Zimmermann, Karin [Editor]
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 1 - 181) — Wiesbaden, 2003

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COD. PAL. GERM. 87

130-132). Jüngere Vorsatzblätter (1*—3*) sowie Bll. ♦*—5* und 121*—125* mit moderner Zählung. Wz.: ge-
kreuzte Pfeile (verschiedene Varianten), darunter Piccard 9, IX/952 (München 1461); Dreiberg mit Lilie mit den
Initialen MGS (Bll. 1 *-3*), ähnlich Heawood 1460 (Rom 1654; s. Einleitung, S. XVI). Schreiber und Anlage des
Codex sind identisch mit Cod. Pal. germ. 332 (Stricker, ,Karl') und Cod. Pal. germ. 347 (Seifrit, ,Alexander').
Schriftraum: 20,5 x 13; 29-34 (meist 30) Zeilen. Schriftraumbegrenzung (innen und außen Doppellinien) mit
Metallstift vorgezeichnet. Text versweise abgesetzt. Bastarda von einer Hand. Rote Überschriften vor jeder Fa-
bel; Ankündigung der Moral jeder Fabel durch lere/des beyspil(d)s links und rechts am Rand. Zwei- bis vierzei-
lige Lombarden in Rot. Übliche Rubrizierung. Zur Illustration vorgesehen, jedoch nur die ersten zehn Bilder
mit Silberstift skizziert. Leichter Tintenfraß. Falzstreifen (s. Fragmente; innere Falzverstärkung durch unbe-
schriebene Falzstreifen aus Papier). Pergamenteinband des 17. Jhs. (römisch), Rückentitel: 86/Aesopi fabul[ae]
(17. Jh.). Farbschnitt (gelb). Gelb-grünes Kapital. Rundes Signaturschild, modern: Pal. Germ. 86.

Herkunft: 4*r Capsanummer: C. 183. 120v Unterschrift: Glöckle m. p. unter dem Kolophon (Ferdinand Glöckle;
s. Einleitung, S. XVII f. und Abb. 40). Vorderspiegel Inhaltsangabe (20. Jh., Bibliothekar Hermann Finke).

Schreibsprache: bairisch.

Literatur: Bartsch, Nr.50; Adelung, Nachrichten, S.20,132-136; Wilken, S.336f.; Wegener, S.VII, 61; Kat.
HSA-BBAW (Günther Jungbluth, April/Mai 1938, 6 Bll.); Ulrike BoDEMANN/Gerd Dicke, Grundzüge einer
Überlieferungs- und Textgeschichte von Boners .Edelstein', in: Deutsche Handschriften 1100-1400, Oxforder
Kolloquium 1985, hrsg. von Volker HoNEMANN/Nigel F. Palmer, Tübingen 1988, S. 424 -468.

4*r-120v [ULRICH?] BONER, EDELSTEIN. >Hie hebt sich an ein puch Ysopus genannt Das da
ettlichen predigern ist wol erkanntt Das da sagt von beyspilden gut Vnd gute lere darauf/ durch
zucht Das die menschen dar auß begreiffen Sich zu hüten vor den posen vnd valschen reten vnd zu
pessern ire leben etc. In gotes Namen<. V >Wider die geistlichen die nicht ettlich ding vermeiden
wollen<. Eines males ein affchom geranttIDo er vil guter nüß vandt... 120v Als dir dein kunigreich
hat gethan/Des sieht man dich in rewen stanlAmen. Deo gracias./Hie sich Ysopus endt, Got vns
sein gnad wendt. [Rot:] Geendt nach ostern Im 61 iar. 81v Bleistiftnotiz eines zeitgenössischen Be-
nutzers, die wohl auf einen Textdefekt (Pfeiffer [s.u.], S. 108f., Kap. 62, Vers 1-47) hinweisen
soll: czwen die kempf ein ritter einpawr. Text (ohne Benutzung der Hs.): Franz Pfeiffer (Hrsg.),
Der Edelstein von Ulrich Boner, Leipzig 1844 (Dichtungen des deutschen Mittelalters 4). Der Text
des Cod. Pal. germ. 86 gehört zu Pfeiffers Bestandsklasse III; vgl. auch Bodemann/Dicke (s.
Lit.). - l*r-3*v, 4*v-5*v, 121*r-125*v (bis auf Schriftraumbegrenzung [Bl. 121-]) leer.

FRAGMENTE.

Falzstreifen (äußere Falzverstärkung der ersten und letzten Lage). Zwei Pergamentfragmente aus
neumierter liturgischer Hs., 11./12. Jh.

SG/KZ

COD. PAL. GERM. 87

Johann von Soest: Die Kinder von Limburg

Papier • 424 Bll. • 30 x 21,5 • Heidelberg • 1480

Lagen: (I+[I+I])6* + 34 VI408 + (VI-2)418*; zusätzlich vorne und hinten je ein modernes Vorsatzbl. (1**, 419*).
Reklamanten am Ende jeder Lage (bis auf Bll. 12", 204T, 312", 336v), zum Teil durch Beschnitt weggefallen. Foli-

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