Zimmermann, Karin [Editor]
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 1 - 181) — Wiesbaden, 2003

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COD. PAL. GERM. 143

lr-135r ,PONTUS UND SIDONIA', Fassung B. Dis ist ein löbeliche edel hystory von schonen
abenturen. Da iunge lüte ouch vil guter Exempel inne findent ... 134v Vnd also hin fliehet das le-
ben der weite vnd nieman enist so rieh so stareke so küne so wise so glücklich 135r Zürn letßten muß
er das alles verlassen vnd wyder zu erden werden. Deo gracias. Bei dem Text des Cod. Pal. germ.
142 handelt es sich um eine gekürzte Version der Fassung B des Prosaromans (Wüst [s. Lit.], S. 70;
Schneider [s. Lit.], S.34f.). Text: Schneider (s. Lit.), S.45-255. Zum Text s. Xenja von Ertz-
dorff, in: VL2 7 (1989), Sp. 780-782 (Hs. ewähnt, Sigle H); Pontus und Sidonia (s. Lit.), S. 7-20.
- l*r-2*v, 135v-138*v (bis auf Einträge [2*T, s. Herkunft) leer.

KZ

COD. PAL. GERM. 143

Johann von Würzburg: Wilhelm von Österreich

Papier • 327 Bll. • 32 x 21,8 • Schwaben • 4. Viertel 15. Jh.

Lagen: (II-l)3* + 15 VI180 + VII194 + 6 VI266 + (V+l)277 + VI289 + IV297 + III303 + I305 + 2 II313 + (VI-1)324*. Regel-
mäßige Reklamanten, zum Teil durch Beschnitt weggefallen. Foliierung des 17. Jhs.: 1-266, 267'' (19.Jh.; Er-
satzblatt [s.u.]), 268-319. Bll. l*-3"~, 320"'-324* mit moderner Zählung. Aus Bl. 1 untere Ecke herausgeschnit-
ten (17,5x11; Textverlust), in der Neuzeit kaschiert. Das vormals in diese Hs. eingeklebte Bl. 267 gehört
ursprünglich in Cod. Pal. germ. 345 (,Friedrich von Schwaben'; aus der Werkstatt Ludwig Henfflins). Ende des
19. Jhs. wurde es dort hinter Bl. 373 eingefügt (s. Herkunft). Die Hs. war vermutlich längere Zeit ungebunden
aufbewahrt worden, darauf weisen die stark verschmutzten Seiten der Lagenanfänge und -enden und das Ver-
binden einiger Lagen bereits vor der Foliierung in Rom hin (zur korrekten Reihenfolge der Lagen und Blätter
vgl. Regel [s. Lit.], S. XI f.). Wz.: Dreiberg mit Lilie mit den Initialen MGS (Vorsatz), ähnlich Heawood 1460
(Rom 1654; s. Einleitung, S. XVI); Sechsberg mit zweikonturiger Stange mit Krone (zwei Varianten), darunter
ähnlich Piccard, 16, VIII/2675 (Neresheim [Württ.], Nersingen [Neu-Ulm] 1484); die identischen Varianten in
Cod. Pal. germ. 117; ein weiteres Wz. mit Varianten, nicht nachweisbar. Schriftraum: 20,5-22,5 x 11-12; 22-27
Zeilen. Schriftraum auf den Rectoseiten außen, selten auch innen, mit Metallstift begrenzt. Text versweise abge-
setzt. Bastarda von einer Hand. Hs. unvollendet: Bildüberschriften in Rot nur selten ausgeführt (unter anderem
lllv); rote Lombarden über zwei Zeilen, teilweise mit Fleuronneeausläufern (unter anderem 85v), häufig nicht
ausgeführt; wenige Cadellen, zum Teil rot-tintenfarben; übliche Rubrizierung (Versalien rot gestrichelt) nur teil-
weise ausgeführt (lr-48v, 85r-86r, 97r-101r, 109r-112r, 119v-142v, 143v, 144v-181v, 194r-232r, 243r-245r,
255r-266v, 268r-294r, 287v-289r, 290r-293r, 294v-295r, 296v-300r, 301r-305r, 306r-309v, 314r, 315v-319r); je-
weils zu Beginn von Textabschnitten Raum für mindestens 108 Miniaturen. Beginnender Tintenfraß. Perga-
menteinband des 17. Jhs. (römisch), Rückentitel: 143/HISTORIA/Poetica/Wildehelmi. (17.Jh.). Gelb-grünes
Kapital. Rundes Signaturschild, modern: Pal. germ. 143.

Herkunft: lr Capsanummer: C. 93; alte römische Signatur (?): 1839; Bibliothekstitel, 17.Jh.: Wildehelmi. Hist."
reg. gestar. 324*v unten (versatim): Reste eines aufgeklebten Zettels: H.../.../W... (vgl. Bibliothekstitel [1r] und
Rückentitel). Vorderspiegel aufgeklebtes Blatt (23. Dezember 1867; Dr. Karl Regel/Gotha): Beschreibung des
Inhalts der Hs. und Angaben zur korrekten Blattfolge nach der Gothaer Hs. (Gotha Forschungsbibliothek Cod.
membr. IV 39). Bl. 267, das fälschlicherweise in diese Hs. eingeklebt war, wurde an die korrekte Stelle in Cod.
Pal. germ. 345 eingefügt (Bartsch, Nr. 85; s. Lagen). An seine Stelle wurde Bl. 267"' mit einer entsprechenden
Notiz von Karl Bartsch eingeklebt. Gegen die von Brigitte Schöning (,Friedrich von Schwaben'. Aspekte des
Erzählens im spätmittelalterlichen Versroman, Erlangen 1991 [Erlanger Studien 90], S. 56f.) aufgrund des falsch
eingeklebten Blattes und der ähnlichen Anlage aufgestellte These, daß auch Cod. Pal. germ. 143 aus der Werk-
statt des Ludwig Henfflin stammt, spricht das Fehlen eindeutigerer Indizien (es sind auch Handschriften aus an-

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