Zahn, Wilhelm
Die schönsten Ornamente und merkwürdigsten Gemälde aus Pompeji, Herculanum und Stabiae: nach einigen Grundrissen und Ansichten nach den an Ort und Stelle gemachten Originalzeichnungen (Band 3) — Berlin, 1852/​1859

Page: Heft_8
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/zahn1852bd3/0085
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
ACHTES HEFT.

HUITIEME CAHIER.

Taf. LXXI. Wandgemälde aus Pompeji, ausgegraben am 18ten Januar 1828 in einem Hause in der Strada di Mercurio, der Casa della
seconda Fontana di Musaico gegenüber, wobei die Figuren i lebensgrofs sind. Perseus die Andromeda befreiend. Die reizende Andromeda in der

Mitte, mit dem linken Arme an den Felsen gekettet, hat braunes Haar, trügt ein gelbes Kleid mit blauer Einfassung, goldenes Diadem, goldenes
Halsband und goldene Armbänder. Perseus mit dem Medusenhaupte und dem Doppelsehwerte in seiner Linken, mit der Rechten die Andromeda
am linken Arm fassend, um sie vom Felsen herunter zu geleiten, hat braunes Haar, trägt einen rothen Mantel und hat einen Reisehut von gelblich
"Tauer Farbe auf dem Rücken. Die zwei bekränzten weiblichen Figuren, welche links auf dem Felsen sitzen und wovon die eine vielleicht die
schöne stolze Mutter der Andromeda, Cassiopea sein könnte, haben blau violette Gewänder. Das zwischen den beiden Felsen herannahende schnau-
bende Meerunfeheuer ist grünlich, Farbe des Delphins. Der Himmel ist ganz hell blau, das Meer blaugrün, die Felsen und unten das Erdreich
röthlich grau. In Hinsicht der Composition, der Zeichnung und des Colorits ist dies Gemälde vielleicht die schönste Darstellung dieses Mythus.
Leider hat das Gemälde einige Jahre nach der Entdeckung durch Abbröckelung der Mauer sehr gelitten.

TAF. LXXH. Wandgemälde auf weifsem Grunde in der Gröfse des Originals (Originaldurchzeichnung) aus der Casa delle Suonatrici

Casa di M. Lucrezio) zu Pompeji, ausgegraben 1847. Ein Kinderpflockspiel von sechs Knaben, wobei fünf Knaben beschäftigt sind, nach einem

in der Erde befestigten Pflock oder Nagel mit Schlingen zu werfen, um denselben, wie es scheint, mit einem Fang heraus zu ziehen, während der

sechste Knabe als theilnehmender Zuschauer dasteht. Alle Knaben haben kräftiges Colorit, zwei davon sind nackt und vier sind mit kurzen Röcken

von hell gelber Farbe bekleidet. Unten das Erdreich ist röthlich grau.

TAF. LXXIH. Vier Wandgemälde auf gelbem Grunde in der Gröfse der Originale (Originaldurchzeichnungen) in einem Hause neben der
Casa del Cignale zu Pompeji, im November 1839 ausgegraben. Vier schwebende Amorinen mit verschiedenen bacchischen Attributen. Der Amor
oben links mit Tambourin und Ilirtenstab hat blaue Flügel und weifses Gewand, das Band oben am Tambourin ist violett. Der untere Amor links
mit der silbernen Vase und Schale hat grünlich blaue Flügel und weifses Gewand. Der untere Amor rechts mit Hirtenstab und weifsem Trinkhorn
hat grünliche Flügel und hell violettes Gewand.

