Zahn, Wilhelm
Die schönsten Ornamente und merkwürdigsten Gemälde aus Pompeji, Herculanum und Stabiae: nach einigen Grundrissen und Ansichten nach den an Ort und Stelle gemachten Originalzeichnungen (Band 3) — Berlin, 1852/​1859

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VORWORT.

PREFACE.

Die reiche Ausbeute der im Jahre 79 nach Christi Geburt vom Vesuv verschütteten Städte, besonders aber der in den letzten
zwanzig Jahren zu Pompeji und Herculanum gemachten Ausgrabungen, vorzugsweise an schönen Gemälden, reichen Wänden und ar-
chitectonischen Gegenständen, welche ich bei meinem vieljährigen Aufenthalte hauptsächlich in Pompeji das Gluck hatte, sofort nach der
Entdeckung, meistens in ihrer vollständigen frischen Farbenpracht nachzubilden, veranlafst mich zur Herausgabe der dritten Folge dieses
Werkes, welches ebenfalls, wie die erste und zweite Folge, in 10 Heften, jedes Heft aus 10 Tafeln, nebst Deutschem und Französischem
Texte, bestehen soll. Von den 10 Tafeln werden vier in Farben gegeben, worunter die schönsten Wandgemälde, auch die in letzter
Zeit zu Pompeji entdeckten, in ihrem ganzen Farbenschmucke und in der Gröfse der Originale erscheinen werden. Durch den von mir
seit dem Jahre 1827 eingeführten lithographischen Farbendruck, den ich bei der zweiten Folge dieses Werkes, so wie bei meinem un-
längst vollendeten kleineren Werke, «Ornamente aller klassischen Kunstepochen», sehr vervollkommnet habe, wird es möglich, diese Ge-
mälde Griechischer und Römischer Kunstblüthe auf eine Weise farbig wieder zu geben, dafs sie vollkommen den Eindruck wie die Ori-
ginale machen So erscheinen schon in den ersten Heften: die schöne Galatea auf einem Triton, von Amorinen umgeben, der thronende
Jupiter von einer Victoria gekrönt, Perseus und Andromeda, Venus und Adonis, Hercules und Omphale, u. s. w. In den spätem Heften
soll eine Auswahl auch derjenigen Wandgemälde erscheinen, die während der Herausgabe dieses Werkes in Pompeji noch entdeckt werden.

Diejenigen
gängig Preufsische Fufse

Abbildungen, denen kein Maafsstab beigefügt ist, erscheinen in der Gröfse der Originale. Die Maafsstäbe sind durch-
Bci den farbenlosen Abbildungen werde ich die Farben so genau als es mit Worten möglich ist, angeben.

-Lies résultats si riches et si variés de l'exploitation des villes ensevelies par l'éruption du Vésuve l'an 79 de l'ère chrétienne
et en particulier les fouilles exécutées dans les derniers vingt ans, qui mirent au jour principalement de beaux tableaux, de magnifiques
parois et des objets d'architecture, de plus le bonheur que j'eus lors de mon séjour prolongé dans ces villes, surtout à Pompéi, de pou-
voir copier ces oeuvres d'art immédiatement après leur découverte étant encore dans tout l'éclat de leur coloris: tous ces motifs m'en-
gagent à la publication de la troisième série de cet ouvrage, qui contiendra, ainsi que les séries précédentes, 10 cahiers, chaque cahier
de 10 planches, accompagnées du texte français et allemand. De ces dix planches quatre paraîtront en couleurs parmi lesquelles on pu-
bliera les plus belles peintures historiques murales dans toute la fraîcheur et dans toute la beauté de leur coloris et de la grandeur de
l'original, entre autres aussi celles qui ont été récemment découvertes à Pompéi. Il m'a été possible de rendre en couleurs ces peintures
des époques les plus florissantes de l'art grec et romain, telles qu'elles font absolument le même effet que les originaux, grâce à la
chromo - lithographie adaptée à mes ouvrages dès l'année 1827, et depuis beaucoup perfectionnée par moi, comme on peut déjà le voir
dans la seconde série de cet ouvrage, ainsi que dans mon ouvrage de moindre dimension, achevé tout dernièrement et intitulé: les or-
nemens de toutes les époques classiques de l'art. De ce genre les premiers cahiers contiendront: La belle Galathée, entourée d'amours;
Jupiter sur le trône couronné par la victoire; Persée et Andromède, Vénus et Adonis; Hercule et Omphale etc. Dans les cahiers suivants
il sera aussi publié un choix des peintures historiques murales qu'on va découvrir encore à Pompéi pendant la publication de cet ouvrage.

