Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 26.1901

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DAS GRIECHISCHE THEATER IN SYRAKUS n
ron I (478—67) gegeben, dessen glänzende Hofhaltung einen
Pindar und Simonides, einen Aischylos und Epicharmos zu län-
gerem oder kürzerem Verweilen veranlasste. Da nun Hieron in
ganz besonderem Maasse die dramatische Poesie begünstigte,
— ich brauche nur an die Αΐτναίοι des Aischylos zu erinnern —
so werden wir mit der Annahme nicht fehlgehen, dass die erste
Errichtung eines Theaters in Syrakus ihm verdankt wird. Die
erste Erwähnung eines solchen führt uns auch wenigstens in das
V. Jahrhundert, da wir bei Eustathios (zu Hom. γ 68) lesen: κα'ι
Συρακουσών τό ό Μΰριλλα, ου μεμνησθαι λέγει τον Σώφρονα, ιστο-
ρίαν και οτι του Συρακουσίου τοΰτου (τό) κύριον Δημόκοπος ήν άρχι-
τέκτων. έπει δε τελεσιουργήσας τό θέατρον μύρον τοΐς έαυτοΰ πολίταις
διένειμε, Μΰριλλα έπεκλήθη. Darnach also scheint «Sophron von
dem Baumeister des syrakuser Theaters gesprochen zu haben,
welcher, Demokopos mit Namen, den Beinamen Myrilla erhielt,
weil er nach Vollendung des Gebäudes seinen Mitbürgern Sal-
ben verteilte» (Lupus S. 113). Die Zeit dieses Baumeisters ist
nicht bekannt; aber Sophron gehört dem V. Jahrhundert an,
und darum müssen wir auch die Erbauung des Theaters noch
in diese Zeit setzen, wenn es gleich sehr fraglich ist, ob die
erhaltenen Überreste in die Zeit des Tyrannen Hieron hinauf-
reichen: ein steinernes Bühnengebäude und ein Zuschauerraum
mit steinernen Sitzstufen sind wenigstens — wenn Dörpfeld ge-
gen Puchstein Recht behält — bis heute aus der Zeit vor dem
IV. Jahrhundert noch nirgends nachgewiesen. Wir dürfen aber
jedenfalls annehmen, dass Hieron an der Stelle des späteren
steinernen Theaters einen einfachen Holzbau errichtet und mit
dieser Anlage den jüngeren Steinbau vorbereitet hat (vgl. Dörp-
felds Theaterbuch S. 32 ff.). Welchen von den beiden Bauten
wir bei Diodor XIII 94 erkennen dürfen, wo für das Jahr 406
von einer θέα im Theater die Rede ist, lässt sich aus der Stelle
selbst nicht entscheiden.
Für die Zeit des IV. Jahrhunderts wird uns das Theater einige
Male als Versammlungsort des Volkes genannt, so unter Dion
(355) durch Plutarch Dion 38: έπει δε—οι δημαγαιγοι συνετέλουν
τάς αρχαιρεσίας, βοϋς άμαξεΰς ούκ άήθης οΰδ’ άπειρος δχλιον, άλλως
δέ πως τότε προς τον έλαΰνοντα θυμωθεις και φυγοδν από του ζυγοΰ
δρόμοι προς τό θέατρον ώρμησε' κα'ι τον μεν δήμον ευθυς άνέστησε
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