TAF. LXXIV. Zwei Wandgemälde auf schwarzem Grunde in der Gröfse und in den Farben der Originale, aus der Villa di Cicerone zu
Pompeji, ausgegraben 1749, gegenwärtig im Königlichen Museum zu Neapel; Gegenstücke der bereits auf Taf. III. 64. gegebenen beiden Gemälde.
In der oberen Gruppe eine Bacchantin auf einem gefesselten Centauren, denselben züchtigend. In der unteren Gruppe eine ganz junge bekleidete
Bacchantin auf einer Centaurin, mit ihr bacchische Spiele treibend. Diese vier Centaurengruppen gehören mit zu den reizendsten antiken Wandgemälden.

TAF. LXXV. Zwei Wandgemälde in der Gröfse der Originale (Originaldurchzeichnungen) aus der Casa delle Suonatrici (Casa di M.
Lucrezio) zu Pompeji, ausgegraben 1847. Diese beiden Medaillongemälde, auf zinnoberrothem Grunde mit hellgelber Einfassung, schmücken die
gelben Seitenfelder einer Wand, in deren Mittelfelde sich ein viereckiges Gemälde befindet, welches eine komische Scene vorstellt. Der schwebende
Amor mit der Keule des Hercules im Medaillon links hat violette Flügel, blaues Gewand und goldene Fufsringe. Die schwebende Psyche im
andern Medaillon rechts, die eine Blumenguirlande über dem Kopfe hält, hat violettes Kleid, blaugrüne Flügel und gelbe Schuhe.

TAF. LXXVI, Wandgemälde auf blauem Grunde in der Gröfse und in den Farben des Originals, ausgegraben zu Stabiae im Juli 1759,
gegenwärtig im Königlichen Museum zu Neapel. Eine stehende bekleidete weibliche Figur, ernst nachsinnend, mit einem in ihrer Linken ruhenden
Schwerte, vorstellend Medea vor der Ermordung ihrer mit Jason erzeugten beiden Kinder. Dies Gemälde ist das Gegenstück der Pénélope, ebenfalls
auf blauem Grunde, welche ich auf Taf. III. 46. bereits gegeben habe.

TAF. LXXVÜ. Gemalte Wand auf weifsem Grunde mit rothem Sockel, in den Farben des Originals, ausgegraben 1852 in der Strada Sta-
biana, in der Casa No. 57. zu Pompeji. In der Mitte dieser Wand befindet sich ein Candelaber, auf jedem der zwei Seitenfelder ein schwebender Amor.

TAF. LXXVIII. Zwei Wandgemälde in der Gröfse der Originale (Originaldurchzeichnungen) gegenwärtig im Königlichen Museum zu
Neapel. Das Gemälde links auf gelbem Grunde aus Herculanum stellt eine ganz bekleidete Tänzerin vor, welche ihr violettes Pallium über der
grünen Tunica mit beiden Händen etwas ausbreitet, um sich leichter bewegen zu können. Ihr Haar ist braun, die Armbänder golden. Der Streifen,
auf dem sie steht, ist grün, der Grund darunter roth. Das Gemälde rechts auf weifsem Grunde, ausgegraben in Stabiae am 16ten Juli 1759, stellt
ebenfalls eine Gewandfigur vor, welche mit der Rechten die Schleppe ihres grünen Kleides unter dem violetten Pallium aufhebt, während sie mit
der Linken ihren durchsichtig grünen Schleier lüftet. Ihr Haar ist gelblich braun, die Verzierung auf dem Kopfe gelb, ihre Armbänder golden, und
ihre Schuhe gelb. Diese Figur ist als architectonische Verzierung auf dem oberen Gesimse eines Gebäudes von grüner Farbe gemalt. Beide
Figuren erinnern an die weiblichen Gewandfiguren von Bronze in Lebensgröfse aus Herculanum.