Toutes les planches qui ne sont pas accompagnées d'une échelle, représentent les peintures dans la grandeur des originaux.
Les échelles sont toutes en pieds de Prusse. J'aurai soin de décrire avec le plus d'exactitude possible le coloris des peintures publiées
sans couleurs.

TAF. I. TT andgemähle aus Herculanum, ausgegraben 1739, gegenwärtig im Königlichen Museum zu Neapel, 6§ Fufs hoch, 5| Fufs
breit. Telephus, von einer Hirschkuh gesäugt und von seinem Vater Hercules durch einen Genius auf dem Berge Parthenion in Arcadien erkannt,
welches Land hier durch die sitzende weibliche Figur mit dem Faun darüber, vorgestellt wird. Dies Gemälde mit lebensgrofsen Figuren, wie sein
Gegenstück, Theseus, wie er den Minotaurus erschlagen hat, sind etwas hohl, indem sie die Wände eines runden Gemaches schmückten. Gemälde
mit lebensgrofsen Figuren sind bis jetzt sehr wenige in den vom Vesuv verschütteten drei Städten zum Vorschein gekommen; aufser diesen beiden
genannten und einer Venus, gegenwärtig im Königlichen Museum zu Neapel, sind in Pompeji bis jetzt nur drei Gemälde mit lebensgrofsen Figuren
entdeckt worden, nämlich Diana und Actäon in der Casa di Sallustio, Venus und Adonis in der Casa délia Toeletta dell' Ermafrodito (Venere ed
Adone), welches ich auf Taf. II. 30. publicirt habe, und Hercules und Omphale in der Casa delle Suonatrici, 1847 ausgegraben.

Das ganze Gemälde ist hinsichtlich der Composition, der Zeichnung und des Colorits zu den schönsten zu zählen, und ist namenllich mei-
sterhaft gemalt. Der obere Theil ist Himmel, die Felsen sind grünlich gelb, im Vorder-runde mehr grün. Der saugende Telephus hat eine sehr
zarte Farbe. Hercules mit Löwenfell, Keule, Bogen und Köcher, auf den Telephus schauend, hat eine kräftige rothbraune Farbe, sein Kopfhaar
ist dunkelbraun, sein Bart braun, und theihveis grau, die Kopfbinde weifs, die Blätter grün. Der Genius über dem Hercules, auch nach dem Te-
lephus blickend und mit der Rechten daraufzeigend, hält in der Linken vier Kornähren; das röthlich braune Haar ist mit grünen Oelzweigen be-
kränzt, seine Flügel sind röthlich, das Gewand roth. Die sitzende Frau, mit einem Baumaste als Stab in der Linken, hat gelbliches Gewand und
Fell, ist mit rothen und weifsen Rosen und andern Blumen bekränzt, hat goldene Armbänder und einen goldenen Fingerring mit einem Edelsteine;
neben ihr steht ein Fruchtkorb mit Aepfeln, Granatäpfeln und Weintrauben. Der Faun mit Tigerfell über der sitzenden weiblichen Figur hat braune
Farbe, dunkelbraunes Haar, Avelches mit dünnen länglichen Blättern bekränzt ist; in der Rechten hält er die Hirtenflöte, in der Linken den Hirten-
stab. Der Adler unten in der Mitte, links vom Hercules, ist braun, und der Löwe, rechts vom Hercules, rothbräunlich gelb. Die Gruppe des Te-
lephus habe ich früher in der Gröfse des Originals auf Taf. 18. gegeben.

TAF. IÏ. Theil des Wandgemäldes der Taf. 1. aus Herculanum, in der Gröfse des Originals (Originaldurchzeichnung). Sitzende Frau
mit dem Faun.

