eine künstliche
Anlage erinnert wird, besonders durch die beiden Felsenthore, wie es deren in den grofsen Wildparks wohl geben mochte. Bei dem Jäger,
welcher den Eber durchbohrt, könnte man durch den Hut, den er trägt, verleitet werden an Odysseus, und seine aus der Odyssee bekannte Eberjagd
zu denken. Auch ist es wohl möglich, dafs der Maler diese Gruppe einer Darstellung dieses Gegenstandes entlehnt hat — ein Verfahren, das na-
mentlich in den Pompejanischen Wandgemälden keineswegs unerhört ist — allein im Zusammenhang dieser ganzen, Vorstellung ist gewifs an eine
mythologische Scene nicht zu denken.

TAF. VIII. Das vorliegende Gemälde ist ein neuer Beweis für die bei den Römern der Kaiserzeit herrschend gewordene Vorliebe für
Vorstellungen, bei welchen sich Aegvptisches Costüm anbringen liefs, wofür die Zeugnisse namentlich in Pompeji sich so häufig finden. Der Ge-
genstand desselben kann nicht zweifelhaft sein, es ist die Ankunft der Io in Aegypten.

Der auf vielen Pompejanischen Gemälden üblichen Darstellungsweise gemäfs ist die Verwandlung der Io in eine Kuh nur durch die an
der Stirn sprossenden Kuhhörner angedeutet, übrigens ist die schöne Gestalt des Mädchens unangetastet geblieben; ebenso wird der in einen Hirsch
verwandelte Aktäon in menschlicher Gestalt mit einem Hirschgeweih gebildet. Wenn die Sage Io durchs Meer schwimmen liefs, um in Aegypten
an den Ufern des Nifs Erlösung zu finden, so stellt die bildende Kunst sie uns vor, wie sie von dem kräftigen Flufsgott, der mit halbem Leibe aus
dem Wasser hervorragt, auf d« Schulter getragen wird, und durch seine Hände gestützt^ den Fufs ans Ufer setzt, um ihn alsbald seiner Bürde zu

gemein, auffallend sind die

entledigen. Das etwas

Thierohren, welche ihn auszeichnen: "die dunkle Farbe seines Körpers ist für den tlulsgott des Südens bezeichnend. Io reicht ihre ausgestreckte
Rechte mit einem Blick, der um gastliche Aufnahme bittet, einer am Ufer sitzenden Frau dar, welche mit einer Miene voll Vertrauen die darge-
botene Hand ergreift Es ist eine stattliche Figur von matronalen Formen, reich bekleidet mit einem weifsen Gewand, über das noch ein Mantel
gleicher Farbe gebreitet ist; ihr Haar, das ein Kranz schmückt, fällt in vollen Locken auf die Schultern herab. Wenn schon die Haltung dieser
Frau und ihre Beziehung zu Io die Landesgöttin Aegyptens in ihr vermuthen lassen, so wird dies durch Are Attribute nur bestätigt. Ihren rechten
Fufs setzt sie auf ein Krokodil, das aus dem Flusse auftaucht, und um ihren linken Arm windet s.ch die Schlange, welche sich in ihrer Hand mit
geschwollenem Halse emporbäumt, der Kneph oder Uraeus, das heilige Thier der Aegypter. Alles, was wir m mrer Umgebung sehen, bestätigt es,