TAF. LXXIX. Gemalte Wand auf gelbem Grunde mit rothem Untertheil, in den Farben des Originals, ausgegraben 1852 in der Casa
No. 57 der Strada Stabiana (auch genannt Casa dei Principi Russi) zu Pompeji. Das Gemälde im Mittelfelde stellt entweder den Besuch der Diana
bei Endymion, oder der Aurora bei Cephalus vor. In den beiden Medaillons der Seitenfelder befindet sich links der Kopf des Mercur und rechts
der Kopf des Paris. ,

TAF. LXXX. Zwei Wandgemälde in der Gröfse der Originale (Originaldurchzeichnungen), gegenwärtig im Königlichen Museum zu Neapel.
Die Figur links auf weifsem Grunde aus Herculanum, eine Lyraspielerin darstellend, hat dunkel violettes Gewand, mit goldenen Verzierungen am
Saum, und goldenes Armband; die Lyra ist gelblich, Farbe des Holzes. Die Figur rechts mit weifsem Kleide auf hell blauem Grunde aus Pompeji
ist einem ganzen Gemälde entnommen, wo sie als gebälktragende Figur dient.

Berlin, November 1856.

WILHELM ZAHN.

PLANCHE LXXI. -teinture murale de Pompéi découverte le 18. janvier 1828 dans une maison de la strada di Mercurio, en face de la
casa della seconda fontana di Musaico. Les figures ont le tiers de la grandeur naturelle. C'est Persée délivrant Andromède. La charmante Andromède,
placée au milieu du tableau et ayant le bras gauche enchaîné à un rocher, a les cheveux bruns, une robe jaune à liséré bleu, un diadème, un collier
et des bracelets d'or. Persée, tenant dans sa main gauche la tète de Méduse et un glaive à deux tranchants, saisit de la main droite le bras "-auche
d'Andromède comme pour la laire descendre du rocher. Il a les cheveux bruns, un manteau rouge et porte sur le dos un chapeau de voyage d'un
gris jaunâtre. Les deux figures de femmes couronnées, assises sur le rocher à gauche et dont l'une est peut-être la belle et orgueilleuse mère
d'Andromède, c.-a-d. Cassiopée, ont des robes violettes. Le monstre marin, qui s'avance en haletant entre les deux rochers est verdàtre, couleur
du dauphin. Le ciel est entièrement bleu clair, la mer d'un vert bleuâtre, les rochers ainsi que le sol sont d'un gris rougeàtre. Considérée sous le
point de vue de la composition, du dessin et du coloris, cette peinture murale est peut-être la plus belle représentation de ce mythe. Malheureu-
sement ce tableau, quelques années après la découverte, a souffert beaucoup par l'écaillage du mur.

PLANCHE LXXII. Peinture murale sur un fond blanc dans la grandeur de l'original (calque) de la casa delle Suonatrici (casa di M.
Lucrezio), découverte à Pompéi en 1847. Six garçons jouant à la cheville. Cinq enfants s'exercent à jeter des nœuds coulants sur une cheville
ou un clou fiché en terre pour l'en retirer, à ce qu'il semble, tandis que le sixième regarde faire les autres. Le coloris de tous ces garçons est
vigoureux; deux en sont tout nus, et quatre sont habillés de robes courtes d'un jaune clair. Le sol est d'un gris rougeàtre sale.

PLANCHE LXXIII. Quatre peintures murales sur un fond jaune dans la grandeur des originaux (calques) d'une maison à côté de la Casa
del Cignale à Pompéi, découvertes au mois de novembre 1839. Quatre Amours planant en l'air avec différents attributs bacchiques. L'Amour, au-dessus
à gauche avec le tambourin et la houlette, a des ailes bleues et une draperie blanche; le ruban au haut du tambourin est violet. L'Amour, d'en bas
à gauche avec le vase et la coupe d'argent, a des ailes d'un bleu verdàtre et une draperie blanche. L'Amour, au-dessous à droite, avec la houlette
et une corne à boire blanche, a des ailes verdâtres et une draperie d'un violet clair.

