Zimmermann, Karin [Editor]
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 1 - 181) — Wiesbaden, 2003

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COD. PAL. GERM. 37
II.

Bll. I-III, 39-105,1-IV. Lagen: (I+l)ra + V48 + VI60 + IV68 + 2 VI92 + V102 + (IV-1)IV. Wz.: Kanne, ähnlich Bri-
quet 12623 (Nancy 1491-1496); Dreiberg mit Kreuz in Kreis, nicht nachweisbar (vgl. Wz. Vorsatz Cod. Pal.
germ. 33, 39); ein weiteres Wz., nicht nachweisbar. Schriftraum: 18,5 x 12,5-13,5; 21-25 Zeilen. Bastardamit Ei-
genschaften einer Kurrentschrift von einer Hand. Die vom Übersetzer in den fortlaufenden Text eingestreuten
Erklärungen sind durch rote Unterstreichungen kenntlich gemacht (vgl. 40r: Vnd dye zu gesetzte erclerung vnd
glosz Jnn dem synn des textz beschlossenn vnd verborgen mag myt rotenn lynienn werden vnderztogenn [!]). 40r
rot-grüne Rankeninitiale über vier Zeilen, 65r rot-blaue Initiale mit Besatzfleuronnee und einfacher Binnenfeld-
ornamentik über fünf Zeilen. Rote Lombarden der Kapitelanfänge über zwei Zeilen. Rote und blaue Para-
graphzeichen. Übliche Rubrizierung. Zu der Federzeichnung Bl. 63v s. Wegener (s. Lit.). Übertragung ins
Deutsche auf Veranlassung des Grafen Eberhard V (im Bart) von Württemberg (1445-1496; seit dem 21. Juli
1495 Herzog von Württemberg; NDB 4, S.234f.; Volker Himmelein, Graf Eberhard V. von Württemberg, in:
Die Geschichte Baden-Württembergs, hrsg. von Reiner RiNKER/Wilfried Setzler, Stuttgart 1986, S. 88-101):
vgl. unter anderem 39v Also hatt auch begert der hochgebom herr herr Eberhart Graue zu Wyrttenberg vnd zu
Mumpelgart etc. der Eliter etc. myn gnedyger herr dyszes buchlynn also zu teutschenn. Eberhards Mutter Mecht-
hild, Pfalzgräfin bei Rhein, war eine Tochter Kurfürst Ludwigs III. von der Pfalz und dessen zweiter Ehefrau,
Mechthild von Savoyen. Aufgeklebter Vorderspiegel Capsanummer: C. 71, alte römische Signatur: 1659.

Schreibsprache: schwäbisch.

39r-103r BIBEL AT (ECCLESIASTES, SAPIENTIA), deutsch.

(39r-40r) PROLOG ZU PREDIGER SALOMO. >Ecclesiastes. Der wellt verschmehung<. Kung
Salomon Dauids sun. Nach zall drier Namen dye er gehebt... 40r Schluszrede des gantzenn buch-
lyns Alleynn Jnn gott dem hernn soll man war selikeyt suchenn.

(40r-62v) PREDIGER SALOMO. Salomon oder Ecclesiastes hatt gesprochenn Es ist eynn uppig-
keyt über alle uppigkeyt... 62 v allenn denen die vssz gottlicher vnd bruderlicher lieb Jrrsall hendt
zu straffenn. Gott Sie gedanckt.

(64r-65r) PROLOG ZUR WEISHEIT SALOMO. >Sapientie das buch der wiszheyu. Das buch
der wiszheyt allso genant. Wan Jn Jm wirt offenbarlichen vsszgesprochen dye zukunnfft vnd das
lyden Christi... 65r Vnd so findt er eyn gantzer vnuersucherten text.

(65r-103r) WEISHEIT SALOMO. >Das erst Capittell Sapientie<. HAbent lieb gerechtigkeyt Jr
Richter... 103r Zu allenn zittenn vnndjnn allen stettenn bistujnn bystenndig gewesenn etc. amen.
Also enndet sich das buchlynn der wyszheyt... vnnd die Jrrenndenn vff den weg der warheyt wi-
dervmb fierenn. zeXoa. finis. Nach der Eingruppierung der deutschen Bibelübersetzungen von
Walther (Sp. 545-547) bildet der Text des Cod. Pal. germ. 37 den 29. Übersetzungszweig. Die
Übersetzung entstand auf Anregung Graf Eberhards V. von Württemberg (s.o.) und könnte auf
den Theologen Conrad Summenhart (s. Helmut Feld, in: VL2 9 [1995], Sp. 521-527) zurückge-
hen, der vielfach als Übersetzer für Eberhard tätig war (Mertens [s.u.], S.62, S.80 Nr.48). Zu
Eberhards Bibliothek s. Dieter Mertens, Eberhard im Bart und der Humanismus, in: Eberhard
und Mechthild. Untersuchungen zu Politik und Kultur im ausgehenden Mittelalter, hrsg. von
Hans-Martin Maurer, Stuttgart 1994 (Lebendige Vergangenheit 17), S. 76-81 (Hs. erwähnt S. 79
Nr. 29); Regina Cermann, Die Bibliothek Herzog Eberhards im Bart von Württemberg
(1445-1496), in: Scriptorium 51 (1997), S. 30-50 (Hs. erwähnt S. 31, Anm. 8). Wegen der zahlrei-
chen Schreibfehler vermutet Walther (Sp. 545), daß es sich bei Cod. Pal. germ. 37 nicht um ein
für Eberhard gefertigtes Exemplar, sondern um eine Abschrift eines solchen handelt. - 103v leer.

104r-105v VERSE ÜBER DIE GEWALT DES TODES, lateinisch und deutsch. Mortem inducit
jactabunde de sua ... Huc ego tartareis mors horrida prodeo regnislomnia subicio ... 105r Contule-

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