At ■ ■ a t i ■ l • tT i T- ••»IM,,, Fh,-P Prwiesen werden wird. Neben ihr sitzt, mit untergeschlagenem Beine, die Linke

dals wir in dem Lande sind, wo einst lo als Isis göttliche rmie eivutsui A\eiutu

r i v, x.-x t • w v u vil-. TT f Ja, Jm 7P;<rpfin«-er der rechten Hand an den Mund legt: es ist llorus oder Har-

aul den Sitz stützend, ein nackter Knabe mit bekränztem Haupt, der den £eigeun<,u uei i<^ o ^

i i • ck <• î n * n i •• r • i il-™ «follnn«. hpo-P.rnpii Hinter ihr werden zwei Gestalten mit halbem Leibe sicht-

pokrates, dem wir auf Aegyptischen Darstellungen häufig in derselben Stellung begegnen, nunu

i- i -j i x... v 1 i • v* ■ ii e»- i i- •. ■* -ir c: i,„,.l„,:f v,, Pi-kpnnen sind. Die eine derselben ist ollenbar weiblich, mit

bar, die leider beschädigt und nicht in allen Einzelnheiten mit völliger Sicherheit zu ei keimen »um. ^ >

.„ f( , , ,, -, . i i t> . i • T.» t ■ f „;0 flip« bei Isis und ihren Priesterinnen charakteristische Tracht

einem weifsen Gewände bekleidet, das über der Brust kreuzweise geschürzt ist, wie oies uu im» uuu

-, ,, • Tr . ... f..m . , t -, -, , t i t- i„r, h-\U «ip einen langen Stab, in der ausgestreckten Rechten

ist; ihr Haar, mit einem Kranze geschmückt, fallt in langen Locken herab. In der Linken Halt sie einen i<tugcu , ^ ...

das beim Isiscultus übliche Instrument, die Klapper oder das Sistrum. Die neben ihr stehende Figur scheint männlich zu sein, sie ist mit einem
weifsen Ueberwurf bekleidet; das Haar ist nach dem im Isisdienste üblichen Brauch abgeschoren, eine Art von Haube, welche als den Isisdienern
eigenthümlich erwähnt wird, und hier noch mit einem Kranze geziert ist, bedeckt den Kopf. -Die Rechte streckt auch diese Figur mit dem Sistrum
aus, in der Linken hält sie den schlangenumwundenen Heroldsstab. Dieser ist nicht eigentlich Aegvptisch, allein die Römer, welche den Aegypti-
schen Airabis für ihren Mercur erklärten, gaben ihm auch den Heroldsstab, und so erscheint er unter den Symbolen des Aegyptischen Cultus. Echt
Aegvptisch ist aber das kleine Henkelgefäfs (Situla), das diese Figur am linken Arme trägt, es durfte bei keiner Isisprocession fehlen, und in Pom-
peji hat sich ein zierliches Gefäfs der Art von Silber, mit Aegyptischen Cultusvorstellungen geschmückt, aufgefunden. Zu beachten ist auch die
weifse Kleidung dieser drei Figuren, es ist die linnene, welche im Isisdienst allein zulässig war; dagegen ist Io mit einem blauen, roth gelütterten
Mantel bekleidet. Ganz im Vordergründe ist neben Harpokrates auf einer Basis der heilige Krug aufgestellt, die Schlange an demselben scheint,
wie das auch sonst vorkommt, den Henkel desselben zu bilden. Auf der entgegengesetzten Seite ist eine nach Aegyptischer Weise verschleierte
Sphinx sichtbar; sie hat, wie alle Aegyptische Figuren unseres Gemäldes, jenes Symbol auf dem Haupte, das hier einer Lotusblume ähnlich gebildet,
und, Avas auch ursprünglicn seine Bedeutung sei, hier als eine specitisch Aegyptische Erscheinung angewendet ist. So ist auch die fremdartige
Architectur im Hintergründe bestimmt den Eindruck des Aegyptischen zu verstärken. Üeberhaupt darf man nicht vergessen, dafs wir kein Werk der
Aegyptischen Kunst vor uns luù,en, sondern Griechisch-Römischen Mythus in Aegyptischem Costüm.

Groupé avec autant de charme que de simplicité naturelle Télèphe est représenté allaité par la biche, qui d'un mouvement d'amour tourne
la tête vers lui et le caresse de sa langue. L'enfant est à demi levé, se reposant sur sa main droite, tandis qu'avec la main gauche il approche
de sa bouche le pis gonflé de la biche.