TAF. III. Theil des Wandgemäldes der Taf. 1. aus Herculanum, in der Gröfse des Originals (Originaldurchzeichnung). Hercules mit
dem Genius.

TAF. IV. Wandgemälde in der Gröfse und in den Farben des Originals, aus der Casa de' Capitelli colorati zu Pompeji, ausgegraben
1833. Galatea, oder Venus als Seegöttin, auf einem Triton von einer Nereide und drei Amorinen begleitet; oben in der Luft sieht man die Köpfe
zweier Windgötter. Dies Gemälde ist in jeder Hinsicht unstreitig eins der schönsten, welches uns das Alterthum überliefert hat; ich war so
glücklich es sofort nach der Ausgrabung farbig nachzubilden, leider ist es bald darauf 8ehr beschädigt und unkenntlich geworden. Die technische
Ausführung des lithographischen Farbendrucks 'ist bei dieser grofsen und schwierigen Tafel in schöner Vollkommenheit geliefert worden. Das Ge-
genstück dieses Gemäldes ist Perseus und Andromeda, welches ich in einem der nächsten Hefte ebenfalls in der Gröfse des Originals farbig geben
werde. Auf Taf. II. 98. habe ich auf dem Grundrisse des genannten Hauses die Wand im Zimmer Oecus Cyzicenus mit 4. genau angegeben, wo
dieses schöne Gemälde entdeckt wurde.

TAF. V. Wandgemälde in der Casa délia Caccia (Dedalo e Pasifae) zu ponipeji, ausgegraben in Gegenwart S. M. des Königs von
Neapel am 2ten November 1834; 12 Fufs hoch, 16.} Fufs breit. Gröfse Jagd, eins der gl.ofsten antiken Wandgemälde. In einer felsigen Berggegend
wird, vorn rechts, ein schon verwundeter Eber, von einem Jäger (vielleicht Ulysses) mit der Lanze an der dünnsten Stelle des Schädels, zwischen
den beiden Augen, durchbohrt, daneben ein anbellender Hund. Vorn links ein davon fliehender Stier, an dessen Bauch sich ein kleiner Tiger (Unza),
wie noch heutzutage in Indien bei der Jagd gebräuchlich, geklammert hat, und der von einem Löwen aus der Mitte verfolgt wird. Im Mittelgrunde
links, ein von einem Jäger mit einer Lanze getödteter Bär; ein anderer davon laufender Bär "i der Mitte. Oben rechts werden zwei Hirsche von
einem Jäger verfolgt, in der Mitte steht ein Hirsch unter einer Felsenbrücke, während Ün](s e;„ Hirsch von einem Tiger überfallen wird. Der ganze
Grund der Felsengegend ist gelblich grün, oben in den entfernteren Theilen blauer und vorn grüner und kräftiger, die Felsen röthlich gelb, die
Töne in den Schatten und Schlagschatten sind sehr blau. Vorn der Eber ist dunkel grau der Hund braun, der Jäger hat violettes Gewand, grau
violette Hosen und eine blaue Kopfbedeckung; der Stier ist gelblich braun; der Jäger in/Mittelgründe hat gleichfalls violettes Gewand.

TAF. VI- Mosaikfufsboden in den Farben des Originals aus Pompeji, ge<>erm,arti.r im Königlichen Museum zu Neapel. Dieser Fufs-
boden besteht aus lauter farbigen Marmorstückchen (nicht aus Glaspasten), wie hier treu .„gegeben, so dafs danach die practische Ausführung im

Grofsen leicht möglich ist.

TAF. VII. Gemalter Fries in den Farben des Originals aus dem Tempel d0r Isis zlI Pompeji, ausgegraben 1765, gegenwärtig im König-
lichen Museum zu Neapel. Diese Verzierung auf schwarzem Grunde, mit einer Kuh und einem Hunde, gehört zu den schönsten, die bis jetzt aus-
gegraben worden. Den grofsen Theil einer ganzen Wand aus dem Tempel der Isis ^ dem Friese habe ich früher auf Taf. 5. farbig, so wie
ein anderes Stück Fries, mit dem Löwen und dem Pferde, auf Taf. 6. in der Gröfse des 0riginals und auf Taf. 49. farbig gegeben.