PLANCHE LXXIV. Deux peintures murales sur un lond noir dans la grandeur et dans les couleurs de l'original, de la villa di Cicerone
découvertes à Pompéi en 1749, pendants des deux peintures de la planche III. 64., aujourd'hui au musée royal de Naples. Dans le groupe supé-
rieur, c'est une bacchante assise sur un centaure dompté et le disciplinant. Dans le groupe inférieur, c'est une toute jeune bacchante habillée sur une
centaure s'amusant avec elle à des jeux bacchiques. Ces quatre groupes de centaures appartiennent au nombre des plus charmantes peintures murales.
PLANCHE LXXV. Deux peintures murales de la grandeur des originaux (calques) de la Casa delle Suonatrici (Casa di M. Lucrezio)
découvertes à Pompéi en 1847. Ces deux médaillons, sur un fond de cinabre à liséré jaune clair, décorent les panneaux jaunes d'une paroi dans le
compartiment du milieu duquel il y a un tableau carré représentant une scène comique. L'Amour planant du médaillon de gauche avec la massue
d'Hercule a des ailes violettes, une draperie bleue et des anneaux d'or aux pieds. La Psyché planante du médaillon de droite, tenant au-dessus de
la tête une guirlande de fleurs, a une robe violette, des ailes vertes bleues et des souliers jaunes.

PLANCHE LXXVI. Peinture murale sur un fond bleu de la grandeur et dans les couleurs de l'original découverte à Stabiae au mois de
juillet 1759, aujourd'hui au musée royal de Naples. C'est une figure de femme debout et habillée; elle est absorbée dans ses pensées; dans sa
main gauche elle tient une épée; c'est Médée avant le meurtre des enfants qu'elle eut de Jason. Ce tableau est le pendant de celui de Pénélope
également sur un fond bleu et qui se trouve sur la planche III. 46.

PLANCHE LXXVII. Paroi peinte sur un fond blanc à socle rouge dans les couleurs de l'original, découverte en 1852 dans la strada
Stabiana dans la casa No. 57. Dans le milieu de cette muraille il y a un candélabre, et dans chacun des deux compartiments un Amour planant.

PLANCHE LXXVIII. Deux peintures murales de la grandeur des originaux (calques), aujourd'hui au musée royal de Naples. Le tableau
de gauche, sur un fond jaune, est d'Herculanum et représente une danseuse tout habillée, qui étend son pallium violet par-dessus sa tunique verte
des deux mains pour se mouvoir plus facilement. Ses cheveux sont bruns, les bracelets d'or. La bande sur laquelle elle se tient debout est
verte, le sol au-dessus est rouge. Le tableau de droite, sur un fond blanc, découverte à Stabiae le 16. juillet 1759, représente également une
figure drapée, levant avec la main droite la queue de sa robe verte au-dessous de son pallium violet, tandis que de sa main gauche elle écarte son
voile vert transparent. Ses cheveux sont d'un brun jaunâtre, l'ornement de sa tête est jaune, ses bracelets sont d'or et ses souliers sont jaunes.
Cette figure est peinte sur la corniche supérieure d'un bâtiment vert en guise d'ornement architectural. Toutes les deux figures rappellent les
figures de femmes de bronze de grandeur naturelle d'Herculanum.

PLANCHE LXXIX. Paroi peinte sur un fond jaune à pied rouge dans les couleurs de l'original, découverte en 1852 dans la casa No. 57
de la strada Stabiana (appelée aussi casa dei principi Russi) à Pompéi. Le tableau du compartiment du milieu représente la visite de Diane à
Endymion ou celle de l'Aurore à Céphale. Dans les deux médaillons des compartiments des côtés, il y a dans celui de gauche la tête de Mercure
et dans celui de droite la tête de Paris.

PLANCHE LXXX. Deux peintures murales de la grandeur des originaux (calques), aujourd'hui au musée royal de Naples. La figure de
gauche sur un fond blanc est d'Herculanum. C'est une joueuse de lyre. Sa robe est d'un violet foncé avec une garniture d'or, le bracelet est
d'or aussi; la lyre est jaunâtre, c.-à-d. de la couleur du bois. La figure de droite à robe blanche, sur un fond bleu clair, est de Pompéi et
empruntée d'un tableau complet dans lequel elle supporte un entablement.

