Allgemeine theologische Bibliothek — 1.1774 [VD18 90309928]

Seite: 138
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IZ8 Der christliche Diogenes.
„Seeligmachers haben seine Jünger durch ihre
„Willigkeit, um seines Namens willen alles zu
„erdulten, was der menschlichen Natur schmerzlich
„ist, ein Zeugniß abgelegt, daß sie sich auf Chris
„stum und seine Lehre mit unverstelltem Vertrauen
„verlassen haben. Ein solches Vertrauen aber
„entfernet allen Verdacht einer vorsätzlichen Ver-
mehrung seiner Lehre, und erweiset eine eifrige
„Bemühung um dessen wahre Erkenntniß, die ih-
„nen unentbehrlich war, wenn ihre Hofnung so
„fest gegründet scyn sollte, daß sie die Probe derer
„schmerzlichsten Leiden und Hinrichtungen aus-
-.hielte. Wie hätte also in diesen Zeiten eine vor-
sätzliche Abweichung von dem Unterrichte seiner
„Vorfahren möglich seyn können?,, Das alles
zugegeben, folgt denn daraus etwas zu Erweisung
jener ununterbrochenen Folge untrüglicher Lehrer —
oder einer beständig untrüglich gebliebenen Kirche?
Und entkräftet cö denn auch den Verdacht der UN-
vorsäßlichen Verkehrung? — Oder kann ich,
wenn der Schluß richtig ist, nicht auch eben so
die Untrüglichkeit der Layen erweisen, als welche
ja auch so gut als die Lehrer unter sich Märtyrer
der Wahrheit aufzuweisen haben?
Freylich gab es, sagt der Verfasser §. z9. auch
Betrüger und Verführer des Volks „sie konnten
„aber niemals einen wahren Gläubigen an sich
„ziehen,, — Eine historische Lüge! —- „Weil
„demnach der Anhang derer Betrüger von der
„wahren
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