A leurs côtés se tient Hercule, debout et tout nu. La massue à laquelle il a suspendu la peau de lion, est posée sous I'aiselle gauche
et c'est sur cette arme favorite que s'appuie le poids de tout le corps du héros; le bras gauche est négligemment tendu et le bras droit derrière
le dos. Le carquois et l'arc sont attachés au côté gauche. Sa tète (planche III.) est ornée d'un bandeau entrelacé de feuilles de laurier, dont les
bouts retombent sur ses épaules larges et carrées comme celles d'un taureau. Ce bandeau désigne Hercule comme combattant victorieux; on ne
saurait toute fois dire qu'elle est la victoire qu'il vient de remporter. Sa figure, ainsi que tout le corps, démontre inoins des formes distinguées
que de la force, gagnée et raffermie par de rudes travaux, mais sa physiognomie trahit à cet aspect inattendu une expression frappante de confusion
et d'étonnement.

Une providence divine a conduit Hercule en ce lieu, où il trouve son fils, c'est ce que nous dit cette figure de femme ailée, qu'on aper-
çoit au-dessus de sa tète. Avec la main droite cette femme désigne l'enfant et de son bras gauche, elle semble avoir donné à Hercule la direction
qui lui fait apercevoir l'enfant tétant. Ce serait peine perdue que de vouloir donner un nom à cette femme; ni la couronne de feuilles d'olivier
dans sa chevelure tournée en un seul noeud à la mode des vierges, ni les épis de blé dans sa main gauche ne fournissent quelqu'éclaircisscment
à cet égard. Conformément à l'intuition religieuse des anciens, d'après laquelle on se croyait continuellement en relation personnelle avec les Dieux,
on voit souvent des figures de femmes ailées représentées dans les oeuvres de fart antique et particulièrement dans des peintures murales, voulant,
indiquer par-là l'intervention directe de la divinité dans la marche des évènemens et la signification particulière de ces figures repose sur tout l'en-
semble de la composition. On n'est donc dans ces sortes de cas que trop souvent restreint à une conception générale.

En admettant qu'Hercule ait été conduit par les voies de la Providence, on voit de même Télèphe à la garde d'une protection puissante.
Au-dessus de ce dernier sur un rocher est assise une belle femme dans des amples draperies sur lesquelles est jeté un manteau fait d'une
peau d'animal; elle est parée de bracelets ainsi que d un anneau suivant les moeurs des temps romains. La pose de cette femme est calme et
tranquille; son bras gauche soutient un bâton noueux, le bras droit est appuyé sur le rocher et de la main elle touche sa joue; elle regarde tout
droit devant elle d'un regard clair et majestueux. Sa tête est ornée d'une riche couronne de fleurs et à côté d'elle est posée une corbeille rem-
plie de fruits. (Planche II.) Ces attributs, ainsi que toute sa pose ne laissent point de doute que c'est là la Déesse de l'Arcadie, sous la protection
de laquelle se trouve Télèphe. Au-dessus de sa tète on remarque une tête de jeune homme, qui en souriant ouvre la bouche et laisse entrevoir
ses dents, fermant les yeux à demi. L'expression de cette tête couronnée de feuilles, ainsi que ses oreilles d'animal alongées, font reconnaître en
elle le Dieu Pan, qui est en outre parfaitement caractérisé par une peau d'animal, une flûte et un bâton de berger. C'est le Dieu domestique de
l'Arcadie qui habite les montagnes de ce pays et auquel on avait élevé un sanctuaire à la place, où on prétend que Télèphe fut nourri. C'est ainsi
qu'on voit cet enfant gardé par des Divinités qui étaient ses protecteurs naturels selon l'intuition, d'après laquelle on saisissait ordinairement tout un
pays et même tout endroit comme un être personnifié.