Berlin, novembre 1856.

GUILLAUME ZAHN.

ERLÄUTERUNGEN VON PROFESSOR OTTO JAHN.

Taf. 71. An einer Felswand, die vom Meer bespült wird, ist Andromeda mit dem ausgestreckten linken Arm durch eine Kette gefesselt; mit der
rechten Hand fafst sie den dorischen Chiton an, mit welchem sie bekleidet ist, um im Herabsteigen von der Klippe nicht gehindert zu sein. Dafs sie sich
schon anschickt dieselbe zu verlassen, ist in der Haltimg ihres Körpers und in dem mit zärtlichem Vertrauen auf Perseus gerichteten Antlitz ausgedrückt.
Dieser steht in fester Haltung- neben ihr und hat mit der Rechten, um sie zu unterstützen, ihren linken Arm gefafst; in der gesenkten Linken hält er das
Sichclschwert (die Harpe) und das Haupt der Medusa, welche hier als die im Tod erstarrte schöne Jungfrau dargestellt ist. Mit ernstem, fast finsterem
Blick sieht er vor sich hin auf das herankommende Scethier, das indessen nicht als ein Entsetzen erregendes Ungethüm, sondern einem Delphin ähnlich
gebildet ist. Der Maler hat nicht auf die Gefahr und den Kampf das Hauptgewicht legen wollen, sondern auf die aufkeimende Neigung und das zärtliche
Verhältnifs zwischen dem Helden und der von ihm befreiten schönen Jungfrau. Dadurch ist der Moment der von ihm dargestellten Handlung- allerdings
nicht ganz klar geworden; denn während das Thier lebt und der Kampf also noch bevorsteht, ist die Haltung des jugendlichen Paars so, als sei derselbe
vorüber, und sie schickten sich bereits an die Klippe zu verlassen. — Auf einer gegenüberliegenden steilen Felsklippe sitzen zwei zum Theil bekleidete
und mit Blumenkränzen geschmückte Frauenzimmer, welche mit gespannter Neugier dem, was dort vorgeht, zuschauen. Offenbar sind es die Gottheiten
des Ortes, und sehr passend hat man in ihnen die durch die alte Kunst, wie wir wissen, personificirten Berg-Warten erkannt.

Taf. 72. Das Kinderspiel, welches in ganz ähnlicher Weise sich auch auf einem herculanischen Wandgemälde dargestellt findet, ist uns weder
seinem Namen noch seiner Einrichtung nach bekannt. Man sieht, dafs ein grofser Nagel oder Pflock — ein Kreisel, wie man gemeint hat, ist es offenbar
nicht — in die Erde gesteckt ist; ein langes Band ist um denselben geschlungen (auf dein anderen Bild mit einer grofsen Schleife) und ein daneben
stehender Knabe hält dasselbe in den Händen. Vier andere Knaben mit Riemen oder Bändern und Stücken kommen von allen Seiten in lebhafter
Bewegung hinzu; es scheint als wenn es darauf ankommt den Pflock aus der Erde zu bringen und dem daneben stehenden Knaben zu entwinden, — auf
dein erwähnten Bild zieht ein Knabe eifrig an dem Band, das am Pflock befestigt ist. Ein sechster Knabe mit leeren Händen spielt nicht mit, drückt aber
ebenfalls seine lebhafte Theilnahme aus. Das Kinderspiel ist so lebendig dargestellt, dafs der Beschauer, auch ohne es zu kennen, sich dafür interessiren rnufs.

