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Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 26.1901

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https://doi.org/10.11588/diglit.41307#0066
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56

C. WATZINGER

iο. Zwei kleine Gefässe mit emporstehenden Hen-
keln IV. Jahrhunderts, das eine mit Zickzack, das andere mit
Wellenband verziert. Graubraun gebrannter, attischer Thon.
11. Henkel einer Lampe mit glänzend grauem Firnis.
Auf dem Henkel liegt ein grosses Weinblatt, das durch einen
Bügel an der Spitze mit dem Henkel
verbunden ist. Die Bildung des Hen-
kels und die Zufügung des Bügels
zeigt, dass diese Form in Metall erfun-
den ist; sie ist uns auch von Bronze-
lampen bekannt. Im Museum von Cor-
neto befindet sich ein Bronzehenkel
derselben Form, bei dem auf dem Weinblatt noch eine pla-
stische Silensmaske angebracht ist (Phot. Moscioni 9039); eine
glasierte Terrakottalampe hellenistischer Zeit mit gleichem
Griff erwähnt Dragendorff in der Beschreibung der Sammlung
Nowikow (Arch. Anzeiger 1897, 7).
12. Henkel einer Kanne aus dunkelgrauem Thon mit
mattschwarzem Firnis; am Ansatz Satyrkopf mit Stumpfnase
und gesträubtem Haar h Unter dem Hen-
kel rechts in der Wand des Gefässes befin-
det sich ein kleines rundes Loch, das man
bei dem Anfassen des Henkels leicht mit
dem Fingerrücken verschliessen kann. Wenn
das Loch nicht von einer antiken Repara-
tur stammt, so war das ganze Gefäss ein
Vexiergefäss, ähnlich dem, das Heron in der
Pneumatik I 22 beschreibt, und das dazu
dienen soll, aus demselben Hahn zweierlei Flüssigkeiten geson-
dert auslaufen zu lassen.
13. Henkel einer Flasche aus rötlichem Thon mit
dickem, gelbweissem Überzug, innen hohl; das obere Ende der
Höhlung wird gebildet durch eine Maske mit weit geöffnetem



1 Der dunkelgraue Thon und der mattschwarze Firnis verbinden das Gefäss
mit einer Vasengruppe, die durch den Fund einer kleinen Hydria (abg. Compte
rendu 1880, 21) in einem Grabe aus der Mitte des III. Jahrhunderts sicher
datiert ist.
 
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