TAF. VIII. Wandgemälde aus Pompeji, vielleicht aus dem Tempel der Isis> 4 Fufs 8 Zoll hoch, 4 Fufs 1 Zoll breit, gegenwärtig im
Königlichen Museum zu Neapel. Ankunft der Io in Aegypten. Das ganze Gemälde ist ^ gchön gemalt. Der Himmel ist graublau, die Archi-
tectur grau. Die Io, durch den Flufsgott Nil getragen, hat rothes Gewand über den Beine„, welches inwendig blau gefüttert ist, das Gewand
über ihrem Arme und oben hinter ihren Schultern ist blau; sie reicht die rechte Hand der sitzenden Figur, Aegypten vorstellend, welche weifs be-
kleidet ist. l)ie |)eiden ]]interen Figuren> wahrscheinlich zur Feier der Ankunft der Io Un,vesend, haben weifse Gewänder, sie sind leider sehr be-
schädigt, so dafs sie schwer zu erkennen sind. Dieses Gemälde schmückte das Mittelfeld einer Wand, während auf den beiden Seitenfeldern histo-
rische Landschaften mit Gebäuden, auf den Cultus der Isis bezüglich, gemalt waren. Ein ähnliches Gemälde, aber kleiner, wurde 1830 zu Pompeji,
in meiner Anwesenheit, in der Strada di Mercurio, in einem Hause zwischen der Casa di Meleagro und der Stadtmauer ausgegraben.

TAF. IX. Bemalte Säulen am Peristylium in der Casa del Poeta tragico 2u Pompeji, 1825 in meinem Beisein ausgegraben. Be-
malte Stuckgesimse i» verschiedenen Zimmern zu Pompeji. Die Säulen umgeben das Vivarium (mit der Hauseapelle); sie sind aus Backsteinen
und porösen Lavasteinen gemauert, mit weifsem Stuck überzogen und bemalt; das oberste QeWke ist zerstört. Auf Taf. II. 98. ist auf dem Grund-
risse des ganzen Hauses zu sehen> WQ ^ ^^ ste]jen j)ie Stuckgesimse bekrän2en oben die Wände, über denen dann die flachgewölbten,
jetzt meistens eingestürzten Decken anfingen

TAF. X. Wandgemälde in der Gröfse des Originals (Originaldurdizeichnung) aus der Casa del Poeta tragico zu Pompeji, 1825 in
meinem Beisein ausgegraben. Die vom Theseus verlassene Ariadne auf Naxos, mit dem neben ihr stehenden Amor, dem Schilfe des Theseus
„achspähend. Himmel und Meer sind blau, die Felsen grau, das Erdreich vorn gelblich. Das Gewand der Ariadne ist roth, ihr Halsband und das
Band, welches kreuzweis über den Körper geht, <.oiden.° Auf Taf. 33. habe ich die ganze Wand mit dieser Ariadne gegeben, und auf Taf. II. 98.
auf dem Grundrisse des ganzen Hauses, diese Wand mit 14. bezeichnet. Das Gegenstück dieser Ariadne ist die Fischerin mit dem Amor, welche
ich auf Taf. 20. in der Gröfse des Original, ^^ ^

Die hier folgenden Erläuterungen verdanke ich der regen Theilnahme des Herrn professor Otto Jahn.
Berlin, April 1849.

WILHELM ZAHN.

