Zimmermann, Karin [Editor]
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 1 - 181) — Wiesbaden, 2003

Page: 215
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/zimmermann2003/0279
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
COD. PAL. GERM. 86

blaue Lombarden über drei Zeilen. Kapitelinitialen über zehn bis 14 Zeilen in Rot, Grün, Blau, zum Teil Stamm-
füllungen mit Blattranken, zum Teil mit andersfarbigen, flächigen Binnenfüllungen, 67v und 145r mit Wappen-
schild (s. Herkunft). Übliche Rubrizierung. 1" ganzseitiges Titelbild (Abb. 5), 123 drittel- bis dreiviertelseitige
kolorierte Federzeichnungen zum ,Buch der Beispiele' (neueste Auflistung bei Bodemann, S.72-91). Die zwei
ganzseitigen Zeichnungen 66r v sind auf einem eigenen Blatt nachträglich eingefügt (Überschrift figura A,figura
B) und die Textverweise auf die Bilder an entsprechender Stelle nachgetragen. Auf den fehlenden Blättern nach
195 und 201 dürfte sich, nach der ausgefallenen Textmenge zu schließen, jeweils eine Zeichnung befunden ha-
ben. 59v, 73v Raum für nicht ausgeführte Illustrationen. Zwei Zeichner: A: lv und 26r-217r, B: 3r-24r. A weist
nach Wegener enge Beziehungen zu Cod. Pal. germ. 346 (Eilhart von Oberg, Tristrant') auf, nach Lehmann-
Haupt daneben auch zu Stuttgart WLB Cod. theol. et phil. 2° 195 (,Belial'). Zu den Illustrationen vgl. weiter Fi-
schel(s. Lit.), S. 71; KDIHM2 (1996), S. 373f.; Konrad, S. 312-314. Braune Flecken aufgrund eingedrungener
Feuchtigkeit, vom oberen Schnitt ausgehend; Bll. 1 -3, 217-218 leichter Wurmfraß; zahlreiche Risse; Bll. 54-61
unten Einstichlöcher (Durchpausung?). 218"'v Spuren eines roten Ledereinbands. Pergamenteinband des 17. Jhs.
(römisch), Rückentitel: 85/FABULAE/'Morales/pictis figuris ornatae (17. Jh.). Gelb-grünes Kapital. Rundes Sig-
naturschild, modern: Pal. Germ. 85.

Herkunft: Die Initiale 145r (D) ist geschmückt mit einem Wappenschild mit drei weißen (silbernen) Ringen auf
rotem Grund (Grafen von Neipperg), 67v (P) mit einem gevierten Wappen, das in Feld 2 und 3 dieselben Ringe,
in Feld 1 und 4 ein schwarzes Kreuz auf weißem Grund (Deutscher Orden) zeigt. Die Wappen deuten auf Rein-
hard von Neipperg (f 1496), 1479/80-1489 Großmeister des Deutschen Ordens zu Mergentheim, als Erstbesit-
zer der Handschrift. lr Titelangabe, die im Zuge der Katalogisierung der Bestände der älteren Schloßbibliothek
1556/59 eingetragen wurde: Esopus.; Capsanummer: C. 100; alte römische Signatur: 1858. l*r Reste eines aufge-
klebten Zettels in der oberen Ecke. Vorderspiegel aufgeklebtes Inventarschild der ÜB Heidelberg mit blauem
Rand: 696 Univers. Biblioth. Heidelberg (19./20. Jh.); Inhaltsangabe (20. Jh., Bibliothekar Hermann Finke).

Schreibsprache: schwäbisch.

Literatur: Bartsch, Nr. 49; Wilken, S.336; Wegener S.VII, 95 f.; Lehmann-Haupt, S.172; Kat. HSA-BBAW
(Günther Jungbluth, Mai 1938, 8 Bll.); Fischel (s. Cod. Pal. germ. 84); Geissler (s. Cod. Pal. germ. 84), Teil
2, S.35-37 (Sigle B); Mittler/Werner, S.131; KDIHM 2 (1996), S. 360-392, besonders 372-375; Bodemann;
Konrad, S.312-314 Nr.KO 74, Abb. S. 314: Bl. 3r (mit Lit.).

lv-217r [ANTONIUS VON PFORR,] BUCH DER BEISPIELE DER ALTEN WEISEN. 2r £5
ist von den altten wysen der gesiecht der weit, Dyss buch des ersten Inn Indischer sprach gedieht...
217r Da mit hat das buch ein ende. Got und Maria komm zu vns an vnserm letzsten ende. Text (nach
Straßburg BNU Ms. 1996): Geissler (s. Cod. Pal. germ. 84; dort auch weitere Lit.), Teil 1: Text,
S. 1-162. Textdefekte aufgrund zweier fehlender Blätter: Geissler (s. Cod. Pal. germ. 84), S. 144/
Z.37-145/Z.22, S.149/Z.31-150/Z.11; der Text Geissler (s. Cod. Pal. germ. 84), S.150/Z.36-
151/Z. 30 (Bl. 204) steht aufgrund einer Blattversetzung nach Geissler (s. Cod. Pal. germ. 84),
S. 151/Z. 31 -152/Z. 23 (Bl. 203). - l*r-3*v, lr, 217v-221*v (bis auf Einträge [lr], s. Herkunft) leer.

SG/KZ

COD. PAL. GERM. 86
[Ulrich?] Boner: Edelstein

Papier • 130 Bll. • 28,7 x 21,5 • Süddeutschland • 1461

Lagen: (II—l)3* + 10 VI1'8 (mit Bll. 4*, 5*) + (IV-1)1"*. Regelmäßige Reklamanten, meist durch Beschnitt weg-
gefallen. Mehrfach ausgebesserte Foliierung des 17. Jhs.: 1-120; 96-120 verbessert aus 9-28, 129, 130,

215
loading ...