Zimmermann, Karin [Editor]
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 1 - 181) — Wiesbaden, 2003

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COD. PAL. GERM. 21

RECHNUNGSBUCH. Namen erwähnter Orte und Kirchen verweisen auf Straßburg als Ent-
stehungsort. Zahlreiche Personen in den Straßburger Urkunden im 14. Jh. nachweisbar. Vgl. Cod.
Pal. germ. 19, 21, 22, 23, 149 (?), 300, 362 (Fragmente).

KZ

COD. PAL. GERM. 21

Bibel AT (Geschichtsbücher [3. Teil], Lehrbücher, Psalter), deutsch

Papier ■ 381 Bll. • 40,5 x 29,2 • Hagenau • 1441-1449

Lagen: (II+l)4 (mit Bl. 2*) + 31 III190 + 11 IV278 + III284 + 2 IV300 + III306 + IV314 + III320 + 2 IV336 + (III+l)343 +
IV351 + (II+l)356 + 2 III368 + IV376 + II380*. Bl. 1* (?) und 381* als Vorder- und Hinterspiegel aufgeklebt. Ehema-
lige Lagenformel (s. Reklamanten) bei Restaurierung zerstört. Reklamanten 5V, 13v, 21v, 37v, 53v, 61v, 77v, 221v,
229v, 301", 309v, 373v (Jungbluth [s. Lit.] erwähnt zusätzlich Reklamanten 269v, 341v, 357v). Die Hs. besteht aus
Einzelblättern (jedes einzelne Blatt weist ein Wasserzeichen auf!), die zur Heftung an Falze (vgl. Fragmente)
gehängt wurden. Von Lauber wurden Foliobögen zur Herstellung großformatiger und somit repräsentativerer
Bücher benutzt. Hierauf weisen die bei allen Blättern vorhandenen mittigen Querknicke hin (von der Faltung
in die für den Verkauf üblichen Hefte oder Bücher; vgl. Saurma-Jeltsch, Bilderhandschriften 1, S. 78), die be-
reits vor der Beschriftung beziehungsweise Bemalung vorhanden waren. Foliierung des 17. Jhs.: 1-379. Bll. 2*,
380* mit moderner Zählung. Wz.: Dreiberg mit Lilie mit den Initialen MGS (Vorsatz), ähnlich Heawood 1460
(Rom 1654; s. Einleitung, S. XVI); Ochsenkopf (verschieden Varianten): darunter Piccard 2,1, Typ 1/218 (Ho-
henrechberg 1449); weitere Variante identisch in Cod. Pal. germ. 20, 23; Krone ohne Bügel, ohne Beizeichen
(verschiedene Varianten): je eine identische Variante in Cod. Pal. germ. 20 und 23; ein weiteres Wz., nicht nach-
weisbar. Schriftraum: 28x18; zwei Spalten (Initialseiten: eine Spalte), 28-33 Zeilen. Schriftraumbegrenzung
blind geritzt beziehungsweise mit Metallstift vorgezeichnet. Bastarda von einer Hand (nach Jungbluth [s. Lit.]
von vermutlich zwei Händen: I. lv-170vb; II. 171ra-379vb). 146r Korrektur von einer zweiten Hand. Seiten-
überschrift und zum Teil Schrift der Initialseiten in Textura. Rote Lombarden der Kapitelanfänge über fünf bis
acht Zeilen. Wenige Cadellen (unter anderem 31v, 214r, 326v, 336r v, 366r). Übliche Rubrizierung. Vor den Buch-
anfängen ganzseitige Illustrationen (lv, 4V, 18\ 37v, 56", 70v [Abb. 1], 88v, 106v, 145\ 243\ 276", 288\ 295v, 317v);
große Initialen mit Rankenwerk oder figürlichen Motiven auf den jeweils gegenüberliegenden Seiten (2r, 5r, 19r,
38r, 57r, 71r, 89r, 107r, 146r, 244r, 277r, 289r, 296r, 318r). Nach Kautzsch (Lauber, S. 75) und Saurma-Jeltsch (Bil-
derhandschriften 1, S. 121 f.; 2, S. 51) von Zeichner B. Teilweise durchgeschlagene Farben. Zu den Motiven der je-
weils 14 Miniaturen und Initialen s. Wegener, S.40f. (Wegener übergeht die Seiten 2887289r) und Saurma-
Jeltsch, Bilderhandschriften 2, S.51. Geringer Textverlust durch Tintenfraß. Blattweiser. Blattweiser.
Jungbluth (s. Lit.) erwähnt noch den römischen Einband des 17. Jhs. Restaurierung 1962 (Hans Heiland): Blät-
ter fast durchgehend beidseitig in Japanpapier eingebettet und neu an Falze gehängt [alte Falze ausgelöst, s. Frag-
mente], Lagen gebildet und auf vier Bünde geheftet, Halblederband (Holzdeckel mit Lederrücken) ergänzt, alte
Rückensignatur ausgeschnitten und aufgeklebt: 21/BIBLIA SACRA/Tom. III./HAGIOGRAPHIA. Durch
den Restaurator Entfernung mindestens eines Vorsatzblattes (3*) des Codex (Finke [s. Herkunft] und Junbluth
[s. Lit.] erwähnen noch die modern gezählten Bll. l*-3*, 380*—381*); Capsanummer ausgeschnitten und auf Bl.
2*r geklebt (ursprünglich auf Bl. 1*). Rundes Signaturschild, modern: Pal. Germ. 21.

Herkunft: vgl. das zu Cod. Pal. germ. 19 Gesagte. 2*r Capsanummer: C. 134. Die von Bartsch (Nr. 15) erwähnte
alte Bezeichnung: 1175 auf Bl. 380* ist nicht mehr vorhanden. Vorderspiegel Inhaltsangabe (20. Jh., Bibliothekar
Hermann Finke).

Schreibsprache: niederalemannisch.

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