PLANCHE I. r einture murale d'IIerculanum, découverte en 1739, actuellement au Musée Royal de Naples, haute de 6| pieds,
large de 5^ pieds, représentant Télèphe, allaité par une biche et reconnu par Hercule, son père, sur le mont Parthénion en Arcadie, à l'aide d'un
génie; le pays même est représenté par une figure de femme assise, au-dessus de laquelle apparaît un Faune. Ce tableau à figures de grandeur
naturelle, ainsi que son pendant, Thésée ayant tué le Minotaure, est un peu concave, puisque ces peintures ornaient les parois d'un appartement
rond. On a trouvé jusqu'à présent bien peu de tableaux à figures de grandeur naturelle dans les trois villes ensevelies par l'éruption du Vésuve;
hormis les deux peintures déjà citées et une Vénus au Musée Royal de Naples, on n'a découvert à Pompéi que trois tableaux de ce genre, savoir:
Diane et Actéon dans la Case di Sallustio; \ énus et Adonis dans la Casa délia Toeletta dell' Ermafrodito (Venere ed Adone), tableau que j'ai pu-
blié sur la planche II. 30. et Hercule et Omphale dans la Casa delle Suonatrici, découvert en 1847. Le tableau dont il s'agit ici est à compter
parmi les plus belles oeuvres de l'art tant par sa composition, que par son dessin et son coloris; il est extraordinairement bien peint. Sa partie
supérieure fait voir le ciel; les rochers sont de couleur jaune-verdàtre, sur le devant presque verts. Télèphe tétant a la carnation fort tendre: Her-
cule, une peau de lion suspendue à sa massue, armé de l'arc et du carquois et regardant Télèphe, a un coloris brun-rou«-e foncé; ses cheveux sont
bruns-foncés, sa barbe brune, en partie grisonnante, le bandeau autour de sa tète est blanc, les feuilles vertes. Le Génie au-dessus d'Hercule, qui
regarde également Télèphe et le désigne de la main droite, tient dans sa main gauche quatre épis de blé; sa chevelure est brune-rousse, cou-
ronnée avec des branches d'olivier vertes, ses ailes sont rougeàtres, la draperie rouge. La draperie et la peau d'animal de la femme assise tenant
une branche d'arbre en guise de bâton de sa main gauche, sont jaunâtres; elle est couronnée de roses rouges et blanches et d'autres fleurs; ses
bracelets sont d'or, ainsi que son anneau embelli par une pierre précieuse. A côté d'elle se trouve un panier à fruits rempli de pommes, de gre-
nades et de raisins. Le Faune au-dessus de cette femme a une peau de tigre sur les épaules; son teint est brun, ses cheveux bruns - foncés, cou-
ronnés de feuilles minces et allongées; il tient dans sa main droite une syrinx et dans la main gauche un bâton de berger. L'aigle, placé au milieu,
à la gauche d'Hercule est brun et le lion à la droite du héros de couleur jaune-rouge-brunâtre. J ai déjà publié sur la planche 18. dans la grandeur
de l'original le groupe de Télèphe et la biche.

PLANCHE II. Partie de la peinture murale de la planche I. d'IIerculanum dans la grandeur de l'original (calque original) repré-
sentant la femme assise et le Faune.

PLANCHE III. Partie de la peinture murale de la planche I. d'IIerculanum, de la grandeur de l'original (calque original) repré-
sentant Hercule et le Génie.

PLANCHE IV. Peinture murale de la grandeur et dans les couleurs de l'original de la Casa de' Capitelli colorati à Pompéi, dé-
couverte en 1833, représentant Galathée, ou Vénus Marine montée sur un Triton, accompagnée d'une Néréide et de trois Amours. Dans la hauteur
du Tableau il y a deux Dieux des vents dans l'air. Ce tableau est sans contredit et sous tous les rapports un des plus beaux, que l'antiquité nous
ait transmis. Je fus assez heureux de pouvoir le copier en couleurs immédiatement après sa découverte, car bientôt après il fut fortemenl endom-
magé au point qu'on ne put plus bien en distinguer loutes les parties. L'exécution technique de la chromo-lithographie appliquée à cette planche
si grande et si difficile, est d'une belle perfection. Le pendant de ce tableau est Persée et Andromède, que je publierai, également en couleurs et
dans la grandeur de l'original dans un des prochains cahiers. J'ai désigné très exactement par le chiffre 4. sur le plan de la maison susnommée, la
paroi (voir planche IL 98.) de la Chambre Oceus Cyzicenus, dans laquelle ce beau tableau fut découvert.