Taf. 73. Die wohlbekannten schwebenden, geflügelten Knabengestalten sind hier durch ihre Attribute als bacchische bezeichnet. Der eine trägt
aufser dem Hirtenstab die Handtrommel; eiii zweiter neu m der Traube die einfachste Art des Thjrsus. einen langen Stab, an dessen Spitze Weinlaub
gebunden ist; der dritte die Weinkanne zum Eingiefsen mit der Sehn'"; r]cr vt5rtè neust dem Hirtenstab das Trinkhorn.

Taf. 74. Diese beiden Gegenstücke zu den Taf. 64 gegebenen Gemälden zeigen ebenfalls Centauren als Theilnehmcr des bacchischen Gefolges.
Einem jugendlichen Centaur, der ein Thierfell übergeworfen hat, sind beide Arme auf dem Rücken zusammengebunden. Wir besitzen noch in mehreren
Wiederholungen, wahrscheinlich nach einem berühmten Kunstwerk in Marmor ausgeführt, einen auf diese Weise gefesselten Centauren, auf dessen Kücken
Amor als sein Ueberwinder sitzt. Hier ist es nicht Amor, sondern eine rasende Bacchantin, welche ihm auf der Gruppe j.nieet, und indem sie mit der einen
Hand sein Haar erfafst hat um sich festzuhalten, mit dem geschwungenen Thjrsus und zugleich mit dem ihm in den Rücket gesetzten Fufs ihn zum raschen
Lauf antreibt. Wenn diese Gruppe ein Bild der entfesselten, wie im Sturm dahin brausenden Leidenschaft ist, so gewahrt das Gegenbild den Anblick
züchtiger Haltung auch in der Begeisterung. Auf dem Rücken einer Centaurin sitzt bequem hingelagert ein junges, vollständig bekleidetes Mädchen, das
mit der Linken einen Thyrsus hoch aufstützt und aufmerksam zu ihr emporsieht. Die Centaurin hat sorglich den rechten Arm un' das Mädchen geschlungen
um sie sicher zu halten, während sie in der erhobenen Linken eine reiche Guirlande emporhält und mit zärtlichem Interesse auf t^s Mädchen herabsieht.

Taf. 75. Die beiden geflügelten Gestalten sind, ohne einen idealen Charakter an sich zu tragen, Repräsentanten jugendlich ausgelassener Lustigkeit.
Amor hat, wie in anderen Kunstwerken, sich der Keule des Hercules bemächtigt und tanzt mit der Beute davon. Sein weibliches Ge^cnbild — man kann
sie Psyche nennen, obgleich sie keine Schmetterlingsflügel trägt — hält in tänzerhafter Haltung eine Blumenguirlande über dein Kopfe.

Taf. 76. Ein berühmtes Gemälde des Timomachus stellt Medea dar, wie sie im letzten Augenblick vor der Ermordung ihrer Kinder von wider-
strebenden Gefühlen hin- und hergezogen wird, und die Alten wissen nicht genug zu rühmen, wie sehr dein Maler der Ausdnick dieses Seelenkampfes
gelungen sei. Mehrfache Nachbildungen, mehr oder weniger modificirt, von diesem berühmten Kunstwerk haben sich auf Wandgemälden gefunden ; auch die
gegenwärtige Figur ist ohne Zweifel auf jenes Original zurückzuführen, wie wenig in ihr auch von der geistigen Gröfse desselben erhalten ist. Die ruhige,
fast steife Haltung einer in ihre Gedanken ganz Versenkten, der trübe, sinnende Blick, das in der Linken ruhende Schwert, während o> Rechte das
Gewand fafst, als wolle sie sich vor dem Entsetzlichen verhüllen, — diese Züge mögen an die Medea des Timomachus erinnern.

