Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 26.1901

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O. RUBENSOHN

zen Reihe grösserer und kleinerer Zimmer und einem grossen
Korridor besteht, ist unbekannt. Wenn es sich nicht einfach
um ein römisches Privathaus handelt, kommen wir vielleicht
mit dem Namen εργαστηράκια oder μαγαζάκια, mit dem die Bevöl-
kerung die Anlage bezeichnet, der ursprünglichen Bestimmung
des Baues am nächsten. Am ehesten zu vergleichen sind näm-
lich die von der französischen Schule in Delos am Südhafen
aufgedeckten Magazinbauten.
Zu den Haufenbauten gehört sicher auch der Rest einer statt-
lichen, beinahe 2 m breiten Mauer, die in einer Länge von etwa
45 m nordöstlich der Akropolis bei der Kirche Hag. Ioannis
Prodromos ganz nahe dem Land und parallel dem Ufer lau-
fend erhalten ist. Wie mir von einheimischen Schiffern mitge-
teilt wurde, soll diese Mauer südwestlich der Akropolis längs
des Ufers eine Fortsetzung haben, doch konnte ich bei mehr-
fachen Nachforschungen, die freilich durch die starke Vegeta-
tion des Meeresbodens sehr gehindert wurden, nichts hiervon
bemerken. Diese Mauer ist sicher nicht als Teil der Befestigungs-
werke zu erklären—sie hätte die Stadt vom Hafen abgesperrt—,
sondern als Quaimauer. Westlich der Akropolis hätten wir
dann vielleicht den offenen Hafen anzusetzen.
Was die Technik der Stadtmauer anlangt, so besteht sie, wie
die meisten griechischen Stadtmauern aus zwei Stirnmauern,
zwischen die ein Füllwerk aus Erde und Steinen geschüttet ist.
Die gesamte Breite beträgt 2,15 m, nur an einigen Stellen
wächst sie bis zu 2,60 und 2,80 m. Das Steinmaterial der Stirn-
mauern ist der auf dem ganzen Stadtgebiet und dessen nächster
Umgebung anstehende Gneis, der in flachen Schichten bricht
und sich schlecht zu feinerer Bearbeitung eignet. Bei den sonst
von uns aufgedeckten Bauten ist er immer nur im Fundament
verwendet. Die zum Mauerbau notwendigen Steine sind meist in
unmittelbarer Nähe der Mauer gebrochen worden, wie man das
z. B. in der Nähe der Kirche des Hag. Ioannis (42) beobachten
kann. Ganz Ähnliches kennen wir von der Akte im Peiraieus.
Die Grösse der Steine ist unregelmässig, neben Quadern von
2 — 3 m Länge sind auch kleine Blöcke benutzt worden. Eine
Folge der Verwendung dieses Steinmaterials ist es, dass die
Horizontalfugen der Mauer meist regelmässig sind, die Vertikal-
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