Autant le rapport de ces figures entr'elles est clair, autant la signification des animanx à côté d'Hercule est douteuse. On pourrait cepen-
dant à la rigueur expliquer l'apparition de l'aigle dans cette composition, si l'on considère que cet oiseau est l'habitant des montagnes et on peut pré-
sumer qu'il a été envoyé en sa qualité de messager de Jupiter pour protéger le fils d'Hercule; on le voit d'ailleurs aussi représenté sur les mon-
naies dont nous avons fait mention plus haut. Mais le lion n'a aucun rapport rapproché ni avec la contrée, ni avec une des personnes du tableau
et sa signification est par conséquent ici tout-à-fait énigmatique.

PLANCHE IV. L'art grec a entouré le Dieu du vin d'une suite nombreuse de lymphes, de Satyres, de Panisques et de Centaures
qui caractérisent sa puissance excitante et pleine de charmes et d'attraits, et qui trahissent déjà en partie par leurs formes à moitié animales que
chez ce Dieu la sensualité avait la prédominance. De même on a transporté de pareilles formations phantastiques dans l'élément des eaux, dont les
habitans réunissent d'une manière plus grotesque encore les formes humaines avec les créations bizarres des mers. Ils entourent habituellement, en
se glissant avec un bien-être parfait à travers l'élément humide, les Dieux supérieurs des eaux et leur prêtent volontiers leurs dos, particulièrement
à Vénus, sortie du sein de la mer. Dans Claudien elle fait appeler par l'Amour un Triton qui plaisante avec une belle Néréide nommée Cymothoé:
aussitôt les deux accourent et Vénus s'assied sur le dos du Triton par lequel elle est transportée, entourée d'Amours et de Néréides, sur la surface
calme de la mer.

C'est ainsi que nous voyons sur notre tableau cette Déesse couchée légèrement sur le dos d'un Triton, une couronne sur sa blonde che-
velure qui retombe librement sur ses épaules, tenant le sceptre de sa main droite, tandis qu'elle s'appuie du bras gauche sur les épaules de son
coursier et le pied gauche touche légèrement l'onde fraîche de la mer. Sa draperie qui n'entoure que les jambes, laisse à découvert tout le haut
du corps, dont on admire les contours gracieux et les formes virginales. Derrière elle deux Amours ont saisi la draperie et la tiennent suspendue
en forme d'une voile au-dessus de sa tête; l'air bleu est percé de deux côtés par les tètes de deux Dieux des vents lesquels l'un sans barbe, l'autre
barbu, accélèrent par des souffles frais la navigation joyeuse. Le Triton qui porte la Déesse est barbu, les traits de sa figure, comme les parties
de son corps d'homme, ressemblent en tout à ceux des Centaures et il a, comme eux, jeté une peau d'animal sur ses épaules. Ainsi que les Cen-
taures, qui presque toujours en faisant de la musique, traînent la voiture de Bacchus, le Triton tient une lyre en forme de tortue dont il touche
les cordes de la main gauche en tenant le plectrum dans la main droite et son regard sérieux et méditatif trahit l'attention, avec laquelle il s'adonne
à son jeu. Les parties de son- corps d'animal démontrent 1 habitant des eaux. Ses jambes sont pourvues de nageoires et finissent en pieds palmés;
la partie postérieure de son corps est en forme de serpent-poisson, roulé plusieurs fois sur lui même et finit en une queue avec une nageoire fendue.
Un Amour a fait sa demeure de la courbure arrondie de la queue du Triton et accompagne des sons joyeux de sa double flûte les accords de celui
qui le porte. A côté du Triton le haut du corps d'une Néréide nageante dépasse les eaux; elle porte sur l'épaule gauche une Urne qu'elle soutient
de la main droite. Rien de plus ordinaire qu'une Urne entre les mains d'une Néréide, mais clans le cas présent cette Urne pourrait bien avoir
quelque rapport avec le bain de Vénus. Les cheveux blonds de la Néréide flottent au gré des vents autour de sa figure plus fraîche que distinguée
et ses regards se portent sur le Triton; elle semble accompagner de son chant le jeu de la lyre du Triton.

