Allgemeine theologische Bibliothek — 4.1775a [VD18 90309928]

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Dietelmmrs Betrachtungen.
Beglaubigung ihrer Lehre, und allen Christen zu ih-
rem Beystande mitthcilte,odermitzuthcilen versprach/
vortragen solle? So denkt sichs ein—> und seinesglei-
chen, und darauf passen folglich alle die Deklamation
neu: „was? soll man verschweigen, was die Bibel
sagt? soll man den Rath Gottes nicht ganz ver-
kündigen, sollen die Leute nicht wissen, auf wen sie
getauft sind und wen sie anzubcten haben? sollen
sie nicht die Verhältnisse lernen, in welchen sie mit
Gott, mit Jesu Christo stehen?»— Aber man hal-
te nun die wahre Meynung jener Männer dagegen.
„Man soll, sagen sie, von Gott dem Vater, von Je-
su Christo und von seinem Geiste dem gemeinen
Manne das sagen, was die Schrift saget. Man
soll sie aber diese drey nicht als Dreyeinigkcit den-
ken lehren, weil das die Bibel nicht thut. Man
soll sie mit den unverständlichen Worten: Wesen,
Person c. Dreyfaltigkcit Lc. verschonen, weil bas al-
les in der Bibel nicht steht und wegen seiner Unver-
ständlichkeit keinen Nutzen giebt. (Denn H. D.
sagt selbst: „Es wird uns leicht keine Lehre so sauer
als diese, wenn wir sie dem gemeinen Volke also
vortragen sollen, daß sie das Nöthigste davon fas-
sen.») Man soll die Leute dabey lassen, was die Bi-
bel sagt, es ist nur ein Gott. Dieser einige Gott
hat einen Gesandten auf die Erde geschickt, zum Ve-
sten der Menschen. Die Schrift nennt ihn das
Wort (weil er in dem Namen Gottes mit den
Menschen reden sollte:) auch den Sohn Gottes,
well er von Gott auf eine uns unbegreistiche Art
sein Wesen hak, und folglich an Weisheit, Macht rc.
seinem Vater gleich ist. Dieser erhabne Geist, die-
ser Abkömmling des Himmels
hat sich mit einem sterblichen Menschen vereinigt.—
u> s. w.
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