Taf. 78. 80. Die weiblichen Figuren, welche als stützende Glieder in der Architectur verwandt sind, verrathen durch die steife und strafe Haltung
deutlich genug den Zweck, für welchen sie bestimmt waren. Die beiden Figuren auf Taf. 78 gewinnen dadurch an Interesse, dafs sie den in E'erculanum
gefundenen zierlichen Bronzestatucn junger Mädchen, welche in verschiedener Art sich mit ihrem Gewand zu thun inachen, auffallend gleichen i«id somit
einen neuen Beleg abgeben, wie die der Ornamentik dienende Malerei in den verschiedenen Kunstwerken, welche allenthalben aufgestellt wa™n, ihre
Muster fand.

Taf. 79. Das Bildchen in der Mitte der Wand stellt den Besuch der Aurora bei Cephalus vor. Eigeuthümlich ist dieser Darstellung das sehe* z]»afte
Nebenmotiv, dafs Amor sich auf den Hund des Cephalus gesetzt hat und diesen, der sonst gewöhnlich mit lautem Bellen die nahende Göttin anfährt, bändigt
und zur Ruhe bringt.

EXPLICATIONS DU PROFESSEUR OTTO JAHN.

Planche 71. C'est ici Andromède dont le bras gauche qu'elle tient levé est attaché par une chaine à la pente d'un rocher baigné par la mer;
de la main droite elle lève le chiton dorique dont elle est revêtue pour ne pas être embarrassée dans sa marche en descendant de l'écueil. L'attitude de
son corps, ses regards pleins de confiance et de tendresse qu'elle jette sur Persée, font bien voir que c'est là son idée. Celui-ci se tient près d'elle dans
une attitude ferme; pour mieux la soutenir, il a saisi de sa droite son bras gauche; dans sa gauche il tient la harpe et la tête de Méduse représentée ici
comme une jeune et belle vierge glacée par la mort. H fixe un regard sévère et presque sombre sur l'animal marin qui s'avance, non comme un monstre
capable de répandre la terreur, mais sous la forme d'un dauphin. Le peintre, on le voit, s'est moins attaché à représenter les dangers d'un combat que
l'amour naissant et les tendres rapports du héros et de la belle jeune fille qu'il vient de délivrer. Ceci, il est vrai, u'explique pas tout à fait le moment
de l'action qu'il parait avoir voulu peindre; car l'animal étant vivant, le combat est encore à livrer, tandis que l'attitude du couple juvenil pourrait faire
croire que le combat a déjà eu lieu et qu'il se dispose à quitter l'écueil. — Sur un écueil en face, sont assises deux femmes vêtues en partie et ornées
de guirlandes de fleurs qui regardent avec une curiosité soutenue ce qui se passe. Ce sont évidemment les divinités du lieu, gardiennes des écueils que
l'art antique aimait à personnifier.

Planche 72. Nous ne connaissons ni le nom ni l'arrangement de ce jeu d'enfants, représenté absolument de la même manière sur un tableau mural
d'Herculanum. On voit un clou ou, si l'on veut, une cheville (mais bien certainement ce n'est pas une toupie) enfoncée dans la terre; un long ruban que
tient dans ses mains un garçon placé auprès s'entortille autour de cette cheville (dans l'autre tableau ce ruban a un gros nœud). Quatre autres garçons
munis de courroies ou de rubans et de bâtons, accourent vivement de tous côtés; on dirait qu'il s'a-rit de faire sortir la cheville de la terre et de l'arracher
au garçon placé à côté. Sur le second tableau, un garçon tire avec empressement le ruban attaché à la cheville. Un sixième garçon ayant les mains vides
ne prend pas part au jeu, il est vrai, mais il n'exprime pas moins le plus vif intérêt qu'il lui inspire. Ce jeu d'enfant est peint avec tant de vivacité que
le spectateur s'y intéresse sans même le connaitre.

Planche 73. Les attributs qui décorent ces figures de garçons voltigeantes et ailées nous font voir que ce sont des enfants bacchiques. L'un
porte, outre le javelot, un tambour de basque; le second porte outre le raisin un Ion«- bâton eu guise de thyrse dont la pointe est environnée de pampre;
le troisième la cruche et la coupe; enfin, le quatrième porte, outre le javelot, la corim à boire.