PLANCHE V. Ce grand tableau représente une chasse d'une manière fort originale, car non seulement des chasseurs avec leurs
chiens, mais aussi des bètes féroces y sont exposés, faisant la chasse au même endroit. On a cherché à expliquer cette singularité, en admettant
que les Romains auraient apprivoisé pour la chasse des tigres et des lions et que c'était ici cette manière de chasser qu'on avait eu l'intention de
représenter. Cependant on ne trouve nulle part dans l'histoire des moeurs des anciens une trace quelconque d'une pareille habitude et on n'a qu'à
jeter un regard sur notre tableau pour s'apercevoir que ni le lion qui déchire le cerf, ni les autres bêtes qui font la chasse du taureau ne sont sous
la direction des chasseurs et qu'il n'y a non plus aucun rapport entre eux. Ce n'est donc ici qu'un assemblage tout-à-fait arbitraire de scènes dé-
tachées telles qu'elles se voyaient dans ces amusemens favoris des Romains où tantôt des hommes combattaient avec des animaux, tantôt les animaux
s'attaquaient entre eux et les différents actes de ce drame sanglant sont unis ici avec assez peu de cohérence dans le même cadre. Il est évident
que celui qui a commandé ce tableau a voulu revoir dans sa maison les scènes qui l'avaient égayé dans l'arène et le peintre a réussi à réunir les
bêtes les plus sauvages et les plus féroces avec les animaux les plus légers. Le paysage est représenté de manière à nous transporter bien moins
dans une contrée de rochers rude et sauvage et il rappelé bien plutôt un plan artificiel. Cela apparait particulièrement par les deux portes de rochers
telles qu'on en pouvait trouver dans les parcs de ces temps. Le chasseur qui perce le sanglier pourrait bien par sa coillure nous faire penser à
Ulysse et à sa chasse au sanglier, racontée dans l'Odyssée. H est même possible que le peintre ait emprunté ce groupe à quelque composition de
ce sujet de l'Odyssée — procédé qui fut assez souvent employé dans les peintures murales exécutées à Pompéi — mais tout l'ensemble de ce ta-
bleau ne donne pas lieu de supposer ici quelque scène mythologique.

PLANCHE VIII. Ce tableau est une nouvelle preuve de la prédilection que les Romains du temps des Empereurs montraient pour
des représentations où paraissait le costume égyptien et c'est principalement à Pompéi qu'on trouve de nombreux témoignages à l'appui de ce fait.
Le sujet du tableau ne peut être mis en doute; c'est l'arrivée d'Io en Egypte.