PLANCHE V. Peinture murale dans la Casa délia Caccia (Dedalo e Pasifaé) à Pompéi, découverte le 2 Novembre 1834, en la présence
de S. M. le Roi de Naples, haute de 12j pieds, large de 16.} pieds. Grande chasse, l'un des plus grands tableaux antiques. Dans une contrée couverte
de rochers on voit sur le devant à droite un sanglier déjà blessé, percé par un chasseur avec sa lance à l'endroit le plus faible du crâne entre les veux
(le chasseur est peut-être Ulysse). A côté du sanglier se trouve un chien qui aboyé. Sur le devant à gauche est un taureau en fuite, aux flancs
duquel s'est cramponné un petit tigre (Unza), comme cela se voit encore aujourd'hui aux chasses dans les Indes. Un lion dans le milieu du tableau
poursuit ce taureau. Dans le fond du milieu à gauche se trouve un ours tué par un chasseur de coups de lance et dans le milieu même un ours
en fuite. Dans la hauteur du tableau à la droite deux cerfs sont poursuivis par un chasseur, tandis qu'à la gauche, il y a un cerf attaqué par un
tigre et dans le milieu sous une porte de rochers se tient un autre cerf. Tout le fond de cette contrée de rochers est d'une couleur jaune-verdàlre,
dans les parties plus éloignées plutôt bleu et sur l'avant-plan vert et plus fortement peint. Les rochers mêmes sont jaunes-rougeâtres, les tons dans
les ombres et ombrages sont très bleus. Le sanglier est gris-foncé, le chien brun. Le chasseur a un vêtement violet, des pantalons gris-violets et
un bonnet bleu; le taureau est jaune-brun. L'autre chasseur, qui se trouve dans le fond du milieu, a de même un vêtement violet.

PLANCHE VI. Pavé en mosaïque de Pompéi dans les couleurs de l'original, actuellement au Musée Roval de Naples. Ce pavé
consiste en petit morceaux de marbre de couleur (non pâte de verre) qui sont très exactement indiqués ici, de sorte que d'après ce modèle l'exé-
cution en grand en serait très facile.

PLANCHE VII. Frise peinte dans les couleurs de l'original du Temple d'Isis à Pompéi, découverte en 1765, actuellement au
Musée Royal de Naples. Cet ornement sur un fond noir avec une vache et un chien est un des plus beaux qu'on ait découvert jusqu'à ce jour.
J'ai reproduit en couleurs sur la planche 5. une grande partie d'une paroi entière du temple d'Isis avec la frise, et un autre morceau de frise avec
le lion et un cheval sur la planche 6. dans la grandeur de l'original, et le même objet en couleurs sur la planche 49.

PLANCHE VIII. Peinture murale de Pompéi, peut-être également du Temple dlsis, haute de 4 pieds 8 pouces, large de 4 pieds
1 pouce, actuellement au Musée Royal de Naples, représentant l'arrivée d'Io en Egypte. Ce tableau est très bien peint dans toutes ses parties.
Le ciel en est gris-bleu, l'architecture grise. Io, portée par le Dieu du Nil, a une draperie rouge autour des jambes, doublée en bleu. La draperie
jetée sur son bras et par-derrière sur ses épaules est bleue; elle tend la main droite à la figure assise, représentant l'Egypte, qui est drapée de
vêtements blancs. Les deux figures derrière la Déesse de l'Egypte, se trouvant là apparemment pour la fête de l'arrivée d'Io, ont aussi des dra-
peries blanches; elles sont malheureusement très endommagées, de sorte qu'on ne peut plus les distinguer que fort difficilement Cette peinture
ornait le compartiment du milieu d'une paroi, tandis que sur les deux compartiments de côté étaient peints des paysages historiques avec des fa-
briques, ayant rapport au culte d'Isis. Un tableau semblable, mais plus petit, fut découvert devant moi en 1830 à Pompéi dans la Strada di Mer-
curio, dans une maison entre la Casa di MeIea<n-o et le mur de la ville.

PLANCHE IX. Colonnes peintes du péristvle de la Casa del Poeta tragico à Pompéi, découvertes pendant mon séjour dans cette
ville en 1825 et corniches de stuc peintes de différentes chambres à Pompéi. Les colonnes entourent le Viridarium (y compris la chapelle do-
mestique); elles sont construites en briques et en pierres de lave poreuses, recouvertes de stuc blanc et peintes. La corniche supérieure est dé-
truite. On peut voir sur la planche II. 98. le plan de toute la maison sur lequel sont indiquées ces colonnes. Les corniches de stuc ornaient le
haut des parois, auxquelles se joignirent les plafonds en voûte plate, pour la plupart maintenant déjà écroulés.