Planche 74. Deux centaures du cortège de Bacchus faisant pendants aux tableaux de la planche 64. Le jeune Centaure ayant une peau d'animal
jetée autour du corps, a les deux bras liés sur le dos. Il existe encore plusieurs représentations en marbre et imitées probablement d'un célèbre chef-d'œuvre
d'un centaure sur lc dos duquel est assis l'Amour en guise de vainqueur. Ici, ce n'est pas l'Amour, c'est une bacchante en furie agenouillée sur la croupe
d'un centaure; elle saisit d'une main ses cheveux pour mieux se tenir sur ses pieds, et tout en brandissant le thyrse, elle l'anime à la course en appuyant
son pied sur son dos. Si ce groupe est l'image de la passion s'élancant comme la tempête, le pendant représente l'image de la candeur au milieu de
l'enthousiasme. Et en effet, nous voyons ici une jeune fille complètement vêtue assise mollement sur le dos d'une centaure; de sa main gauche elle tient
le thyrse hautement levé en levant vers elle ses regards attentifs. La centaure enlace doucement la fille de son bras droit pour la tenir plus sûrement,
tandis que de sa main gauche elle tient levée une guirlande de fleurs et que ses regards se portent avec tendresse sur la fille.

Planche 75. Ces deux figures ailées, sans avoir un caractère idéalisé, sont les représants de la gaité juvénile dans ses excès. L'Amour, ainsi que
nous le trouvons représenté dans d'autres ouvrages de l'art, s'est emparé de la massue d'Hercule et s'échappe en dansant avec son butin. Son pendant
féminin, qu'on pourrait prendre pour Psyché, bien qu'elle n'ait point des ailes de papillon, tient au-dessus de sa tête une guirlande dans l'attitude d'une danseuse.

Planche 76. Un célèbre tableau de Timomachus représentait Médée ballottée par des sentiments contraires dans le moment qui précéda le meurtre
de ses enfants, et les anciens ne se lassent pas de vanter l'expression de ce combat de l'âme que le peintre avait su lui donner dans son tableau. Il se trouve
plusieurs imitations, plus ou moins modifiées, de ce célèbre ouvrage de l'art sur des peintures murales La figure, que nous avons devant nous, est, sans
contredit, une imitation de ce même tableau quelque peu qu'il conserve de la sublimité de l'original. L'attitude calme et presque roide d'une personne
absorbée dans ses pensées, l'œil morne et méditatif, le glaive qui repose dans sa main gauche tandis que de la main droite elle saisit sa robe comme pour
se cacher l'horreur qui l'environne, tous ces traits peuvent, en effet, rappeler le tableau de la Médée de Timomachus.

Planches 78. 80. Ces figures de femmes, servant de supports dans l'architecture, font assez connaître par leur roideur l'usage auquel on les
destinait. Ce qui ajoute à l'intérêt des deux figures Ae la planche 78, c'est qu'elles ressemblent infiniment aux jolies figures de bronze de jeunes filles
trouvées à Herculanum, qui s'occupent de diverses manières de leurs robes. Elles fournissent une nouvelle preuve de la manière comment la peinture, appliquée
à l'ornementation, savait trouver ses modèles dans les divers ouvrages de l'art placés partout.

Planche 79. Le petit tableau du milieu repésente l'Aurore faisant sa visite à Céphale. Ce qui ajoute à l'originalité plaisante de ce tableau, c'est
que l'Amour est assis sur le chien de Céphale qu'il apaise et qu'il fait taire tandis que dans d'autres tableaux ce chien annonce l'arrivée de la déesse par ses
aboiements perçants.

Zu Zahn's Pompeji, III. Folge, Heft VIII.

Gedruckt bei A. W. Schade in Berlin, Grünstrafse 18-
loading ...