Conformément à la manière de représentation telle qu'elle fut pratiquée sur beaucoup de tableaux de Pompéi, le changement d'Io en une
vache n'est indiqué dans cette composition que par deux cornes de vache qui commencent à pousser sur son front, mais le beau corps de la jeune
fille est resté intact; de même on voit aussi Actéon, changé en cerff représenté sous des formes humaines, n'ayant du cerf que les bois sur la tète.
La fable nous fait apercevoir Io nageant à travers la mer, trouvant sa délivrance sur les bords du Nil, tandis que Fart plastique la représente portée
sur l'épaule par le Dieu robuste du fleuve qui s'élève à mi-corps au-dessus de l'eau et soutenue par les bras du Dieu, elle met le pied sur le rivage,
afin de délivrer son porteur au plutôt de son fardeau. Le Dieu du Nil, en cela semblable aux autres divinités de l'élément inquiet et remuant a
la chevelure et la barbe tant soit peu hérissées; ce qui l'en distingue sont des oreilles d'animal, tandis que son teint foncé le caractérise très bien
comme une divinité des eaux du Sud. Io, d'un regard qui demande un accueil hospitalier, tend la main droite à une femme assise sur le rivage
qui saisit la main de la jeune fille avec une expression d'entière confiance. Cette femme est de haute taille, aux formes de matrone, richement
vêtue d'une robe blanche, sur laquelle est drapé un manteau de la même couleur; ses cheveux, ornés dune couronne de fleurs, retombent en belles
boucles sur ses épaules. Si déjà le maintien de cette femme et ses rapports avec Io font présumer quelle est la Déesse du pays d'Egypte, cette
supposition est parfaitement constatée par ses attributs. Elle a posé son pied droit sur un crocodile qui s eleve du fleuve et autour de son bras s'en-
tortille un serpent qui, la gorge enflée, se dresse dans sa main; c'est Cneph ou Uraeus, l'animal sacre des Egyptiens. Tout ce qu'on aperçoit dans
l'entourage de cette femme confirme que c'est ici le pays où il sera rendu plus tard à Io des honneurs divins sous le nom d'Isis. A côté de la Déesse
du pays d'Egypte est assis un enfant nu, les jambes retirées sous lui, la tète couronnée de fleurs, appuyant le bras gauche sur son siège et posant
l'index de la main droite sur sa bouche: cet enfant est Honis ou Harpocrates, quon rencontre souvent dans la même position sur des compositions
égyptiennes. Derrière la Déesse on aperçoit deux ligures à mi-corps qui malheureusement sont endommagées de sorte qu'on ne saurait plus dire
au juste ce qu'elles représentent. L'une d'elles est évidemment une femme; elle est drapée d'un vêtement blanc croisé sur sa poitrine, le costume
caractéristique d'Isis et de ses prêtresses. Ses cheveux surmontés d'une couronne de fleurs retombent en longues boucles sur son cou. Elle tient
dans sa main gauche un long bâton et dans sa main droite tendue devant elle se trouve le Sistre, l'instrument employé au culte d'Isis. La figure
à côté d'elle semble être un homme qui est également drapé d'un vêtement blanc. Ses cheveux sont coupés selon l'usage du service d'Isis, une
espèce de bonnet, qu'on mentionne souvent comme particulier aux serviteurs d'Isis, couvre sa tète. Ici le bonnet est de plus surmonté d'une cou-
ronne de feuilles. Cette figure aussi tend la droite devant elle tenant le Sistre et dans la main gauche elle tient le Caducée. Ce symbole n'est
pas proprement égyptien, mais les Romains qui prenaient l'Anubis des Egyptiens pour leur Mercure, lui donnèrent aussi le caducée et c'est ainsi
que ce dernier fut toujours placé parmi les symboles du culte égyptien. Mais en revanche le petit vase à anses (le situla) que cette figure porte
au bras gauche est de pure origine égyptienne. On s'en servait à chaque procession en l'honneur d'Isis et on a trouvé à Pompéi un très joli
petit vase de ce genre en argent, orné de scènes prises du culte égyptien. H faut de plus obsei.ver que les draperies de ces trois figures sont
blanches et faites de toile, la seule étoffe admise au culte d'Isis. Io, au contraire est drapée d'un manteau bleu à doublure rouge. Tout-à-fait sur
le devant du tableau à côté d'Harpocrates est placée sur une base la cruche sainte; le serpent attaché à elle semble en former l'anse, ainsi que
cela se voit souvent. A l'opposite apparait un sphynx voilé à la manière égyptienne. Il a sur la tête, comme toutes les figures égyptiennes de
notre tableau un symbole, qui a la forme d'une fleur de Lotus et qui est employée ici, quelque soit d'ailleurs sa signification originaire, comme
une marque spéciellement égyptienne. De même l'architecture étrange au fond du tableau est destinée à rendre plus fort l'effet du genre égyptien.
En général il ne faut pas oublier que cette composition n'est point une oeuvre de l'art égyptien, mais seulement de la Mythologie grecco-romainc
en costume égyptien.

Gediuctl bel A. W. Schade in Berlin, Griinstral'se 18.
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