PLANCHE X. Peinture murale de la grandeur de l'original (calque original) de la Casa del Poeta tragico à Pompéi, découverte
devant moi en 1825, représentant Ariane abandonnée sur Naxos par Thésée suivant des yeux, ainsi que l'Amour à côté d'elle, le vaisseau de
Thésée. Le ciel et la mer sont bleus, les rochers gris, la terre sur le devant jaunâtre. La draperie d'Ariane est rouge, son collier et les cordons
qui se croisent sur son corps sont en or. J'ai reproduit la paroi entière avec cette Ariane sur la planche 33. et j'ai désigné cette paroi sur le plan
de toute la maison publié sur la planche II. 98. par le chiffre 14. Le pendant de cette Ariane est la femme de pêcheur avec l'Amour, que j'ai
publié sur la planche 20. dans la grandeur de l'original.

(Test au vif intérêt que porte à cet ouvrage Monsieur le professeur Otto Jahn que je dois les explications suivantes.
Berlin, Avril 1849.

GUILLAUME ZAHN.

TAF. I-ffl. Auge, die Tochter des Königs Aleos von Tegea, war Priesterin der Athene. Hercules, von ihrem Vater gastlich auf-
genommen, that ihr, von Wem überwältigt, Gewalt an. Heimlich gebar sie den Telephus „nd setzte ihn auf dem Gebirge Parthenion aus, wo ihn
eine Hirschkuh säugte, bis ihn Hirten fanden und auferzogen. Durch wunderbare Schicksale gelangte er später nach Mysien, wo er seine Mutter,
die der erzürnte Vater verbannt hatte, mit dem König Teuthras vermählt fand, der ihn zu 8einein Nachfolger erkor.

Es ist auffallend, dafs in der schriftlichen üeberlieferung dieser oft behandelten Sage nie davon die Rede ist, dafs Hercules seinen Sohn
auffand und erkannte. Nur in Kunstwerken, von welchen das vorliegende Gemälde eins der vorzüglichsten ist, sehen wir diesen Moment der Sage
vorgestellt. Wahrscheinlich ist daher dieser Zug erst in späterer Zeit in die Sage eingeflochten, vermutlich in Pergamos, wo Telephus als Gründer
der Stadt verehrt wurde. Auch sehen wir auf Pergamenischen Münzen denselben Gegenstand', in den wesentlichen Punkten übereinstimmend mit
unserem Bilde vorgestellt; und es ist bekannt, dafs die Römische Kunst zum grofsen Theil von der in Alexandrien und Pergamos ausgebildeten
Griechischen abhängig ist.

Zu Zahn's Pompeji, 111. Folge, Heft I.

PLANCHE I — HL Auge, fille du Roi Aléus de Tégée, était prêtresse d'Athénée. Hercule, que ce Roi accueillit hospitalièrement, pris
de vin, fit violence à Auge. Elle accoucha secrètement de Télèphe qu'elle exposa sur le mont Parthénion, où une biche le nourrit jusqu'à ce que
des bergers le trouvèrent et l'élevèrent. Une destinée des plus bizarres le conduisit plus tard dans la Mysie, où il trouva, mariée au Roi Teuthras,
sa mère, que dans un accès de colère son père Aléus avait hannie de chez lui. Teuthras choisit Télèphe pour son successeur.

Il est étonnant que dans la tradition écrite de cette fable tant de fois racontée il ne soit jamais question de ce qu'Hercule ait retrouvé et
reconnu son fils. Il n'y a que des oeuvres d'art, dont le présent tableau est un des plus remarquables, qui représentent ce moment de la fable.
Probablement que ce trait n'a été ajouté au mythe qu'à une époque plus avancée, peut-être à Pergame, où Télèphe fut honoré comme fondateur
de la ville. Aussi voit-on le même sujet, presqu'en tous points analogue à celui de notre tableau, représenté sur des monnaies de Pergame et il
est connu que l'art romain dérivait en grande partie de l'art grec, développé et perfectionné à Alexandrie et à Pergame.

V-
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